Raum zu haben, in dem etwas heranwachsen kann, an dem sich alle Generationen beteiligen und freuen können. Das tönt etwas theoretisch, ist aber die Basis für das Projekt KulturEcho Oensingen. Was konkret damit gemeint ist, kann Jung und Alt am Freitag und am Samstag jeweils ab 18 Uhr kennenlernen in der Röckhalle an der Grabenackerstrasse, südlich des Bahnhofs Oensingen.

Im leer stehenden Firmengebäude, in dem früher Metall bearbeitet wurde, ist neues Leben eingekehrt. Dies durch junge Leute des Dorfes, die sich sonst im Jugendraum im ehemaligen Schulhaus Unterdorf treffen. Bei diesem neuen Jugendtreff handelt es sich jedoch um ein Unternehmen auf Zeit, denn die Gemeinde hat Pläne mit dem Gebäude, das sie samt Grundstück gekauft hat (siehe separaten Text).

Anpacken, nicht nur konsumieren

Jetzt sind aber – wie erwähnt – nicht nur die Jungen, sondern alle Generationen in die wiederbelebte Röckhalle zu einer Après-Ferien-Party eingeladen. Jugendarbeiter Jürg Allemann wird selbstverständlich dort sein und gerne Red und Antwort stehen. Zu Besuch erwartet werden Martin Brunner, Ressortleiter Soziales im Gemeinderat, sowie Gemeindepräsident Markus Flury.

Einige Jugendliche sind derzeit zusammen mit Jugendarbeiter Jürg Allemann fleissig am Werken. Am auffälligsten ist ein westlich ans Firmengebäude anschliessender Zaun, fächerartig gestaltet aus langem, schmalem Abfallholz. Davor ist ein Grillierplatz im Entstehen.

Im Gebäude drinnen ist ein Partyraum eingerichtet mit einer respektablen Bartheke. «Wir kamen sehr günstig dazu», berichtet Jürg Allemann, «einer der Jungs hat sie auf Ricardo entdeckt. So ist es gut und so soll es eben funktionieren, die Leute denken mit und packen mit an. Sie sollen nicht einfach nur konsumieren.»

Gutes Zusammenspiel

Dass die Röckhalle für die Jugendarbeit zur Verfügung steht, ist dem Zusammenspiel zwischen dem Jugendarbeiter und dem Gemeinderat zu verdanken. Als Jürg Allemann vernahm, dass das Firmengebäude durch die Gemeinde gekauft und vorerst ungenutzt bleiben wird, brachte er die Idee mit dem Jugendraum vor – und stiess auf offene Ohren. Die Lage ausserhalb des Wohngebiets sei ideal, fand man im Gemeinderat, denn aus der Umgebung des Jugendraums im Unterdorf gibt es immer wieder Lärmklagen.

Bald stellte sich aber heraus, dass längst nicht alle Pläne zu realisieren sind. Auch wenn nur die Hälfte des Gebäudes in gesellschaftlich nutzbare Räume umgebaut würde, so käme das aufgrund der vielen Vorschriften (Brandschutz, Elektro- und Sanitärinstallationen) viel zu teuer zu stehen. Nun bleibt es bei einer Teilnutzung des Gebäudes, einen weiteren Teil nutzt der Werkhof.

Jürg Allemann ist deswegen aber nicht enttäuscht, sondern schätzt sich glücklich, dass seine Idee Anklang gefunden hat. Jetzt hofft er nicht nur auf Rückhalt in der Bevölkerung, sondern auch auf deren Mitwirken.

Hinter der Röckhalle steht mittlerweile nicht nur die örtliche Jugendarbeit, sondern eine ganze Gruppe mit Schule, Schulsozialarbeit, Ressort Soziales im Gemeinderat, Familientreff und Pro Senectute und Kirchen. Ihr Projekt nennt sich KulturEcho Oensingen, soziokulturelle Arbeit.