Laupersdorf
Junge Talente begeisterten am Musikwettbewerb mit grandiosen Leistungen

Technik, nicht enden wollende Wirbel, Leichtigkeit, Dynamik und Präzision charakterisierten die 176 Darbietungen junger Talente am 44. Laupersdorfer Musikwettbewerb.

Rudolf Schnyder
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Die Sieger bei den Tambouren (v.l.): Daniel Müller (OK-Chef Tambouren), Rolf Müller (Juror), Silvia Otter (OK-Mitglied), Jakob Otter (Gründungsmitglied Musikwettbewerb), Cyrill Woodtli, Jeffrey Honold, Michael Woodtli (alle Tambourenverein Solothurn), Stefan Freiermuth (Frenkendorf) und Jérome Kym (Möhlin).

Die Sieger bei den Tambouren (v.l.): Daniel Müller (OK-Chef Tambouren), Rolf Müller (Juror), Silvia Otter (OK-Mitglied), Jakob Otter (Gründungsmitglied Musikwettbewerb), Cyrill Woodtli, Jeffrey Honold, Michael Woodtli (alle Tambourenverein Solothurn), Stefan Freiermuth (Frenkendorf) und Jérome Kym (Möhlin).

Markus Müller

Die weiteste Anreise hatte die jüngste Teilnehmerin am Musikwettbewerb, die erst sieben Jahre alte Alisa Sinayskaya, die russischer Abstammung ist und in Wien wohnt. Durch das Internet wurde die Mutter auf den Wettbewerb aufmerksam, erst nach mehrstündiger Zugfahrt waren sie im Thal.

Sogar aus dem Wallis, mehrheitlich aber doch aus der Nordwestschweiz reisten am Samstag junge Talente mit ihren Familien ins Thal. Verfolgt wurde der diesjährige Musikwettbewerb auch vom neu gewählten Regierungsrat Roland Heim, der neu das Ehrenpatronat des Wettbewerbes übernommen hat, sowie vom Gründungsmitglied des Wettbewerbes, Anton Krapf (Mümliswil), der 40 Jahre lang dem Organisationskomitee angehörte.

Erstmals im Energy Park

Nicht allzu weit war die Anreise von Julia Magdalena Sterki aus Lenzburg. «Ich spiele seit 11 Jahren Violoncello und nehme bereits zum vierten Mal am Musikwettbewerb in Laupersdorf teil», berichtete die Fünfzehnjährige, die letztes Jahr den vierten Rang erreichte.

Dieses Jahr waren bei den Instrumentalisten in drei Alterskategorien 60 Vorträge zu hören, 14 mehr als im Vorjahr. Jeweils die vier Bestklassierten jeder Alterskategorie qualifizierten sich für den abendlichen Final. In den Vortragslokalen Pfarreisaal (im Gemeindezentrum), Pfarrkirche St. Martin und dieses Jahr erstmals im Forum im Energy Park waren jeweils 10 bis 50 Zuhörerinnen und Zuhörer anwesend.

Punktemaximum wurde erreicht

Bei den Jüngsten in der Kategorie 1 (bis 11 Jahre) siegte Lou Hägi-Grüter (Muri) mit 71 von 80 Punkten auf dem Klavier und den Vorträgen «Menuett» von Johann Sebastian Bach und «Sonatine» von Joseph Haydn. In der Alterskategorie 2 (12 bis 14 Jahre) siegte bei 21 Teilnehmenden Jasmin Schlegel (Tegerfelden) mit 77 Punkten auf dem Klavier. Mehrheitlich waren die Instrumente Klavier, Violine und Violoncello zu hören, vereinzelt auch Klarinette, Saxofon, Querflöte, Viola , Waldhorn, Cornet und Gitarre.

Mit der höchsten Punktzahl des Tages, nämlich dem Punktemaximum von 80 Punkten, siegte Igor Andreev (Bern) in der Kategorie 3 ab 15 Jahren (17 Teilnehmende) und den Vorträgen «Sonate e-moll/sonate E-Dur/Preludie 8» von Domenico Scarletti/Frank Martin. Sein Vortrag war eine Klasse für sich.

116 Vorträge bei den Tambouren

Einmal mehr war in Laupersdorf die Spitze der schweizerischen Trommelvirtuosen am Start. Es war eine Atmosphäre wie bei einem Tambourenfest. Die Halle war am Abend sehr gut besetzt. Die Technik, die nicht enden wollenden Wirbel, die Leichtigkeit, Dynamik und Präzision waren grandios. 32 Gruppen nahmen am Gruppenwettspiel teil. Es siegte der Tambourenverein Solothurn mit Cyrill Woodtli, Michael Woodtli und Jeffrey Honold mit 38.40 Punkten.

Eine hervorragende Leistung im Einzelwettbewerb zeigte Stefan Freiermuth (Frenkendorf). Er gewann schon mehrmals Pokale im Einzel- und Gruppenwettspiel am Musikwettbewerb in Laupersdorf und trat als Titelverteidiger an. Mit der Eigenkomposition «Finalissima» holte er hohe 39.80 Punkte (von maximal 40). Die meisten Kompositionen, die getrommelt wurden, stammen aus der Feder von Ivan Kym oder Roman Lombriser.

Ivan Kym war persönlich anwesend und verfolgte gespannt die Vorträge auf der Trommel. «Eigene Stücke, die von anderen getrommelt werden, anzuhören, ist schon etwas Spezielles. Automatisch stellt man im Unterbewusstsein einen Vergleich an mit der Intonation, die man sich vorgestellt hat», meinte Ivan Kym.