Herbetswil
Jetzt wird mit heimischem Holz gefeuert

Die stolze Zahl von 54 Liegenschaften wurden an das neue Wärmeverbundnetz angeschlossen. Mit dem Start der Heizsaison, wurde das Werk in Herbetswil gefeiert und der Öffentlichkeit gezeigt.

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Festbetrieb im Spätsommer neben der eindrücklichen Schnitzelmaschine, in der heimisches Holz verarbeitet wird.

Festbetrieb im Spätsommer neben der eindrücklichen Schnitzelmaschine, in der heimisches Holz verarbeitet wird.

Stefan Müller-Altermatt

Schlechte Nachrichten seien immer auch eine Chance, betonte Gemeindepräsident Stefan Müller-Altermatt anlässlich des kleinen Festakts, zu dem die beteiligten Unternehmen, die Liegenschaftsbesitzer und die gesamte Dorfbevölkerung eingeladen waren.

Als 2012 die Nachricht eintraf, dass die bestehende Holzfeuerung im Schulhaus den künftigen Anforderungen an die Luftreinhaltung nicht mehr genügen würde, war der Schock zunächst gross – vor allem wegen der zu erwartenden Kosten. Der Gemeinderat war sich schnell darüber im Klaren, dass man, wenn man die grosse Investition schon tätigen muss, doch wenigstens einen Mehrnutzen daraus ziehen wolle. Man machte sich also auf den Weg, einen Wärmeverbund zu realisieren.

Sinnvoller Weg in die Zukunft

Heinz Gautschi, der in den gut fünf Jahren zwischen der Absicht des Gemeinderates und dem Baubeginn heftig für Anschlüsse an den Verbund geworben hatte, resümierte die Entstehungs- und die Bauphase. Hatten sich zuerst 17 Interessenten, verteilt auf das ganze Dorf gemeldet, steigerte sich die Zahl auf über 40 zum Zeitpunkt der konkreten Planung und schliesslich auf die heutigen 54. So habe man nun ein Wärmeverbundnetz, welches praktisch allen Liegenschaftsbesitzern im Dorf ermöglicht, ihr Haus mit einheimischer Wärme zu beziehen.

Geheizt wird der Verbund nämlich exklusiv mit Schnitzeln, welche von der Forstbetriebsgemeinschaft Hinteres Thal geliefert werden. Am Anlass war man sich einig, dass man als Dorf damit einen sinnvollen Weg in die Energiezukunft gemacht habe: weg vom Öl, hin zum heimischen Holz.

Nach dem Apéro und dem kleinen Festakt, umrahmt durch ein Ensemble des Musikvereins, wurde in der Heizzentrale der Schalter gedrückt und so – doch relativ unspektakulär – angefeuert. Alles strömte in den Heizungsraum und staunte über die Grösse der Zentrale, genauso wie über die Möglichkeiten der elektronischen Steuerung und Überwachung.

Die Infostände der Energiefachstelle und der gunep GmbH, welche das Werk geplant und den Bau geleitet hatte, informierten über die erneuerbaren Energien und die Möglichkeiten der Energieeffizienz, und die aufgefahrene Schnitzelmaschine beeindruckte ihrerseits. Der Gemeinderat, gleichzeitig Verwaltungsrat der neuen Wärmeverbunds-Genossenschaft, betrieb unter den Schatten spendenden Platanen ein kleines Festbeizli, das rege genutzt wurde. (sma)