Herbetswil
Jung und Alt sind fast einer Meinung

Der Gemeinderat Herbetswil und die Jungbürger diskutierten in eienr Gemeinderatssitzung über den geplanten «Treffpunkt».

Gabriela Huber
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Die Jungbürger Pascal Meier (links), David Ackermann, Luca Uebelhart, LiviaStuder, Roger Wälchli mit dem Gemeindepräsidenten Stefan Müller.

Die Jungbürger Pascal Meier (links), David Ackermann, Luca Uebelhart, LiviaStuder, Roger Wälchli mit dem Gemeindepräsidenten Stefan Müller.

Die Jungbürgerinnen und Jungbürger sollten gleich zu Beginn des Stimm- und Wahlrechtes Einblicke in die Gemeindepolitik erhalten. Deshalb lud der Gemeinderat Herbetswil die Jugendlichen des Jahrgangs 1996 zu einer ordentlichen Gemeinderatssitzung ein, um den Beweis anzutreten, dass Gemeindepolitik sehr abwechslungsreich ist. Und dass sich der Einzelne effektiv und direkt für das Wohl seiner Gemeinde einsetzen kann.

Ansprüche und Wünsche

Conrad Sidler, Architekt aus Balsthal stellte den anwesenden Jugendlichen das Projekt «Treffpunkt Herbetswil» mit einem zukünftigen Dorfladen und zehn Wohneinheiten mitten im Dorfkern vor. Dem Gemeinderat ist es wichtig zu erfahren, wie der Dorfladen samt Treffpunkt für die Jugendlichen aussehen soll. Die Auswertung des kurzen Workshops zeigte, dass die Wünsche der jüngeren Generation fast identisch sind mit den Ansprüchen der Gemeinderäte.

Nebst einem ansprechenden Ladenlokal, und einem frischen Warensortiment für den täglichen Bedarf sind insbesondere längere Öffnungszeiten in den Abendstunden erwünscht. Damit der Dorfladen zukünftig auch als Treffpunkt für die Bevölkerung genutzt wird, soll eine Kaffee-Ecke auch für Degustationen, Lesungen oder Ausstellungen genutzt werden können. Im Aussenbereich sind Sitzmöglichkeiten zu schaffen und unter gedeckten Vorplatz sind sowohl die beliebten Backwarenverkäufe der Vereine oder andere gesellschaftliche Anlässe möglich.

Asylwesen nicht regionalisieren

Der im Jahre 2010 durch Stefan Müller eingereichte Auftrag «Betreuung der Asylanten auch weiterhin durch die Gemeinden» wurde vom Kantonsrat im Januar 2011 erheblich erklärt. Die Gemeinden im Thal und Gäu haben sich nun zu entscheiden, ob das Asylwesen gemäss der Empfehlung des Kantons in die Sozialregion integriert werden soll, oder ob die Gemeinden weiterhin eigenständig für die Unterbringung und Betreuung der ihr zugewiesenen Asylanten zuständig sein wollen.

Der Gemeinderat Herbetswil ist nach wie vor überzeugt, dass eine Betreuung vor Ort viel kostengünstiger und effektiver erfolgen kann. Die Administrationskosten der Sozialregionen können zwar mit dem Lastenausgleich regional breiter verteilt werden, die gesamten Aufwendungen würden aber mit einer Regionalisierung höher ausfallen. Der Gemeinderat sieht auch keinen Sinn darin, wenn die Sozialregionen nur die administrativen Arbeiten übernehmen, die Betreuung aber bei den Gemeinden belassen wird. Die vielen Rückfragen bei den Abrechnungen würden die beidseitig knappen personellen Ressourcen unnötig belasten.

Föhren und Orchideen fördern

Die Forstbetriebsgemeinschaft Hinteres Thal möchte ein Waldgebiet beim «Bärnenfelsli» oberhalb des Landwirtschaftsbetriebes im Zelgli zugunsten der Biodiversität ausscheiden. Eine Fläche von rund 1,5 Hektaren soll gezielt ausgelichtet werden; nur ausgesuchte Bäume, insbesondere Föhren werden stehen gelassen. Durch die regelmässige Auslichtung entsteht in den nächsten Jahren eine «Waldweide» mit einer ganz eigenen Fauna und Flora, welche das wenig ertragreiche Gebiet aufwerten und bereichern wird. Die Kosten für die Aufwendungen werden aus dem Biodiversitätsprogramm des Bundes bezahlt.