In der Mehrzweckhalle Laupersdorf versammelten sich am Montagabend gut 100 Personen, um Neues zum Projekt Verkehrsanbindung Klus zu erfahren. «In Gesprächen mit der Bevölkerung hiess es immer wieder: Informiert doch mehr», eröffnete der Laupersdorfer Gemeindepräsident Edgar Kupper den Abend.

Der Regierungsrat und Baudirektor des Kantons Solothurn Roland Fürst, gab Auskunft über den Stand des Projektes. «Das öffentliche Mitwirkungsverfahren hat eine breite Unterstützung gebracht. Doch haben sich auch gute, weitere Vorschläge aus der Bevölkerung ergeben, die zum Teil ins Projekt eingeflossen sind.

Was die Thaler Gemeinden pro Jahr bezahlen würden

Gemeinde Franken
Aedermannsdorf 12'840.00
Gänsbrunnen 2'337.20
Herbetswil 11'812.90
Holderbank 16'523.80
Laupersdorf 38'993.70
Matzendorf 32'816.50
Mümliswil-Ramiswil 60'438.40
Welschenrohr 24'237.50

Insgesamt sind 28 Einsprachen eingegangen. Neun an die Standortgemeinde und 19 an den Kanton. Fünf davon sind zurückgezogen worden, vier hat der Regierungsrat mangels Legitimation abgewiesen.» Die verbleibenden werden noch bearbeitet und bis zum Januar 2019 bereinigt sein, erklärte Fürst.

Die drei häufigsten Kritikpunkte

Projektleiter Lothar Bürgi erläuterte das Verkehrsprojekt in groben Zügen und gab Antworten auf die drei am häufigsten genannten Kritikpunkte:

  • Der neue Kreisel wird wiederum zu Verkehrsstau führen: Bürgi versicherte, dass wenn der «Flaschenhals» durchs Städtchen Klus bereinigt sei, entstünde beim neuen Kreisel Thalbrücke kein Stau, denn dieser sei darauf ausgelegt, 1500 Fahrzeuge pro Stunde passieren zu lassen.
  • Allein die Schranken der OeBB sorgen für den Verkehrsstau: Verkehrssimulationen hätten ergeben, dass die Schranken nicht alleine für den Stau verantwortlich sind. Würden die Schranken nicht geschlossen, könnten lediglich 2 bis 4 Prozent mehr Verkehr passieren, als wenn diese geschlossen werden. Bürgi: «Das nützt also wenig. Zudem will der Kanton sicher nicht den öffentlichen Verkehr schwächen».
  • Ins Thal soll ein separater Abzweiger ab Tunnel geführt werden: Diese Variante wäre um einiges teurer als die vorgeschlagene, würde mehr Land beanspruchen, so Bürgi. Man könne davon ausgehen, dass das vorgelegte Projekt ausgewogen und genehmigungsfähig sei, schliesslich habe man seit sieben Jahren daran gearbeitet.

Jede Gemeinde soll mithelfen

Der Präsident der Thaler Gemeindepräsidenten GPK Kurt Bloch erklärte vor dem Publikum, dass alle Thaler Gemeindepräsidenten voll hinter dem Projekt stünden. Er mahnte: «Wenn wir es jetzt nicht schaffen, dieses Projekt zu verwirklichen, haben wir für viele Jahre die Chance auf eine Lösung unseres Verkehrsproblems verspielt.» Das Projekt diene dem ganzen Thal und nicht nur der Standortgemeinde Balsthal, welche mit direkten Kosten von rund 7 Mio. Franken zu rechnen habe.

Deshalb habe die GPK beschlossen, dass sich die Thaler Gemeinden mit einem Solidaritätsbeitrag in der Höhe von insgesamt 2 Mio Franken an den Balsthaler Kosten beteiligen würden. Bloch stellte den Finanzierungs-Schlüssel vor. «Balsthal soll damit entlastet werden. Es ist ein freiwilliger Solidaritätsbeitrag.» Bisher hätten die Gemeinderäte von Mümliswil und Welschenrohr ihrem Beitrag schon zugestimmt. Letztlich muss in jeder Gemeinde aber die Gemeindeversammlung darüber beschliessen.

Aus dem Publikum wurde die Frage gestellt, wie es denn eigentlich um die Motorfahrzeugsteuer stünde, welche seinerzeit für die Umfahrungsprojekte von Solothurn und Olten erhöht wurde. Dazu sagte Fürst: «Sofern ich dann noch im Amt bin, wird diese Erhöhung wie geplant im Jahr 2022 wegfallen. Die 65 Mio. Franken für Verkehrsanbindung Klus kann der Kanton aus dem Strassenbaufonds finanzieren, abgerechnet der Gemeindebeitrag von Balsthal, 10,77 Prozent, wie noch gesetzlich vorgeschrieben.»

Pierino Menna, Gemeindepräsident Balsthal, bedankte sich schon im Voraus für die allfällige Unterstützung. «Wir sind froh, dass ihr Euch für Balsthal einsetzt». Fürst mahnte, das Thal sei nun aufgerufen, gemeinsam für das Projekt im übrigen Kanton zu kämpfen, damit dieses nach einem etwaigen fakultativen Referendum auch auf Zustimmung stosse.