Kantonsratswahlen Thal-Gäu
Mit drei Newcomern sinkt der Altersdurchschnitt um fünf Jahre

Die neu gewählten Kantonsräte aus der Amtei Thal-Gäu zeigen sich zum Teil überrascht ob der guten Ergebnisse.

Fränzi Zwahlen-Saner und Rahel Bühler
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Der Wahlsonntag brachte neben dem Sitzgewinn für die CVP und dem Sitzverlust für die FDP im Thal und Gäu einiges an personellen Überraschungen. So haben die Wahl ins Kantonsparlament gleich drei Männer auf Anhieb geschafft, die noch nie vorher als Kandidaten zur Wahl standen: Daniel Nützi (49) CVP Härkingen, Rolf Jeggli (36) CVP Mümliswil und Freddy Kreuchi (30) FDP Balsthal.

Mit der Wahl dieser drei hat sich das Thal-Gäuer Kantonsratspersonal merklich verjüngt. Konnte in der letzten Legislatur ein Altersdurchschnitt von 53,7 Jahren errechnet werden, ist diese Zahl um fast fünf Jahre, auf 48,6, gesunken. Der jüngste Kantonsrat aus Thal-Gäu ist der freisinnige Balsthaler Freddy Kreuchi - interessanterweise gehört auch das älteste Ratsmitglied aus der Amtei der FDP an: Johanna Bartholdi (70) aus Egerkingen.

Freddy Kreuchi: «Das Resultat hat mich fast vom Hocker gehauen»

Sitzt für die FDP im Kantonsrat: Freddy Kreuchi (30) aus Balsthal.

Sitzt für die FDP im Kantonsrat: Freddy Kreuchi (30) aus Balsthal.

Bild: zvg

Er freue sich riesig über die Wahl, sagt Freddy Kreuchi nach der Wahl. Zwar habe er sich schon einige Chancen ausgerechnet, doch «das Resultat hat mich fast vom Hocker gehauen», sagt er lachend. Neben Balsthal, wo er auch als Gemeinderat tätig ist, sei er auch in Mümliswil, in seinem Arbeitsort Oensingen und in Wolfwil sehr gut gewählt worden, analysiert er. «Vor allem erfreut bin ich über das Balsthaler Resultat. Das bedeutet eine schöne Bestätigung für meine bisherige Polit-Arbeit hier und bringt eine riesige Motivation für die Zukunft».

Kreuchi hat vor sechs Jahren in der Thaler Jugendarbeit sein Engagement in der Öffentlichkeit gestartet. «Schon bald war ich vom politischen Fieber gepackt», schildert er. Mitte des vergangenen Jahres habe er sich entschieden, für den Kantonsrat zu kandidieren. «Ich schätze den Umgang mit allen Leuten und möchte mich für die Region einsetzen; insbesondere im Bereich Bildung und beim Thema Raumplanung.» Er ist Mitarbeiter in einem Ingenieurbüro. «Ich finde, die jüngere Generation sollte sich vermehrt für Politik interessieren.»

Rolf Jeggli: «Das hätte ich nicht erwartet»

Der 36-jährige Mümliswiler Rolf Jeggli hat einen CVP-Sitz geholt.

Der 36-jährige Mümliswiler Rolf Jeggli hat einen CVP-Sitz geholt.

Bild: zvg

Einen noch völlig überraschten Mümliswiler Rolf Jeggli trifft man auch einen Tag nach der Wahl. «Ich hätte das nicht erwartet», sagt er zu seinem Erfolg auf Anhieb. «Klar habe ich, nachdem ich mir zur Kandidatur entschloss, Mühe gegeben und versucht, einen ansprechenden Wahlkampf zu führen. Denn wenn ich etwas mache, will ich es richtig machen». Auch ihn freut die grosse Unterstützung aus seiner Wohngemeinde. «Das ist auch eine Anerkennung meiner Arbeit im Gemeinderat». Auch er hat - wie Kreuchi - seine ersten politischen Schritte in der Thaler Jugendarbeit hinter sich gebracht. Im Kantonsrat will der Vater von drei Kindern, ausgebildeter Ernährungsberater, sich möglichst Gesundheits- und Familienthemen widmen.

Daniel Nützi (49) aus Härkingen ist für die CVP gewählt..

Daniel Nützi (49) aus Härkingen ist für die CVP gewählt..

Bild: zvg

Kein Politikneuling ist Daniel Nützi (CVP). Der 49-Jährige ist seit 20 Jahren Gemeinderat von Härkingen. 12 davon Gemeindepräsident. Von dieser Position tritt er Ende der aktuellen Legislaturperiode zurück. Bei den Kantonsratswahlen holte er 3320 Stimmen und damit den sechsten Sitz für die CVP. Es war ein enges Rennen mit Parteikollege Rolf Jeggli. Der Mümliswiler hatte nur vier Stimmen mehr als Nützi. «Es wäre schade gewesen, wenn es mir so knapp nicht gereicht hätte», sagt dieser. «Aber es war wichtig, dass die Partei einen sechsten Sitz erobern konnte. Da steckt man persönliche Interessen zurück.»

Er ist überzeugt, seine Erfahrung als Gemeindepräsident ihm zugutekommen wird. «Viele politische Gepflogenheiten sind auf kommunaler und kantonaler Ebene gleich. Man muss zum Beispiel miteinander diskutieren, um Lösungen zu finden.» Er sei zwar schon vorher für das Amt des Kantonsrats angefragt worden, habe es sich aber vorher nie vorstellen können: «Wenn ich ja zu einem Amt sage, führe ich es mit Herzblut aus.»