Ob auf den Jurahöhen oder sonst irgendwo in den Alpen: Längst nicht alle Aussichtspunkte haben bezüglich Sicherheit ein Geländer, das Menschen vor Absturz schützen soll. So auch auf der 998 Meter über Meer hohen Roggenfluh oberhalb von Oensingen, wo sich das Geländer in einem nicht mehr optimalen Zustand befand und zum Teil auch verrostet war.

Bürgergemeinde ist zuständig

Die Roggenfluh befindet sich zusammen mit dem ganzen Waldgebiet bis zum Schloss Neu-Bechburg hinunter inklusive dem Bergrestaurant Roggen im Besitz der Bürgergemeinde Oensingen. Im Bürgerrat hatte man sich schon seit längerer Zeit Gedanken über den Zustand des Geländers auf der Roggenfluh gemacht. So sind erste Vermerke dazu in Protokollen des Bürgerrates bereits im Jahr 2014 ersichtlich. Unter anderem kann nachgelesen werden, «das Geländer muss möglicherweise nicht ersetzt, sondern nur repariert werden».

Bei der bisherigen Metall-Ausführung gab es doch einige marode Pfosten, die wiederum einen eher wackeligen Eindruck hinterliessen. Kontaktaufnahmen mit dem SAC, mit Wanderwege Kanton Solothurn oder mit dem BfU wurden aufgenommen, um über den Ersatz des Geländers Auskunft zu erhalten, zumal sich die Roggenfluh in einem Naturschutzgebiet befindet. Würden grössere Veränderungen vorgenommen, müsste dazu der Kanton die Zustimmung geben. Nebst der Klärung für einen vollständigen Ersatz stand auch nur eine Reparatur inklusive Ersatz von 16 Laufmetern Geländer zur Diskussion.

Die Firma Gebr. Kissling aus Kestenholz hatte in der Folge die ideale Lösung, welche den kompletten Ersatz den kompletten Ersatz des Geländers, in Chromstahl-Ausführung vorsah. Der Bürgerrat entschied sich für diese Variante und bewilligte dafür einen Beitrag von rund 34'000 Franken.

Ausführung in rostfreiem Stahl

Das neue Geländer besteht aus 34 Metallpfosten, 48 Laufmeter Handlauf und etwa 53 Quadratmeter Sicherheitsnetzen, welche auf der gesamten Länge als Absturzsicherung eingebaut wurden. Das Inox-Drahtseilnetz verfügt über 40 Millimeter grosse Maschen und bietet somit keinen Durchschlupf mehr, wie dies beim alten Geländer noch der Fall war. Der unebene Felsenverlauf hat dabei auch verschiedene Netzgrössen zur Folge.

Der Transport des gesamten Materials sowie der Arbeitswerkzeuge auf die Roggenfluh erfolgte durch die Lieferfirma und den Forstbetrieb der Bürgergemeinde Oensingen via Waldstrasse von Oberbuchsiten her auf den Grat der ersten Jurakette. Auf den letzten 600 Metern wurde ein Raupendumper eingesetzt. Sowohl für den seinerzeitigen Materiatransport im vergangenen Spätherbst, die Rodung einzelner Sträucher wie auch für den Rücktransport vor wenigen Tagen, liefen alleine für den Forstbetrieb der 56 Mannstunden auf.
Alles in allem, eine gelungene Renovation in luftiger Höhe. Noch fehlt die Sitzbank, sie wird in den kommenden Wochen montiert.