Bundesfeier Oensingen

Jungbürger fordert mehr Unterstützung für Jugendliche

Samuel Graf.

Samuel Graf.

Der Fokus an der Bundesfeier lag auf dem Dorfleben. Dieses wurde aus einer eher wenig gehörten Sicht beurteilt: aus jener des Jungbürgers Samuel Graf, Jahrgang 1996, in Oensingen aufgewachsen, Sanitär-Installateur und OK-Präsident der 1.Mai-Feier.

Der Jungbürger schildert seine persönliche Sicht und Anliegen der Oensinger Jugend. Früh habe er bei diversen sportlichen und kreativen Aktivitäten gelernt, was es bedeutet, Mitglied eines Teams zu sein. Was jedoch eindeutig fehle, sind die Ausgangsmöglichkeiten. Graf wirkte von Anfang bei der Jugendarbeit mit. «Es war schwierig, diese zu integrieren, da die Akzeptanz der Gleichaltrigen fehlte.» Trotz allem hätten sie es geschafft, mehr und mehr Teilnehmende zu gewinnen. Mit der Jugendband konnten sie zweimal im Basler St. Jakobpark und an der Solothurner Herbstmesse Heso auftreten. Als leidenschaftlicher Musiker und Mitglied der Band City Beyond The Ocean wünsche er sich deshalb auch eine vermehrte Förderung von Kleinkünstlern.

Bereits in der Schule sollte man verstärkt auf die individuellen Talente eingehen. Dasselbe gelte auch für die Lehrstellensuche. «Es wird nur das Nötigste erzählt. Sich in diesem Alter für einen Beruf zu entscheiden, ist schwierig», sagt der Jungbürger. Im letzten Punkt seiner gehaltvollen Rede, die im Besteck-Geklimper des parallel stattfindenden Brunchs teilweise unterging, sprach Graf über die 1.-Mai-Feier. Er lobte die Jahrgänger und die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und Werkhof, sodass letztlich ein Super-Anlass stattfand. Mit den Worten: «Löit öich nüd alles loh gfaue und blibet, wie dir sit», schloss er die Rede. Das Ende des Festakts bildete die erste Strophe des Psalms, danach wendete man sich voll und ganz wieder den weltlichen Genüssen zu – dem «Zmorge».

«Ich wurde angefragt, diese Rede zu halten», erklärt der junge Oensinger. Erst habe er ein wenig gezweifelt. Schliesslich kam er nach einigem Überlegen zum Schluss, dass dies eine gute Chance sei, sich bei der Oensinger Bevölkerung Gehör zu verschaffen für sein Anliegen: Mehr Unterstützung und Förderung der Jugendlichen – nicht nur gesamthaft, sondern auch individuell.

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