Baugesuch
Jetzt geht's los: Der Startschuss für das Wisent-Projekt fällt

Das Projekt zur Wiederansiedlung des Wisents im Thal macht die ersten konkreten Schritte: Gestern sind die Baubewilligungsgesuche für die Elektrozäune publiziert worden.

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Das Projekt zur Wiederansiedlung des Wisents im Thal macht die ersten konkreten Schritte. (Archiv)

Das Projekt zur Wiederansiedlung des Wisents im Thal macht die ersten konkreten Schritte. (Archiv)

ZVG

Wenn das gestern in den lokalen Anzeigern publizierte Baugesuch erfolgreich ist, werden schon bald 7 bis 20 Wisente in einem Gehege bei Welschenrohr leben. Ausgeschrieben worden sind nun schon einmal die Gesuche für die Elektrozäune, innerhalb derer die Tiere dereinst leben sollen.

106 Hektaren gross wird das Gehege, auf dem die Wisente in den fünf Jahren, die das Projekt dauert, leben sollen. In den ersten zwei Jahren allerdings werden die Tiere innerhalb eines kleineren, 51 Hektaren grossen Geheges, einem Schaugehege, gehalten. Erst danach kommen sie ins grössere Gebiet. Laut Projektbeschrieb wird die ganze Fläche «elektrisch eingezäunt» und teils mit einem Zaun aus Drahtseilen ergänzt, der von Wildtieren wie Reh und Wildschweine problemlos passiert werden kann. Für Wisente aber sei er nicht überwindbar, wie aus anderen Wildparks nachgewiesen ist. Das Land, das der Bürgergemeinde Solothurn gehört, befindet sich auf Gemeindegebiet von Welschenrohr und Balm.

Stefan Müller-Altermatt, Präsident des Vereins Wisent Thal, weiss bereits, dass es Einsprachen geben wird. Dies sei ihm von den Jägern und aus dem Forst mitgeteilt worden. Er hofft, dass die Einwände im Rahmen der Einspracheverhandlungen aus dem Weg geräumt werden können. Dann könnte das Projekt im Mai oder im Sommer richtig gestartet werden könnte. «Aber das hängt alles von den Einsprachebehandlungen ab», so Müller-Altermatt.

Beim Baugesuch geht es nicht alleine um den Elektrozaun. Eingereicht wurden auch Gesuche um die Tierhaltebewilligung, die Tierversuchsbewilligung und das Gesuch für eine nachteilige Waldnutzung. Koordiniert wird dies alles vom kantonalen Amt für Raumplanung.
Das Projekt kostet 2,1 Mio. Franken und ist auf fünf Jahre befristet, was danach geschieht, ist offen. Es gehe bewusst nicht um eine Auswilderung der Tiere, steht im Projektbeschrieb. Die Wisente werden GPS-Halsbänder tragen. Eine wissenschaftliche Begleitgruppe soll beispielsweise die Nahrungswahl und das Verhalten der Herde untersuchen. (lfh)