Mümliswil
Jodlerklub erfüllt einmal mehr die hohen Erwartungen der Fans

Der musikalische Teil und das Lustspiel, dargeboten am Jodlerabend des Jodlerklubs Passwang Mümliswil, erfüllten die grossen Ansprüche der vielen Fans aus nah und fern.

Benildis Bentolila
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Jodlerabend des Jodlerklubs Passwang Mümliswil
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 Die bekannten „Örgelifäger“ aus dem Berner Mittelland umrahmten auch dieses Jahr den Jodlerobe des Jodlerklubs Passwang Mümliswil
 Eine Kleinformation sang nicht nur für die Einheimischen, sondern auch für Gäste, indem sie die Strophen des „de Dolmetscher“ laufend übersetzten
 Präsident Remy Fluri stellt die Theatercrew vor, welche mit dem Stück „Töchtere vom Steihof“ während eineinhalb Stunden für Heiterkeit sorgte
 Die Gattinnen Käti und Kläri ziehen aus! Sie haben genug von ihren Männern, die lieber auswärts Unfug anstellen, als daheim zu bleiben
 „So eine Inspektion kostet Kraft und verlangt Leistung“, sind sich die Nachbarn Hans und Peter einig. Aber sie leiden gerne fürs Vaterland

Jodlerabend des Jodlerklubs Passwang Mümliswil

Benildis Bentolila

«Hei is Dorf» von Tobias und Sepp Herger trug der Jodlerklub Passwang Mümliswil (JKPM) zu Beginn des Jodlerabends vor. «Damit tönen wir an», schmunzelte Präsident und Moderator Remy Fluri, «dass sich hier in der bis auf den letzten Platz besetzten Aula Brühl viele Heimweh-Mümliswiler befinden.» Es folgte der Naturjutz «De Buechejodel» vom Toggenburger Komponisten Ruedi Roth, der im Frühling einen Oscar für «s Rothe Zäuerli» für die beste Filmmusik in der Komödie «Grand Budapest Hotel» erhielt.

Beim Naturjutz «Dr Hornleiter» von Andreas Käslin meinte Remy Fluri, es wüssten wohl nur noch die Älteren, was unter einem Hornleiter oder Hornführer zu verstehen sei. Nämlich die Vorrichtung, mit konstantem mechanischem Druck die Kuhhörner schmerzlos in die gewünschte Form zu leiten. Verschieden zusammengestellte Kleinformationen aus den eigenen Reihen erfreuten die Jodlerherzen mit besinnlichen und lustigen Liedern.

Den grössten Applaus erhielt das traditionelle Jodellied «De Dolmetscher». «Wir wissen», meinte der Moderator, dass sich im Publikum Personen befinden, die des Schweizerdeutschen nicht mächtig sind. Für diese übersetzen wir Strophe um Strophe.» Da wurde die Alphütte zum Appartement oder der Kuhstall zur Rindviehgarage. Die Zuhörerschaft tobte vor Vergnügen. Ein gelungener erster Teil, gänzlich bestritten vom JKPM, unter Leitung von Dirigent Mischa Fluri.

Grosse Erwartungen setzt die Fangemeinde an die Theateraufführung und fragt sich, ob wieder ein Stück gefunden wurde, welches den Schauspielern, von denen die meisten seit Jahren mitmachen, wie auf den Leib geschrieben ist. Ja, auch das Lustspiel «Töchtere vom Steihof» von Martin Winkler, unter der Regie von Pädu Hess, erfüllte die höchsten Hoffnungen. Landwirt Steiner Hans (Manfred Probst) und sein Nachbar, Schreinermeister Peter Moser (Hugo Nussbaumer), treffen zusammen mit Kollege Noldi Ryser (Pädu Hess) sehr spät, sehr fröhlich, sehr laut, sehr schwankend auf dem «Steihof» ein.

Auf dem Heimweg von der militärischen Inspektion verbrachten sie viel Zeit in einer Bar. Die Frauen Käti Steiner (Andrea Maier, auch für Coiffure und Maske zuständig) und ihre Freundin Kläri Moser (Vreni Bloch) halten für ihre Männer, von ihnen als «Sürmelcheibe» betitelt, allerlei gefährliche Überraschungen bereit. Steiners Tochter Evi (Regula Allemann), eine clevere junge Frau, hat sich trotzdem den Falschen in den Kopf gesetzt und ist froh, als nach dessen Absage Ruedi Hofer (Roger Walter) sie ehelichen will.

Ihre Schwester Leni (Caroline Fluri), die wegen ihrer Zahnlücke sympathisch zischt beim Sprechen, fühlt sich vom Gemeindekassier Ernst Bangerter (Remo Bader), der mit seinem schwarzen Velo auf der Bühne rumkurvt, angezogen. Viehhändler Fritz Hadorn (Heinz Dummermuth), Brissago rauchend, mit Filzhut, wehendem Viehhändlermantel und die dicken Wollhosen gehalten von einem weissen Strick, versucht, Mitmenschen übers Ohr zu hauen. Carmen Fluri sass im Souffleusekasten. Ein heiteres Stück, ausgelassen dargestellt.