Höchster Solothurner
Kantonsratspräsident wird in der «Royal Albert-Studer-Hall» gefeiert

Die Gemeinde Hägendorf und die kantonale Politik feierten in der Raiffeisen Arena den Kantonsratspräsidenten für 2016 Albert Studer.

Christian von Arx
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Feier für Albert Studer, Kantonsratspräsident 2016
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Die Regierung in den vordersten Reihen
Vorgänger Ernst Zingg wünschte seinem Nachfolger vor allem Gesundheit: «Keiner weiss besser als du, was das bedeutet.»
Der «alte» und der neue Kantonsratspräsident: Ernst Zingg (links) und Albert Studer
Einmal mehr ein Höhepunkt: Ansprache in Versen von Landammann Roland Heim
Albert Studer folgt der Rede sitzend
Michael Ochsenbein, Gemeindepräsident Luterbach und CVP-Kantonsrat
Als neuer Kantonsratspräsident durfte Albert Studer die MG Hägendorf-Rickenbach bei dem von Alois Kissling eigens für ihn komponierten Marsch «Go West» dirigieren. Bruno Kissling
«Das gibts nur einmal, das kommt nie wieder» sang der Männerchor Liederkranz

Feier für Albert Studer, Kantonsratspräsident 2016

Bruno Kissling

Brandneu ist sie, die Raiffeisen Arena Hägendorf. Am 14. November eingeweiht, erlebte sie am Mittwochabend mit der Kantonsratspräsidentenfeier für Albert Studer ihre Feuertaufe vor grossem Publikum.

«Eine Sternstunde des politischen Timings», meinte Moderator Roger von Wartburg, der die 350 Gäste begrüsste – und fühlte sich gar zu einem Vergleich mit dem ersten chinesischen Kaiser Qin Shi Huang Di herausgefordert, der den Grundstein zur chinesischen Mauer legte.

«Die Halle trägt nicht deinen Namen, aber dein Name wird immer im Zusammenhang mit dieser Halle fallen», stellte Landammann Roland Heim fest. Michael Ochsenbein, Präsident der CVP/EVP/GLP/ BDP-Fraktion im Kantonsrat, wagte dann die passende Namenskreation: «Royal Albert-Studer-Hall».

Der 3. Kantonsrats- präsident der SVP

Der 54-jährige Unternehmer Albert Studer, seit 2009 Kantonsrat und Gemeindepräsident von Hägendorf, ist der dritte Kantonsratspräsident aus den Reihen der SVP. Bis 2005 wechselte der Vorsitz des Kantonsparlaments jedes Jahr zwischen den drei «historischen» Parteien FDP, CVP und SP. Für das Jahr 2006 wurde mit Herbert Wüthrich (Gerlafingen) erstmals ein Kantonsrat der SVP, die seit 1997 im Solothurner Kantonsrat vertreten ist, auf den Präsidentenstuhl gewählt. Sechs Jahre später war die Reihe am heutigen Nationalrat Christian Imark (Fehren), der den Rat 2012 präsidierte. Heute gilt im Kantonsrat ein Vier-Jahres-Turnus, in dem sich die vier Parteien CVP, FDP, SVP und SP (in dieser Reihenfolge) jährlich abwechseln.

Studers Wohnort Hägendorf stellte letztmals im Jahr 2007 mit Kurt Friedli (CVP, Leiter des Seniorenzentrums Untergäu) den Kantonsratspräsidenten. Im Jahr 2001 war der damalige Gemeindeschreiber Max Rötheli (SP) 1. Vizepräsident des Kantonsrats, verzichtete dann jedoch kurzfristig auf die Wahl zum Ratspräsidenten für 2002.(cva)

«Royal», also königlich, ist vielleicht die neue Halle, doch Albert Studer selber sei bürgernah und unkompliziert: Diese Beschreibung zog sich wie ein roter Faden durch die Reden. «Er redet auf die einfache, direkte, verständliche Art, die seinem Wesen entspricht», sagte Hägendorfs Gemeindevizepräsident Heiner Roschi. Und der neue SVP-Fraktionspräsident Christian Werner (Olten) berichtete, dass Studer auch nach sechs Jahren als «Ammann» (wie er sich gerne nennt) kein eigenes Büro auf der Gemeindeverwaltung habe, sondern nur «sein eigenes Ecklein, wo er auf einem Fenstersims telefonieren kann». So sei er eben, der «Albi», «Bärti» oder auch «Albeli», wie er je nach Vorliebe von den Hägendörfern genannt werde.

Von der politischen Gegenseite attestierte die grüne Fraktionspräsidentin Barbara Wyss (Solothurn), dass Studers «fast saloppe, hemdsärmlige Art» etwas Sympathisches habe – seine Voten seien kurz und manchmal «nicht bis ins Letzte vorbereitet». «Seine Art der Sitzungsleitung ist speziell», stellte FDP-Fraktionspräsident Peter Hodel fest: «Er nennt das Traktandum, sagt seine Meinung und fügt bei: Wir stimmen ab!» In Studers Präsidialjahr werde es wohl kaum dreitägige Sessionen geben ...

Ein lebensnahes Bild des neuen «höchsten Solothurners» ergaben die Schilderungen von Albert Studer als Töfffahrer oder die Anekdote vom verschwundenen Mantel, die Roland Heim zum Gaudi des Publikums in seinen meisterhaften Versen ausbreitete.

Vorgänger Ernst Zingg wünschte seinem Nachfolger vor allem Gesundheit: «Keiner weiss besser als du, was das bedeutet.»

In seinem Schlusswort nannte Albert Studer das Motto für sein Präsidialjahr: «Zäme isch me stark, elei isch me niemer.» Das bezog der Kantonsratspräsident 2016 auch auf die Regionen des Kantons. Er kündete an, dass er die Vorsteherinnen oder Vorsteher der vier Oberämter an die Sessionen einladen werde, um den Kantonsrat mit den Anliegen ihrer Amteien bekannt zumachen.