Nachfolge ungelöst

Jüngste Oensinger Gemeinderätin tritt zurück

Selina Hänni tritt im Gemeinderat zurück.

Selina Hänni tritt aus dem Gemeinderat Oensingen zurück. Rund zweieinhalb Jahre war sie dabei. Die Nachfolge ist noch nicht gelöst.

Für die örtliche CVP-Partei lief es bei den Wahlen 2017 wie am Schnürchen: Die Bevölkerung wählte Fabian Gloor mit einem Glanzresultat zum neuen Gemeindepräsidenten. Im Sog dieser Wahl knöpfte die CVP der FDP einen Sitz ab. Auf Anhieb schaffte auch die heute 24-jährige Selina Hänni den Sprung in den Gemeinderat. Sie erzielte von den vier angetretenen CVP-Vertretern das zweitbeste Resultat. Gut zwei Jahre nach der Wahl tritt Hänni auf Ende Dezember zum Jahreswechsel bereits wieder zurück.

Sie nehme diesen Schritt «schweren Herzens» vor, schreibt sie in ihrem Demissionsschreiben. Sie habe die Arbeit als spannend und lehrreich empfunden. Das Amt als Gemeinderätin habe sich zeitlich nicht mehr mit ihrer Ausbildung (Masterstudium) und ihren beruflichen Zielen vereinbaren lassen. Genaueres wollte Hänni dazu nicht sagen.

Sie war im Rat für das Ressort Bildung, Familie und Jugend zuständig. In dieser Funktion arbeitete Hänni unter anderem das neue Konzept der Tagesschule Oensingen aus. Zudem gehörte sie diversen Gremien an, aus welchen sie nach der Demission ebenfalls austritt. In ihrem Schreiben bedankt sich Hänni bei den Gemeinderatskollegen und «allen Beteiligten für das entgegengebrachte Vertrauen.»

Massimo Santucci könnte nachrücken

«Ich bedaure ihren Rücktritt persönlich sehr», sagt Parteikollege und Gemeindepräsident Fabian Gloor. Aber er könne ihren Rücktrittsgrund nachvollziehen.

Da die CVP bei den Wahlen 2017 mit einem Viererticket antrat und drei Sitze machte, wurde bloss ein Kandidat der Liste nicht gewählt. Hinter Bruno Locher (Ressort Sicherheit und Natur) erreichte Massimo Santucci bei den letzten Wahlen den vierten und letzten Platz. Somit könnte Santucci für Hänni nachrücken. Verzichtet er aber auf das Amt, müsste die CVP eine neue Person vorschlagen. Noch ist offen, ob Massimo Santucci das Amt annimmt. Erste Gespräche fänden statt, sagt Gloor auf Anfrage. Würde Santucci nachrücken, so wäre SP-Vertreterin und Kantonsrätin Nicole Wyss noch die einzige Frau im siebenköpfigen Gemeinderat der grössten Gäuer Gemeinde.

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