Im Geschäftsjahr 2018 gelang es der Jura Elektroapparate AG, das Wachstum erfolgreich fortzusetzen. Mit einem Umsatz von 515,9 Mio. Franken hat das Unternehmen erstmals über eine halbe Milliarde verzeichnet (+7,5 % gegenüber 2017).

Besonders zulegen konnte Jura in Europa, Nordamerika und Australien. In Europa stammt das Wachstum namentlich aus Polen, den Niederlanden, UK sowie Österreich. «Vorteilhaft wirkten sich auch Rahmenbedingungen wie eine gute Weltkonjunktur und eine stabile Währungssituation aus», informierte CEO Emanuel Probst am Dienstag an einer Medienkonferenz am Stammsitz.

Mit 380'000 Kaffeespezialitäten-Vollautomaten verkaufte Jura 14'000 Einheiten mehr als 2017. Hier beträgt das Plus 3,8 %.

«Produkteseitig haben wir uns zum Ziel gesetzt, auf 400'000 Einheiten zu wachsen», so Probst. Erreicht soll dies einerseits mit einer starken Produktpalette werden. So steht unter anderem der weltweite Roll-out der ENA 8 an. Zusätzlich verstärkt Jura die Aktivitäten am Verkaufspunkt und den Aufbau neuer Märkte.

Für März ist die feierliche Eröffnung von Jura Südafrika in Johannesburg geplant. Somit wird das Unternehmen auf allen Kontinenten vertreten sein. Auch am Stammsitz in Niederbuchsiten steht ein wichtiges, neues Projekt an. Probst: «Von 2015 bis 2018 konnten wir unsere Stückzahlen um 30 % steigern. Damit wir die Innovationskadenz hoch halten können, starten wir unser Projekt ‹Innovations- und Laborkapazität 2020+› auf.» 

Auch die Kommunikationskampagne mit Markenbotschafter Roger Federer wird im laufenden Jahr weiterentwickelt. Überraschend soll sie sein und von Kaffeespezialitäten handeln, wie sie der Maestro liebt und die Vollautomaten von Jura zubereiten: «Frisch gemahlen, nicht gekapselt.»

Drei Säulen

Das Unternehmen sieht seinen Erfolg auf drei wichtigen Säulen begründet: Eine starke Produktpalette, wachsende Märkte sowie gute Rahmenbedingungen. Nachdem die E-Linie 2017 für die erfolgreichste Produktlancierung in der Geschichte von Jura sorgte, hielt der internationale Erfolg der Modellreihe auch im vergangenen Jahr an.

«Das Wachstum befeuert haben im Haushaltbereich die Lancierung der neuen ENA 8 und unser Erfolgsmodell, die S8, sowie im Professionalbereich die weltweite Markteinführung der neuen X8», erklärte CEO Emanuel Probst.

Die S8 errang beim Vollautomaten-Test des bedeutendsten europäischen Prüfinstituts nach der E8 (2016) und der J6 (2017) den dritten Testsieg in Folge. «Im Professionalbereich stösst die neu lancierte X8 rund um den Globus auf hervorragende Resonanz», so das Unternehmen.

In den 24 Jahren, seit die Firma auf Kaffeevollautomaten setzt, wurden bis ins Jahr 2018 fünf Millionen Maschinen verkauft. «Wir nehmen an, dass wir bis in zweieinhalb bis drei Jahren eine weitere Million verkaufen werden», erklärte Probst.

771 Mitarbeiter

Heute arbeiten für die Jura Gruppe 771 Mitarbeiter in 100-Stellenprozenten (plus 2,8 Prozent gegenüber 2017); davon sind in der Schweiz 281 (plus 2,5 Prozent gegenüber 2017) tätig. 490 Stellen werden international aufgeführt (plus 2,9 Prozent gegenüber 2017). «Es ist ein kleineres Wachstum als im Vorjahr. Das zeigt uns, dass die Produktivität pro Stelle zugenommen hat», so der CEO.

2018 wurde etwas weniger investiert als 2017: in der Schweiz 9,9 Millionen Franken in diesem Jahr gegenüber 10,4 Millionen Franken im Vorjahr. «Doch das wird sich im Verlauf dieses und des kommenden Jahres ändern», versicherte Probst. «Wir werden baulich, aber auch in der Entwicklung und Forschung investieren.» Mehr wolle er dazu noch nicht verraten.

Per App zum Kaffee

Eine wahrscheinlich revolutionäre Entwicklung ist die sogenannte J.O.E.-App (Jura Operating Experience). Die neuesten Kaffeeautomaten-Modelle werden mit einem Wireless Transmitter ausgerüstet. Dadurch ist via Smartphone auf jeder Maschine ein bestimmter Kaffee abrufbar. «So ist es möglich, über die App die Kaffeespezialität nach dem eigenen Gusto überall zu geniessen. Man hat die ‹eigene› Maschine immer dabei», erklärte Probst. Sicher würde Jura keine Daten der Kaffeegeniesser sammeln, versicherte der CEO. «Hier geht es um die Verbindung Smartphone zu Kaffeemaschine – und nur darum». (mgt/frb)