«Der Aufbau Schulsozialarbeit in Oensingen ist geglückt und konnte von der Pilotphase in den Regelbetrieb übergehen.» So ist es dem Geschäftsbericht 2012 der Gemeinde zu entnehmen. Im Jahr 2012 haben gemäss Angaben von Schulsozialarbeiter Christian Zbinden 54 Personen Rat gesucht.

Die Schülerinnen und Schüler seien zwar die Hauptpersonen, würden aber die Schulsozialarbeit nicht immer persönlich aufsuchen. Doch stellte er diesbezüglich eine Zunahme von 10 auf 34 Prozent im Jahr 2012 fest. «Diese Tendenz ist im Sinne der Kinder- und Jugendhilfe zu begrüssen», schreibt Zbinden.

Wo die Probleme entstehen

In nahezu der Hälfte aller Fälle (43 Prozent) gaben Konflikte und Probleme unter Kindern und Jugendlichen den Anstoss, sich bei der Schulsozialarbeit zu melden. Dieser Bereich deckt Themen ab wie körperliche Gewalt, Mobbing, Drohung oder sexuelle Belästigung.

In 29 Prozent der Fälle ging es um schulische Probleme und um solche, die zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern entstanden waren. Zugrunde liegen können hier Leistungsdruck, Absenzen, Klassenklima, Beschwerden vonseiten der Lehrkräfte über Schüler – und umgekehrt.

Persönliche Probleme standen in 12 Prozent der Fälle an. Zentrale Themen sind Berufswahl, Drogenkonsum, psychische Belastung, Liebeskummer, Essstörungen, Suizidgedanken, Medienkonsum und Freizeitgestaltung.

16 Prozent der Fälle drehten sich um die Familie, so etwa wenn sich Eltern trennen, sie alkoholsüchtig sind, sie sich zu wenig um die Kinder kümmern oder Gewalt gegen sie ausüben. Selbstverständlich sei es so, dass die Bereiche teilweise ineinander übergreifen.

Das Pensum reicht nicht für alles

Die Schulsozialarbeit war ferner unterstützend tätig, so bei der Durchführung des Wintersportlagers der Kreisschule Bechburg. Ferner wurden Vorträge und Referate organisiert und Projekte durchgeführt. Während des ganzen Jahres war die Schulsozialarbeit jeweils freitags am Mittagstisch der Primarschule anzutreffen.

Die Präsenz auf dem Pausenplatz während der Pause sowie vor oder nach der Schule habe nicht zufriedenstellend erfüllt werden können, schreibt Zbinden. In Anbetracht des 50-Prozent-Pensums und zweier Standorte sei dies nicht zu machen. Trotzdem fällt das Fazit positiv aus. In den zweieinhalb Jahren, seit die Schulsozialarbeit tätig ist, habe man den Schulalltag in vieler Hinsicht nachhaltig optimieren können. (wak)