Der Gemeinderat Neuendorf befasste sich gründlich mit dem Budget 2019 sowie dem Finanzplan. Die beeinflussbaren Kosten wurden im Detail besprochen. Zusammen mit den Kommissionen wurde intensiv nach Einsparungen gesucht, die auch einschneidende Massnahmen zur Folge haben. Trotz alle Bemühungen schliesst das Budget mit einem Minus von 210'712 Franken ab. Weitere Optimierungen waren nicht mehr möglich.

Die Aufwandüberschüsse in der Finanzplanung für die nächsten Jahre bewegen sich zwischen 210'000 Franken und 440'000 Franken im Jahr 2023. Dies zeigt, dass die Gemeinde zukünftig bei einem gleichbleibenden Steuerfuss die Kosten nicht voll über die Steuereinnahmen decken kann. Die Zunahme des budgetierten Defizites zwischen Budget 2018 und Budget 2019 ist grossmehrheitlich auf die Erhöhung der Bildungskosten, wegen einer zusätzlichen Schulklasse, und die massive Kostenzunahme bei der Sozialen Sicherheit zurückzuführen.

Per 1. Januar 2018 betrug die Pro- Kopf-Verschuldung pro Einwohner exakt 2607 Franken. Dies sei eine hohe Verschuldung, wurde gesagt. Aufgrund des geringen Eigenkapitals drängt sich zwingend eine Lösung auf der Einnahmenseite auf.

118 Steuerprozente bleiben

Sämtliche Spezialfinanzierungen schliessen mit einem Aufwandüberschuss ab. In allen drei Bereichen steht derzeit noch Eigenkapital zur Verfügung, um Verluste zu decken. Die Investitionsrechnung weist Nettoinvestitionen von gesamthaft 342'000 Franken aus. Davon entfallen 190'000 Franken auf den Steuerhaushalt (Dorfhalle, Sanierung Duschen/WC-Anlagen/Garderoben, Buskonzept Dorfstrasse Umsteigehaltestelle, Ortsplanungsrevision, Nutzungspläne) und 152'000 Franken auf die Spezialfinanzierung Wasserversorgung (Ersatz Wasserleitung Industriestrasse Ost).

Trotz des jetzigen Aufwandüberschusses von 210'712 Franken soll der bisherige Steuersatz von 118 Prozent für das Jahr 2019 belassen werden.

Der Zweckverband «Regionale Wasserversorgung Gäu», welchem die Einwohnergemeinden Egerkingen, Fulenbach, Kestenholz, Neuendorf, Niederbuchsiten, Oberbuchsiten und Wolfwil angehören, versorgt diese Gemeinden mit Trink-, Brauch- und Löschwasser. Der Speicherinhalt der Zweckverbandsreservoire stösst an seine Grenzen.

Ein neues Reservoir muss erstellt werden. Durch die Mitfinanzierung wird eine Erhöhung des Wasserpreises notwendig. Diese Erhöhung um 20 Rappen pro Kubikmeter wird ab 2020 wirksam.

Umnutzung der Telefonkabine

Die Swisscom überlässt den Gemeinden ihre rückgebauten Telefonkabinen kostenlos, sofern diese beispielsweise für kulturelle Zwecke weiterverwendet werden. Der Gemeinderat hat sich – wie andere Gemeinden – entschieden, daraus einen «offenen Bücherschrank» zu machen. Die Regeln sind einfach. Es soll eine Art Büchertausch stattfinden.

Was man gerne zum Lesen weitergibt und entbehren kann, darf hineingestellt werden. Jemand anderes findet das Buch interessant und nimmt es mit. Nicht erlaubt sind Bücher mit pornografischem, rassistischem oder gewaltverherrlichendem Inhalt. Die KSK bestimmt eine zuständige Person, welche in regelmässigen Abständen Kontrollen durchführt. Das Eröffnungsdatum wird noch bekannt gegeben.