Herbetswil

Kein Minus im Resultat, sondern ein Plus

«Ich werde die Gemeindekanzlei sicher manchmal vermissen»: Erika Meier wird nach 31 Jahren pensioniert.

«Ich werde die Gemeindekanzlei sicher manchmal vermissen»: Erika Meier wird nach 31 Jahren pensioniert.

Zum Abschied präsentiert Verwalterin Erika Meier einen erfreulichen Rechnungsabschluss.

In Herbetswil erwartete man eigentlich ein Defizit von 95 297 Franken. Die Verwalterin Erika Meier freute sich ausserordentlich, den 20 interessierten Teilnehmern anlässlich der Gemeindeversammlung einen positiven Rechnungsabschluss über 94 644 Franken präsentieren zu können.

Die Abweichung zum Budget ist nicht auf einen einzelnen Posten zurückzuführen, sondern setzt sich aus einer Vielzahl von Minderausgaben und (in geringerem Ausmass) Mehreinnahmen zusammen. Erwähnenswert bei den Minderausgaben sind die geringeren Personal- und dadurch auch Sozialkosten bei der Schule, weniger Kinder und dadurch Lektionen in der Musikschule und die Budgetunterschreitung bei der erstmals gemeinsam geführten Feuerwehr Mittelthal. Mehreinnahmen konnten in grösserem Ausmass bei den Steuererträgen der juristischen Personen verzeichnet werden.

Die Gemeindeversammlung musste zwei Nachtragskredite genehmigen. Bei den Abschreibungen Wasserversorgung wurden 60 120 Franken verbucht, was einer Budgetüberschreitung von 30 120 Franken entspricht. Beim Zweckverband Sozialregion Thal-Gäu musste eine Budgetüberschreitung von 66 559 Franken verbucht werden.

Hohe Investitionen

Im Mehrzweckgebäude und Gemeindehaus wurden runde 63 000 Franken investiert. Die Militärunterkunft wurde neu gestrichen und es wurden neue Matratzen angeschafft. Für 230 000 Franken wurde die alte Liegenschaft an der Kirchstrasse 7 gekauft, wo man neue Wohnungen und ein Ladenlokal bauen möchte. Fast Franken genau mit dem Budgetbetrag wurde ein Mannschaftsbus für rund 110 000 Franken beschafft, der mit dem Zusammenschluss in die Feuerwehr Mittelthal eingebracht wurde.

In die Grossprojekte Neubau Reservoir und Wasser-Abwasser-Erschliessung Berg wurden 2014 für über 1,1 Mio. statt der budgetierten 730 000 Franken investiert. Die grossen Abweichungen entstanden durch die Verschiebung der Bauarbeiten während der Baujahre. Im Jahr 2015 sollte das ganze Projekt Wasserversorgung Berg und Reservoire abschlossen werden. Netto wurden 975 928 Franken Investitionen getätigt.

Zufriedene Stimmbürger

Hans Fluri, Präsident der Betriebskommission der Forstbetriebsgemeinschaft, erläuterte die Rechnung des vergangenen Jahres. Die FBG schliesst bei einem Gesamtertrag von 878 564 Franken und einem Gesamtaufwand von 877 654 mit einem Ertragsüberschuss von 909 Franken ab. In diesem Resultat ist der gesetzliche Beitrag von 50 000 Franken an die Ausfinanzierung der Kantonalen Pensionskasse enthalten. Investitionen wurden 2014 keine getätigt.

Die anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger schienen mit den Abrechnungen sehr zufrieden, denn diese wurden ohne Diskussion einstimmig genehmigt.

Fortschritte beim Treffpunkt

Gemeindepräsident Stefan Müller informierte über den Stand der zwei grossen Projekte der Gemeinde. Für das Projekt Treffpunkt ist die Gemeinde in Kontakt mit der Firma Bonacasa AG in Solothurn. Diese hilft der Gemeinde beim Aufbau und bei der Ausfinanzierung der geplanten Genossenschaft. Im Herbst werden entsprechende Infoveranstaltungen stattfinden, sodass an der Budgetgemeindeversammlung der Kredit beantragt werden kann.

Für den Wärmeverbund wurden Vorverträge unterschrieben. Aufgrund der Zahl der Interessenten zeichnet sich ab, dass die bisherige Holzschnitzelheizung der kommunalen Gebäude als öffentlicher Wärmeverbund ausgebaut werden kann. Die Firma Gunep ist daran Richtofferten einzuholen und die definitiven Preise zu berechnen, welche Basis für die definitiven Anschlussverträge bilden.

Das Wichtigste im «Verschiedenen»

Stefan Müller dankte zum Schluss dem Team der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat für ihre Arbeit, wies aber darauf hin, dass damit die Versammlung noch nicht fertig sei, sondern ein wichtiger Punkt noch folge.

Er erwähnte, dass dies ein einschneidender Tag für die Gemeinde sei. Gemeindeverwalterin Erika Meier geht nach 31 Jahren in Pension. Als sie 1984 die Verwaltung übernahm, war diese noch sehr viel anders strukturiert. Sie hat grosse Veränderungen in der Gemeinde mit viel Herzblut mitgestaltet und mit ihrem Einsatz viel zur Sanierung der Gemeindefinanzen beigetragen. Als Dankeschön hat der Gemeinderat der Musikliebhaberin Erika Meier ein dreiköpfiges Instrumentalensemble engagiert. Die Versammlungsteilnehmer schienen das private Konzert ebenfalls zu geniessen, denn die Darbietungen wurden mit grossen Emotionen und Applaus gewürdigt – es blieb kaum ein Auge trocken. Erika Meier dankte ganz herzlich. Sie freue sich auf die Zeit ihrer Pensionierung, werde aber die Kanzlei sicher manchmal vermissen.

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