Kestenholz
Doppelt so viele Kandidierende wie Sitze – erhöht die grosse Auswahl die Wahlbeteiligung?

Kestenholz wählt seinen neuen Gemeinderat am 13. Juni. Werden die vielen Kandidierenden mehr Leute zum Wählen mobilisieren können, als üblich?

Rahel Bühler
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Am 13. Juni wählt die Kestenholzer Stimmbevölkerung einen neuen Gemeinderat. Im Bild: Die römisch-katholische Kirche.

Am 13. Juni wählt die Kestenholzer Stimmbevölkerung einen neuen Gemeinderat. Im Bild: Die römisch-katholische Kirche.

Patrick Lüthi

Alle Gemeinden im Gäu haben ihren Gemeinderat für die Legislatur 2021 bis 2025 bereits gewählt, doch Kestenholz steht dieser Schritt am 13. Juni noch bevor. Die Gemeinde hat neun Gemeinderäte. Davon stellen sich vier Bisherige wieder zur Verfügung.

In der auslaufenden Legislatur war die CVP mit fünf Sitzen am stärksten im Gemeinderat vertreten. Dann folgte die FDP mit zwei und schliesslich die SVP, die SP und Unabhängige und die freie Liste Kestenholz (FLK) mit je einem Vertreter.

Nun gehen 18 Kandidaten und Kandidatinnen für die neun Sitze ins Rennen. Gemeindepräsident Arno Bürgi (FLK) erachtet die hohe Anzahl an Kandidaten als positiv. Erstens sei dadurch die Auswahl für die Stimmbevölkerung höher.

«Zweitens hoffe ich, dass so viele Kandidaten mehr Leute mobilisieren können, die dann wählen gehen.»

Noch im Sommer wurde eine Reduktion diskutiert

Mit sechs Kandidaturen hat die CVP die umfassendste Liste. Nebst den beiden bisherigen Susanne De Andrade und Jan Räber sind vier neue Gesichter auf der Liste vertreten. Bei den letzten Wahlen vor vier Jahren verloren sie einen Sitz an die SVP.

Arno Bürgi, Gemeindepräsident.

Arno Bürgi, Gemeindepräsident.

zvg

Die FDP stellt fünf Kandidaten zur Wahl. Gemeindepräsident Bürgi gehört auch dazu. Wie schon bei den Wahlen 2017 ist er zwar Mitglied der FLK, kandidiert aber auf der Liste der FDP. Aus praktischen Gründen, wie er sagt. Als Gemeindepräsident ist er im Übrigen bereits in stiller Wahl bestätigt. Mit Markus Bürgi stammt der vierte bisherige Kandidat ebenfalls aus den Reihen der FDP. Auf der SVP-Liste stehen fünf Personen. Die SP und Unabhängigen stellen eine Kandidatin und einen Kandidaten auf.

Im Juli 2020 diskutierten die bisherigen Gemeinderäte, ob der Rat weiterhin aus neun Mitgliedern bestehen soll oder ob eine Reduktion angebracht wäre. Mit neun Räten sei die Bevölkerung breiter repräsentiert, sagte Gemeindeschreiber Marco Bürgi damals gegenüber dieser Zeitung. Weil die bisherigen Mitglieder zudem der Meinung waren, in Kestenholz hätten sich in der Vergangenheit immer Leute für vakante Ämter finden lassen, beliess man das Neunergremium.

Nur je ein Kandidat in Oberbuchsiten und Neuendorf

In Oberbuchsiten und Neuendorf ist am Montagabend die Anmeldefrist für das Gemeindepräsidium abgelaufen. Damit ist klar: Am 13. Juni gibt es in beiden Gemeinden keine Kampfwahlen. Wie bereits vergangene Woche angekündigt, stellt sich in Oberbuchsiten der bisherige Vizegemeindepräsident Jonas Motschi von der Wahlplattform #mybuchste zur Verfügung. In Neuendorf hat sich Hans Peter Egli von der FDP gemeldet. Er wurde am 25. April neu in den Gemeinderat gewählt. Obwohl in beiden Orten niemand sonst als Gemeindepräsident wählbar ist, gibt es in beiden Orten einen Urnengang am 13. Juni. (rab)