Beat Lorétan, Präsident des Verwaltungsrates, konnte zur 48. Generalversammlung der Vebo Oensingen 401 Teilnehmende (261 Genossenschafterinnen und Genossenschafter sowie 140 Gäste) begrüssen. Mit dabei waren Frau Landammann Esther Gassler, Ständerat Roberto Zanetti, Nationalrätin Beatrice Heim, Nationalrat Philipp Hadorn und viele mehr. Ganz herzlich begrüsste Beat Lorétan die 81 Vebo-Dienstjubilare.

Im Jahresbericht sagte Beat Lorétan, dass die mit der Eurokrise auch in der Schweiz Einzug gehaltene Unsicherheit den wirtschaftlichen Alltag der Vebo im Geschäftsjahr 2012 geprägt habe. Verstärkt worden sei diese Unsicherheit durch die schwindende Investitions- und Konsumlust in wichtigen Exportmärkten. Der tägliche Kampf der Vebo-Kunden um Aufträge und Margen, habe auch den Druck auf die Angebote der Vebo-Werkstätten erhöht. Die Grundvoraussetzung zur Umsetzung der Vebo-Strategie, der Förderung der Eingliederung durch Produktion und dem Erzielen von Wertschätzung und Wertschöpfung, sei aber nur bei guter Auslastung und vernünftigem Arbeitsvorrat gegeben. Ohne die Betreuung und Förderung der Mitarbeiter mit einer Behinderung zu vernachlässigen, müssten die Verantwortlichen der Werkstätten immer wieder neue Aufträge beschaffen.

Der Jahresabschluss zeige, dass diese Aufgaben von den Mitarbeitenden erfolgreich gelöst worden seien. Selbst der Wegfall eines Grossauftrags habe nicht zur Resignation geführt. Das Vertrauen, das sich die Vebo bei ihren Kunden über die Jahre erworben habe, habe sich als grosse Stütze erwiesen. Mit einem Ertrag von 76 Mio. Franken (Vorjahr 77.1 Mio. Franken) ist ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht worden. Die Zahl der Mitarbeitenden in der Vebo ist zum ersten Mal seit vielen Jahren per Ende 2012 auf 1602 Personen leicht gesunken. Die Genossenschaft Vebo hatte Ende Jahr 1453 Mitglieder gezählt. Das Genossenschaftskapital belief sich auf 1.1 Mio. Franken.

Druck auf die Ausbildungsplätze

Weiterhin bestehe Druck auf die Ausbildungsplätze. Während die Zahl der Beschäftigten in den Werkstätten praktisch konstant geblieben ist, sei bei den Ausbildungsplätzen mit einer Abnahme von 21 Auszubildenden ein eigentlicher Einbruch feststellbar gewesen. Der bereits im Vorjahr festgestellte Trend habe sich damit fortgesetzt. Die Invalidenversicherung IV sei bei der Vergabe von Mitteln zur beruflichen Ausbildung von Abgängern von Sonderschulen noch zurückhaltender geworden. Gelder würden nur noch dann gesprochen, wenn ein wirtschaftlicher Erfolg der Ausbildung absehbar sei. Für die Schwächeren bleibe damit der Zugang zu einer beruflichen Ausbildung verschlossen. Für die Gesellschaft würden so keine Kosten eingespart, sondern diese würden nur zwischen IV, Kanton oder Gemeinden verschoben. Verlierer seien die jungen Mitmenschen mit schwachen schulischen Leistungen.

«Swiss Arbeitgeber Award»

Drei Bauprojekten sollen in den nächsten Jahren realisiert werden: Erweiterungsbau der Werkstatt in Breitenbach, Erweiterungsbau des Restaurants Treffpunkt in Oensingen um 60 bis 80 Plätze, ein noch am Anfang der Planung stehender möglicher Neubau der Werkstatt Olten.

Nachdem die Betriebsbewilligung zur Führung von Wohnheimen Ende Januar 2012 ausgelaufen war, sei diese um weitere vier Jahre verlängert worden. Die Vebo-Wohnheime würden oft etwas im Schatten der Werkstätten stehen. Sie seien jedoch ein ganz wesentlicher Eckpfeiler für die Erfüllung des Auftrags. Mit heute 211 Wohnplätzen an sechs über den Kanton verteilten Standorten sei die Vebo eine gewichtige Anbieterin dieser sozialen Dienstleistung.

Anlässlich einer anonym durchgeführten Umfrage über Zufriedenheit und Engagement am Arbeitsplatz, hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Vebo als überdurchschnittlich gute Arbeitgeberin beurteilt. Der 11. Rang unter 109 beteiligten Firmen erfülle mit Stolz und gebe Anlass für ständige Verbesserung.

In seinem Jahresbericht verwies Vebo-Direktor Martin Plüss auf die Bemühungen um Qualität bei der Förderung der Eingliederung und der Produktion. Ziel dabei sei die ständige Verbesserung der Personen, Produkte, Prozesse und Systeme.

Wechsel an der Spitze

Die 48. Generalversammlung genehmigte Jahresberichte und Jahresrechnung. Beat Lorètan orientierte, dass Vebo-Direktor Martin Plüss infolge Pensionierung zurücktreten und sein Nachfolger Gilbert Giger sein wird. Lorètan selber werde ebenfalls zurücktreten und Martin Plüss sein Nachfolger. Auch Aloisia Sieber, Stellvertreterin des Vebo-Direktors wird sich verabschieden und Urs Trösch Platz machen.