Ende November begrüsste Kurt Bader, Vizepräsident des Vereins Thaler Landschaft ohne Windräder, die interessierten Teilnehmer im Kreuzsaal in Balsthal. Bader hielt bei seiner Einleitung Rückschau auf die denkwürdige Gemeinderatssitzung vom März 2015, in welcher der Gemeinderat Laupersdorf das Planungsverfahren zum Windpark Schwängimatt für abgebrochen erklärt hat. Zudem fasste Bader kurz zusammen, wie sich andere Kantone wie auch das grenznahe Deutschland erfolgreich gegen Windparks wehren.

Der Verein Thaler Landschaft ohne Windräder beantragte vor kurzem beim Verein Region Thal die Behandlung des Themas Windparks im Thal. Man war beim Verein gewaltig überrascht, als man erfuhr, dass bereits damals im Zuge der kantonalen Richtplanung ein klarer Beschluss gegen die Festsetzung aller geplanten Windpark-Standorten im Thal gefasst worden war.

An der Sitzung vom 19. September 2017 hat der Vorstand des Vereins Region Thal einstimmig beschlossen, den Entscheid von 2008 zu bekräftigen. Er spricht sich somit klar gegen Windparks auf den Thaler Höhen und dem Scheltenpass aus.

Gründe gegen Windpark

Anhand einer Zeichnung zeigte Bader das Ziel des Vereins Thaler Landschaft ohne Windräder auf. Man wolle den Investoren von Windanlagen zeigen, dass sich eine vertiefte Planung gar nicht erst lohne, weil gewichtige Argumente gegen Windkraftanlagen vorliegen.

Der Verein Thaler Landschaft ohne Windräder wie auch der Verein Region Thal plädieren deshalb bei den Investoren für den sofortigen Übungsabbruch. Als Letztes zitierte Kurt Bader aus dem Konzept Windenergie des Bundes vom Juni 2017: «Trockenwiesen -und weiden von nationaler Bedeutung sind als grundsätzliche Ausschlussgebiete zu betrachten». Genau inmitten eines solchen Gebietes käme der Windpark Scheltenpass zu stehen.

Nach den Ausführungen übergab Bader das Wort an Marc Kéry, Dozent für Naturschutzbiologie der Universität Zürich. Dieser startete sein Referat mit einem Loblied über den landschaftlich schönen Solothurner Jura mit der typischen Serie an Hügelkreten. Kéry ist der Überzeugung, dass solche industrielle Windkraftanlagen einen enormen Eingriff in die Landschaft darstellen. Laut Kéry würden industrielle Windparkanlagen einerseits aus Sicht der Biodiversität und andererseits aus Effizienzüberlegungen keinen Sinn machen.

Im Anschluss an Kérys Referat, begrüsste Nino Joller, Geschäftsführer der Region West, Helion Solar AG, die Teilnehmer zum Thema Energiezukunft mit Photovoltaik. Joller zeigte die Marktentwicklung auf vom Kraftwerk von Grossanlagen, über die Klein- und Privatanlagen, bis zum heutigen Zeitpunkt, wo der Produzent gleichzeitig auch Konsument ist.

Die Energieproduzenten sollen über eine IT-Plattform zusammengeschlossen werden, der Austausch von Energie soll innerhalb einer Gruppe möglich sein und die Reststrommenge soll auf dem Strommarkt gemeinsam beschafft werden. (mgt)