Seit Freitag steht der Container der Jugendarbeit Thal nicht mehr in Matzendorf. Er wurde nach Mümliswil abtransportiert, wo er für die nächsten Tage Bestandteil der Martins-Chilbi ist. In Matzendorf wird er nun aber von den Jugendlichen vermisst, nachdem er ihnen rund drei Monate lang zur als Treffpunkt Verfügung stand – und zwar in Eigenverantwortung.

Der Entscheid dazu, diesen Container unterhalb des Schulhauses zu platzieren, war im vergangenen August vonseiten der Gemeinde recht spontan gefasst worden, um etwas gegen wachsende Unruheherde rund ums Schulhaus sowie Littering zu unternehmen (wir berichteten). Reklamationen häuften sich. «Wir mussten respektive wollten etwas unternehmen», sagte Gemeindepräsident Marcel Allemann im August. «Es soll nicht so weit kommen, dass wir Plätze sperren müssen.»

«Versuch hat sich gelohnt»

Was hat die Massnahme mit dem Container gebracht? Wir wollten mit Jugendlichen darüber sprechen, wie es gelaufen ist, und was sie sich für die Zukunft wünschen. Doch leider ist keiner der Jugendlichen zum vereinbarten Termin zum Gespräch erschienen. Aber der Thaler Jugendarbeiter Jonathan Murbach war da und gab Auskunft. «Es hat funktioniert, der Versuch hat sich gelohnt», sagt er zusammenfassend. Plus minus zehn Jugendliche im Durchschnitt 14-jährig hätten den Container mehr oder weniger regelmässig genutzt, während der Herbstferien fast täglich. «Die Bestätigung ist da, dass die Jugendlichen Verantwortung für etwas übernehmen können.» 

Das funktionierte so, dass sich eine Kerngruppe um den Betrieb und die Öffnungszeiten kümmerte, einer trug die Hauptverantwortung. «Weder bei mir noch bei der Gemeinde hat jemand reklamiert.» Ja sogar weniger Littering rund ums Schulhaus wurde registriert, wie von Werkhofmitarbeiter Roland Häfeli zu erfahren ist. Mit den Nachbarn gabs keine Probleme, berichtet Murbach weiter. «Im Gegenteil, die Jungen zeigten sich bei Bedarf hilfsbereit.»

Warum keine Verlängerung?

So gesehen hätten die Jugendlichen allen Grund gehabt, selber über die guten Erfahrungen zu berichten. Dass sie nicht zum Gesprächstermin erschienen sind, schreibt Jonathan Murbach der Tatsache zu, dass der Container bereits wieder weg ist – früher als angenommen. «Die Jugendlichen sind wohl enttäuscht, dass es keine Verlängerung gibt. Man hatte eben am Anfang gesagt, dass der Container vorerst mal bis Ende Oktober stehen bleibt und man dann weitersieht.»

Am guten Willen seitens der Gemeinde hätte es nicht gefehlt, beteuert Murbach. «Aber gegen die Vorschriften konnten wir nichts machen.» Eine Baubewilligung wäre nötig gewesen, und diese wäre nie erteilt worden, weil am bisherigen Standort die nötigen Grenzabstände nicht eingehalten werden können.

In Bewegung gesetzt

«Ist zwar schade», gibt Murbach zu. «Aber das gehört eben auch dazu. Die Jugendlichen haben so direkt die Erfahrung gemacht, dass es Gesetze gibt, um die man nicht herumkommt.» Der Container habe auf jeden Fall Bewegung in den Bereich Jugendarbeit im Dorf gebracht. Und dass es der Gemeinde diesbezüglich ernst ist (siehe Kasten).