Kantonsratswahlen
Bleibt es bei der alten Sitzverteilung im Thal und Gäu?

In der CVP und der FDP gibt es je einen Rücktritt aus dem Thal-Gäu. Spannend wird sein, ob es eine Neuverteilung der Sitze gibt.

Fränzi Zwahlen
Merken
Drucken
Teilen
 Karin Büttler-Spielmann FDP, Laupersdorf ist seit 2009 im Kantonsrat und tritt zur neuen Wahl nicht mehr an. Wer wird Ihren Sitz erben?

Karin Büttler-Spielmann FDP, Laupersdorf ist seit 2009 im Kantonsrat und tritt zur neuen Wahl nicht mehr an. Wer wird Ihren Sitz erben?

Bruno Kissling

Die Kantonsratswahlen im Thal und Gäu können spannend werden. Ins­gesamt stehen der Amtei 13 Sitze im Kantonsparlament zu. In der vergangenen Legislatur besetzten 4 FDP- und 5  CVP- sowie 1 SP- und 3 SVP-Vertreterinnen und -Vertreter die Sitze. Nun tritt bei der CVP und der FDP je ein langjähriges Parlamentsmitglied nicht mehr an – beide aus dem Thal: Karin Büttler-Spielmann (FDP, Laupersdorf), seit 2009 im Rat, die bestgewählte Thaler Kantonsrätin, und Alois Christ (CVP) aus Mümliswil, nach einem Unterbruch seit 2019 wieder im Rat.

Die SP will einen zweiten Sitz erobern.

Das stellt die Partei unmissverständlich als ihr erklärtes Wahlziel in Aussicht. Wenn es gelingt, wird es auf Kosten eines der frei werdenden Sitze gehen. Das scheint voraussehbar zu sein, denn die drei SVP-Vertreter Christine Rütti, Balsthal, Josef Fluri, Mümliswil, und Beat Künzli, Laupersdorf, stellen sich wieder zur Wahl und werden mit ziemlicher Sicherheit auch wieder ihre Wähler finden und damit das SVP-Wahlpotenzial ausschöpfen.

Ausser ein Gäuer SVP-Kandidierender schafft es, die Thaler Phalanx aufzumischen. David Sassan Müller aus Niederbuchsiten wäre wohl der Erste, der dazu in der Lage wäre, ist der Jurist doch in seiner Partei in mehreren Gremien tätig und in verschiedenen Gäuer Gemeinden als Friedensrichter im Amt.

Spielen die Frauen das Zünglein an der Waage?

Ausschlaggebend könnte sein, welche Partei es schafft, mehr Frauen auf die Wahllisten zu setzen als Männer. Bei der FDP stellen sich 3 Frauen und 7 Männer zur Wahl. Die CVP, welche auch noch mit einer Newcomer-Liste antritt, kann insgesamt 6 Frauen und 12 Männer vorschlagen, bei der SVP sind es 1 Frau und 7 Männer. Die Grünliberalen und Jungen Grünliberalen
zeigen die gleichen Zahlen: 7 Männer, 1 Frau. Und bei den Schweizer Demokraten sind es 2 Männer, die auf der Liste stehen.

Nur bei der SP sind die Frauen mit 7 zu 6 in der Mehrheit. «Wir haben uns eben sehr bemüht, Frauen zu finden», sagt der SP-Amtei-Präsident Fabian Müller. Das Thema Frauenförderung wird zudem durch den vor kurzem eingereichten Auftrag der bisherigen SP-Kantonsrätin Nicole Wyss aus Oensingen unterstrichen, in dem sie den Regierungsrat auffordert, sich innerhalb und ausserhalb der kantonalen Verwaltung für einen Aktionsplan Gleichstellung starkzumachen. In Sachen Frauenförderung hört man ansonsten wenig – auch bei den Bis­herigen.

Bilanz der bisherigen Thaler und Gäuer Kantonsräte

Es wäre denkbar, dass sich Christine Rütti – sie sitzt für die SVP seit 2017 im Kantonsrat – vermehrt Frauenthemen widmet, ist sie doch Präsidentin der SVP Frauen Kanton Solothurn. Hingegen hat sie sich im vergangenen Jahr stark mit der Steuersenkungsinitiative beschäftigt. Im Kantonsrat fällt der SVPler Beat Künzli aus Laupersdorf auf. Häufig tritt er ans Rednerpult, wo er mit seinem unkonventionellen Stil für Abwechslung im oft so nüchternen Kantonsratsalltag sorgt.

Hin und wieder
ist auch der CVPler Edgar Kupper, Gemeindepräsident Laupersdorf, als Sprecher zu hören, und der Oensinger Gemeindepräsident Fabian Gloor, ebenfalls CVP, ist vermehrt von seiner Partei als finanzpolitischer Sprecher zu vernehmen. Eher unauffällig agiert im Kantonsrat Sandra Kolly-Altermatt, Neuendorf, die seit 2013 CVP-Kantonalpräsidentin ist und sich auch als Regierungsratskandidatin der Wahl stellt. Mit Sicherheit ist ihr politisches Gewicht entscheidender, als dies in den jeweiligen Kantonsratssessionen zum Ausdruck kommt.

Durchstöbert man die Wahllisten, fällt auf, dass vermehrt jüngere Leute unter den Kandidaten zu finden sind. Wie erwähnt, hat sich dies besonders die CVP auf die Fahne geschrieben, die mit einer separaten Newcomer-Liste antritt. Interessanterweise ist aber Joel Müller aus Herbetswil (* 1997) auf der «regulären» CVP-Liste zu finden; er kandidiert schon zum zweiten Mal für den Kantonsrat.

Und noch eine Besonderheit für die Amtei Thal-Gäu: Als einzige Amtei ist hier eine Liste der Schweizer Demokraten zu finden – dafür aber keine der Grünen.

Auf einen Blick

Anzahl Mandate: 13 (aktuell 5 CVP, 4 FDP, 3 SVP, 1 SP)

Anzahl Kandidierende: 59

Frauenanteil: 30,5 Prozent (18 Frauen)

Anzahl Listen: 7

Rücktritte: Karin Büttler-Spielmann, FDP Laupersdorf, seit 2009 im Rat; Alois Christ, CVP Mümliswil, seit 2019 (nachgerückt) im Rat.

Die ältesten Kandidaten Theodor Hafner, FDP Oensingen; Heinz von Arb, SP Balsthal, beide Jg. 1953.

Die Jüngsten: Vladlena Denysova, Oberbuchsiten; Marius Winistörfer, Balsthal, beide Jg. 1999, CVP-Newcomer.