Die seit 1973 in Kappel wohnende Malerin Yvonne Wyss-Rohrer zeigt mit dem Keramik-Objektkünstler Martin Lichtmann aus Deutschland, der seine Keramiken präsentiert, fesselnde Malereien, die durch ihren Farbenreichtum begeistern. Sie liebt die persönliche Auseinandersetzung mit der Leinwand. Mit dem intensiven Malen und Zeichen begann sie 1983.

Bei verschiedenen Künstlern besuchte sie Kurse im Aquarellieren und Zeichnen, besuchte auch Kurse an der Volkshochschule in Neubrandenburg und an anderen Fachhochschulen. Bei Rolf Wullimann erlernte sie das Aquarellieren und das Arbeiten mit Pigmenten, vertiefte sich in die Spachteltechnik und in die Collage.

Zahlreiche Ausstellungen in Härkingen, Olten und in der Region machten auf sie aufmerksam, und heute ist sie an einem Punkt angelangt, der ihr im Bereich der persönlichen Gestaltung viel persönliche Freiheit gibt. Farben fesseln sie, aber auch Formen , Linien und Strukturen. Die Abstraktion hat es ihr angetan, wobei ohne weiteres auch figurative Elemente erkennbar bleiben dürfen.

Farbintensität, die fesselt

Im Chorraum der alten Kirche präsentiert sie eine Reihe ihrer leuchtend orange-gelben Kompositionen, durchzogen von schwarzen Markierungen und weissen Aufhellungen. Besonders reizvoll ist das Triptychon in erdigen und doch leuchtenden Farbkombinationen. Der Chorraum erhält eine geschlossene Ausstrahlung und fesselt aus seiner Farbintensität heraus, erdig und doch leidenschaftlich aus der Bewegung heraus, sodass man spürt, dass sie subtil und mit viel Begabung an ihre Bildräume herangeht.

Im Raum selbst erkennt man rote Farbkompositionen, von Schwarz und Weiss markiert, aber auch ganz zärtliche in Blau und feinen Pastelltönen, in deren Bildräumen Figuren zu erkennen sind. Sie wirken in sich sehr poetisch, sind geprägt von stiller Schönheit. Interessant sind die beiden erdig braunen, rötlichen Bilder mit Figurenelementen. Man erkennt eine neue Ausrichtung, die Figur, der Mensch setzt Zeichen.

Zarte Frauenkörper schälen sich aus dem Hintergrund, zum Teil ergänzt mit Strukturen, mit Seidenpapier, sodass etwas ganz Besonderes entsteht, eine Figur, die erkennbar ist und doch immer Teil des Hintergrundes bleibt. Sie sagt von sich, dass die Verschmelzung von Bewusstem mit dem Unbewussten für sie von grosser Faszination ist, der Weg in die künstlerische Schöpfung, in der das oft nicht sichtbare, erfühlbar wird.

Eigenwillige Kreationen

Der Keramik-Objektkünstler Martin Lichtmann aus Deutschland zeigt eine Reihe seiner beeindruckenden Objekte. Es sind dies eigenwillige Kreationen aus schwarzem, braunem und hellem Ton, die sich mit dem Gedanken des Vergänglichen im menschlichen Leben auseinandersetzen. Schiffe, Archen, tanzende Pflanzenelemente, so wie wir sie im Waser entdecken. Fliehendes in feinen Varianten.

Immer sind sie geprägt von Transparenz, einer Durchlässigkeit, die fesselt. Man kann das Fliehende nachvollziehen. Der Gedanke des Loslassens, der Schiffe, die fortgehen und wieder kommen im Wandel der Zeiten sind Themen, die ihn beschäftigen. Man erkennt die Sehnsucht nach Dingen, die man vielleicht festhalten könnte oder möchte, und die wie alle Dinge im Leben ihren Weg gehen.

Das Reale spielt in seinen Objekten mit dem Surrealen, da vieles als Form im Raum stehen bleibt und eigentlich keine Antwort verlangt. Seine Objekte spannen einen eigenwilligen Bogen zu den farbintensiven Bildern mit Linien, Flächen und Strukturen, und erhöhen das Bewegte und Lebhafte dieser Ausstellung.

Jedes Objekt hat eine andere Ausstrahlung, man taucht ein in diesen Formenreichtum, in diese zum Teil provozierenden Elemente, in das skurril Bewegte, entdeckt aber auch sinnlichere Momente voller stiller Schönheit wie ein Schiff im Raum, einen Himmelskörper, der auf die Erde gefallen ist. So viele Aspekte sind in diesen schönen Arbeiten zu erkennen.

Dauer der Ausstellung bis am 28. Februar 2016. Öffnungszeiten Freitag 19 bis
21 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.