Schlatthof Wolfwil

Kamelnachwuchs: Ayan Amadeus ist auf dem Schlatthof angekommen

Kameldame Aysha brachte auf dem Schlatthof ein gesundes Hengstfohlen zur Welt. Der langersehnte Kamelnachwuchs erblickte am Sonntagmorgen auf dem Schlatthof in Wolfwil das Licht der Welt.

Seit dem 6. April zieht der Schlatthof in Wolfwil noch mehr Besucher an als sonst. Dies ist dem neuen Publikumsliebling, dem Nachwuchs von Kameldame Aysha, zu verdanken. An jenem Sonntagmorgen gegen 8 Uhr erblickte der kleine Ayan Amadeus das Licht der Welt. Die stolzen Besitzer stellten kurz nach der Geburt ein Foto von Aysha und dem Neuankömmling auf die Facebook-Seite des Hofes, und die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer.

Das lang ersehnte Wunschkamel sollte natürlich nicht irgendeinen Namen tragen. Nicht ohne Diskussionen entschied sich Familie Ackermann schliesslich für einen Kompromiss. Nachdem Erwin Ackermann den Namen Amadeus vorgeschlagen hatte, stiess er auf taube Ohren. Seine Familie bestand auf einen exotischeren Namen, ähnlich dem von Aysha. So entstand der wohlklingende Name Ayan Amadeus.

«Aysha macht sich sehr gut als Mutter», sagt Landwirt Erwin Ackermann. «Nur am Anfang war sie noch etwas verstört.» Die dreizehnjährige Aysha konnte ihre zutrauliche und menschenfreundliche Art auch nach der Geburt ihres ersten Nachwuchses bewahren. Darüber freuen sich Familie Ackermann sowie die zahlreichen Besucher. Umgekehrt freut sich die freundliche Kameldame, wie es scheint, sehr über die Aufmerksamkeit, die ihr und Ayan Amadeus zuteilwird.

Schon seit elf Jahren wohnt Aysha auf dem Schlatthof. Im Jahr 2003 wurde sie im Alter von zweieinhalb Jahren von der Familie Ackermann nach Wolfwil geholt, davor hatte sie in einem Zoo in Frauenfeld gelebt.

Auf Kamelnachwuchs musste man auf dem Schlatthof jedoch ziemlich lange warten. Bis es mit der Schwangerschaft so richtig klappen wollte, liess Aysha sich viel Zeit. Das Züchten sei nämlich bei den Kamelen nicht so einfach wie zum Beispiel bei den Kühen. Ein Kamelpaar müsse lange Zeit zusammen verbringen und sich aneinander gewöhnen, erzählt Erwin Ackermann. «Es ist fast noch komplizierter als bei den Menschen», lacht Ayshas stolzer Besitzer. Geklappt hat es schliesslich mit einem Hengst vom Hof von «Spycher-Handwerk» in Huttwil. Die Geburt selbst sei sehr gut verlaufen, berichtet auch Bäuerin Regina Ackermann.

Über das Ergebnis, Ayan Amadeus, freut Erwin Ackermann selbst sich am allermeisten. Die Kamele sind sein liebstes Hobby, und er kümmert sich mit grosser Hingabe um die Tiere: «Andere haben einen BMW, ich ein Kamel».

Aysha und Ayan Amadeus leben zusammen mit zwei Eseln und einem jungen Kamel-Hengst, der noch lauter Flausen im Kopf hat. Im Moment sind Mutter und Sohn noch durch einen Zaun von der restlichen Herde getrennt. Erwin Ackermann plant jedoch schon in Bälde eine erste Zusammenführung. Er hat diesbezüglich keine grossen Bedenken, denn Jungkamel Ayan ist schon im Alter von etwas mehr als einer Woche äusserst neugierig und beschnuppert seine zukünftige Herde.

Kamele und Esel verstehen sich gemäss Ackermann sehr gut, «sie necken sich gegenseitig und spielen zusammen». Herdenchef ist jedoch keines der beiden Kamele, sondern der dominantere der beiden Esel. So entsehen manchmal komische Situationen, erzählt Ackermann: «Lustig ist auch, wenn die Kamele Verhaltensweisen der Esel zu imitieren versuchen, wie zum Beispiel das Wälzen. Die Verwirrung ist gross, wenn die Höcker im Weg sind, und das Wälzen einfach nicht funktioniert».

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