Ramiswil

Jungwacht Malters im Thal: «Es ist cool, mal ohne Handy zu sein»

Gut versteckt im Guldental führen rund 120 Mitglieder der Jungwacht Malters ihr Sommerlager durch. 80 Kinder und 40 Leiter spielen auf der Wiese von Roman Lisser Fussball, befreien entführte Leiter oder entschärfen Bomben.

Von der Strasse aus sind sie fast nicht zu sehen: Die Zelte der Jungwacht Malters LU, die versteckt hinter den Bäumen in Ramiswil aufgestellt wurden. Die Luzerner verbringen ihr diesjähriges Sommerlager im Guldental und reisten mit einer gewaltigen Schar an jungen Buben an. Sie gehen wandern, spielen Fussball, befreien entführte Leiter aus den Fängen des Feindes, entschärfen Bomben und retten so ihr Sommerlager.

In diesem Jahr haben sich die Leiter bereits vor dem Lager besondere Aktivitäten ausgedacht. «Uns wurde die Hüpfburg geklaut», erzählt einer der Jungwächter. «Unser Leiter wurde auch noch entführt», wirft ein anderer ein. «Den mussten wir dann in einer Nacht- und Nebelaktion zurückholen.» Der Feind habe dann aber noch Bomben auf dem Grundstück versteckt, welche die Knaben suchen und entschärfen mussten. «Wir konnten alles retten», erzählen die Buben stolz grinsend.

Für die Kinder ist das alljährliche Sommerlager das Highlight des Jahres. Die Leiter überlegen sich beim monatlichen «Höck» stets neue Spiele, die Geschicklichkeit, Ausdauer und Kraft der Burschen fordern. Ziel der Jungwacht ist, den jungen Menschen Freizeitaktivitäten anbieten, die sonst im Zuge der digitalen Revolution verloren gingen.

Viele Kinder in der Jungwacht

Die Jungwacht Malters gibt es seit 1933. Zusammen mit dem Blauring leistet der Verein einen wertvollen Beitrag zur Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen. Im Kanton Luzern ist die Jubla sogar der grösste Jugendverband. Rund 120 Mitglieder zählt die Jungwacht Malters, eine beachtliche Anzahl für das Dorf. 80 dieser Kinder sind derzeit mit ihren 40 Leitern unterwegs und campieren noch bis zum kommenden Wochenende auf der Wiese von Bauer Roman Lisser.

«Wir reisen jedes Jahr in die entferntesten Ecken der Schweiz», erzählt ein Leiter. Auch für Lisser ist es nichts Neues, dass auf seinem Grundstück Lager durchgeführt werden: «Seit 40 Jahren kommen immer wieder Vereine zu mir.» Je nach Grösse der Schar verlangt der Bauer dafür mal mehr, mal weniger. Heuer kostete die zweiwöchige «Buchung» des Grundstücks 2000 Franken. Den Bauern freuts: «Ich finde es cool, was die da machen.»

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