Oensingen
Kandidatur als Gemeindepräsident: 27-jähriger Fabian Gloor will es wissen

Bereits seit 2011 sitzt Fabian Gloor im Gemeinderat. Nun stellt sich der 27-Jährige als Kandidat der CVP für das Amt des Gemeindepräsidenten: «Ich bin ein positiver Mensch und steige auch so in den Wahlkampf.» Neben seiner Kandidatur als Gemeindepräsident will Gloor auch gleich noch in den Kantonsrat.

Philipp Felber
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Fabian Gloor will Gemeindepräsident von Oensingen werden.

Fabian Gloor will Gemeindepräsident von Oensingen werden.

zvg

Nachdem er vor drei Monaten noch etwas zögerlich die Frage nach einer allfälligen Kandidatur für das Gemeindepräsidium beantwortet hat, ist nun klar: Fabian Gloor will, als bisher Einziger, Gemeindepräsident von Oensingen werden. Dies teilte er am Donnerstag in einer Medienmitteilung mit.

Seit 2011 sitzt Gloor im Gemeinderat, nachdem Martin Rötheli während der Amtsperiode zurückgetreten war. Bei der Wahl 2013 wurde er mit dem drittbesten Resultat gewählt und übernahm in der Folge neben dem Ressort Finanzen, in welchem er seit seinem Amtseinstieg tätig war, noch das Ressort Kultur.

Auch noch gleich in Kantonsrat

Gloor steht hinter seiner Partei, anders kann man sein Engagement als Geschäftsleiter der CVP Stadt Basel nicht erklären. Diese steht momentan im Wahlkampf. Wird er selber für seinen eigenen Wahlkampf abkupfern können? Denn neben seiner Kandidatur als Gemeindepräsident will der 27-Jährige auch noch in den Kantonsrat.

«Ich habe vorher schon Wahlkämpfe in diversen Funktionen bestritten. Interessant ist sicherlich, dass sich der Wahlkampf im Kanton Basel-Stadt sehr dynamisch entwickelt. Der Einblick, den ich auch in die sonstigen Abläufe erhalten habe, wird mir sicher weiterhelfen können.»

Ob es denn einfacher sein werde, als Gemeindepräsident von Oensingen gewählt zu werden, als mitzuhelfen, den Regierungsratssitz in Basel zu verteidigen? «Schwierig zu sagen, da fehlt mir die langjährige Erfahrung in der Stadt Basel», lacht Gloor.

Die CVP sei in Basel in einer ganz anderen Ausgangslage, doch er sieht beide Wahlen als spannende Herausforderungen. Zudem sei es halt auch nicht ganz klar, wer sich in Oensingen sonst noch zur Wahl stellen wird.

Er sei mit seiner Entscheidung, nun bereits an die Öffentlichkeit zu treten, vielleicht etwas früh. «Ich hatte das Gefühl, dass es nun der richtige Zeitpunkt ist.» Er habe jedoch grossen Respekt vor dem Amt. «Gleichzeitig bin ich aber auch ein positiver Mensch und steige auch so in den Wahlkampf.»

Seiner Tätigkeit als Geschäftsleiter geht er nicht in einem Vollzeitpensum nach. «Wie die Umsetzung bei einer allfälligen Wahl aussieht, muss dann noch diskutiert werden», sagt Gloor. Prioritär behandeln würde er aber das Amt als Gemeindepräsident. Dass man sich in Zukunft jedoch Gedanken über das Pensum als Gemeindepräsident macht, hält er für legitim. Doch seinen Entschluss, sich zur Wahl zu stellen, möchte er als Bekenntnis sehen, dass das momentane 70-Prozent-Pensum in Ordnung sei.

Verstärkte Zusammenarbeit

Fabian Gloor wirft sich nun also mit erst 27 Jahren ins Gemeindepräsidentenrennen. In einer Medienmitteilung spricht Gloor davon, dass er selbst bereits über Führungserfahrung verfügt. Trotzdem, ist sein Alter nicht ein Nachteil im Wahlkampf? «Ich persönlich sehe natürlich kein Problem. Ich kann aber nachvollziehen, wenn das jemand so sieht und versuche, solche Personen von mir zu überzeugen.»

Grundsätzlich halte er jedoch seinen politischen Rucksack für genügend gross, schliesslich habe er neben seinem Engagement als Gemeinderat auch verschiedene weitere Mandate inne. Das Präsidium der Ortspartei Oensingen gibt er aufgrund seiner Kandidatur an Gemeinderatskollege Ralph Geiser ad interim ab.

Eine verstärkte Zusammenarbeit im Gäu sieht Gloor laut seiner Mitteilung als erstrebenswert. Bereits habe er als Mitinitiator der Kultur-Woche im Gäu etwas in diese Richtung bewegen können. Wichtig sei ihm vor allem aber die Standortpolitik, welche er gerne gemeinsam mit den anderen Gemeinden im Gäu vorantreiben will.

Auch, um dem Gäu politisch beim Bund und Kanton mehr Gewicht zu geben. Angesprochen darauf, ob sein Blick denn nur dem Gäu gelte, ergänzt Gloor: «Natürlich wird auch eine Zusammenarbeit mit dem Thal immer wichtiger.» Als Beispiel nennt er die bereits laufende Zusammenarbeit in der Sozialregion, aber auch die Herausforderungen im Verkehr, die in Zukunft auf die Amtei zukommen würden.

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