Kestenholz 
Jetzt können die Schwalben kommen

Am Mittwoch wurde in Kestenholz ein Turm für die Mehlschwalbe installiert.

Patrik Lützelschwab
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Installation des Schwalbenturms in Kestenholz.
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Transportiert und aufgerichtet wurde der Turm mit Hilfe eines Lastwagens der Urs Jakob AG aus Lausen BL.
Der Turm wird direkt beim Schulhaus und dem Parkplatz installiert.
Auf dem Nistboden wurden die 50 Nester angebracht.
Installation des Schwalbenturms in Kestenholz.

Installation des Schwalbenturms in Kestenholz.

Bruno Kissling

Mitte Oktober des letzten Jahres berichtete diese Zeitung, dass in der Gäuer Gemeinde ein Turm für die Mehlschwalbe erstellt werden sollte. Der kleine Vogel wird in der Schweiz als potenziell gefährdet eingestuft, da dieser kaum noch geeignete Nistplätze findet. Der Grund ist nicht das Klima. Die Schwalben haben viel mehr das Problem, ausreichend Nistmaterial zu finden. Dieses ist in den Siedlungsgebieten nicht zahlreich genug. Auch sei die Dachkonstruktion moderner Häuser ungeeignet für Schwalbennester.

Im Oktober war noch nicht klar, wie hoch die Kosten sein werden und auch eine Baubewilligung stand noch aus. Am 24. Oktober kam dann die erfreuliche Nachricht für den Natur- und Vogelschutzverein Kestenholz: Der Bau des Schwalbenturms wird genehmigt. Die Arbeiten am Turm begannen am Mittwochmorgen und dauerten etwas mehr als eine Stunde. Transportiert und aufgerichtet wurde der Turm mit Hilfe eines Lastwagens der Urs Jakob AG aus Lausen BL. Bei der Errichtung des Turms waren alle Mitglieder des Natur- und Vogelschutzvereins mit von der Partie und hielten das Geschehen fest. «Ursprünglich wollten wir den Schwalbenturm nahe des Kindergartens aufrichten, doch wegen eines Bauprojekts war dies nicht möglich», sagt Sebastian Studer vom Natur- und Vogelschutzverein.

Stattdessen wird der Turm direkt beim Schulhaus und dem Parkplatz installiert.
Mit Hilfe eines Krans wurde der ungefähr sechs Meter hohe Schwalbenturm Stück für Stück zusammengesetzt. Bereits um acht Uhr morgens stand der Mast auf dem 2,3 Tonnen schweren Betonsockel, welcher nicht im Boden verankert ist. «Dadurch, dass der Turm nicht im Boden versenkt ist, kann er leicht abgebaut und transportiert werden und ist somit sehr mobil», sagt Studer. Damit der Turm aber bei schwerem Wetter nicht umkippen kann, wurde im Innern des Mastes ein Gegengewicht montiert.

Nistboden mit 50 Schwalbennestern

Langsam hievte der riesige Kran des Lastwagens den Nistboden auf den Mast. Dafür waren mehrere Anläufe und Justierungen nötig, ehe dieser richtig aufsass. Auf dem Nistboden werden wenig später die 50 Nester angebracht, welche wie alle Teile des Turms von der gleichen, Baselbieter Firma angefertigt werden. «Der Nistboden sitzt auf einer Art Aufzug. So können die Nester heruntergeholt werden, um diese besser zu reinigen», erklärt Studer. Es handle sich dabei um eine Spezialanfertigung, die mit Hilfe einer Kurbel einfach bedient werden kann. Zum krönenden Abschluss wurde auf der Spitze des Mastes und oberhalb des Nistbodens das Dach montiert.

Eine gute Stunde nach Beginn der Arbeiten war der Grossteil des Aufbaus erledigt. Lediglich ein paar Muttern mussten noch am Betonsockel festgezurrt werden. Der erste Vogelturm der Gäuer Gemeinde steht damit und ist bereit, den ersten Mehlschwalben ein artgerechtes Zuhause zu bieten. In Oensingen und Egerkingen stehen bereits solche Türme.