Gäu
Jeder Dritte ist Mitglied bei Raiffeisen

Die Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt schliesst zwei Geschäftsstellen und weist einen tieferen Jahresgewinn aus.

Christa Arnet
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Sie orientierten über Geschäftsgang vor 200 Mitgliedern (v.l.): Verwaltungsrat René Horath, Verwaltungsratspräsident Iwan von Rohr, Bankleiter Andreas Furrer.

Sie orientierten über Geschäftsgang vor 200 Mitgliedern (v.l.): Verwaltungsrat René Horath, Verwaltungsratspräsident Iwan von Rohr, Bankleiter Andreas Furrer.

© Imagopress/Patrick Lüthy

Mit der Reduktion des Geschäftsstellennetzes von sieben auf fünf Standorte reagierten der Verwaltungsrat und die Bankleitung der Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt auf das veränderte Kundenverhalten. Dies erklärte Verwaltungsratspräsident Iwan von Rohr am Freitag in Niederbuchsiten vor rund 200 Mitgliedern.

Eine interne Erhebung hatte gezeigt, dass im letzten Jahr nur noch 20 Prozent aller Kunden regelmässig an den Bankschalter gekommen sind. Im Jahr 2010 waren es 28 Prozent. Immer mehr Leute tätigen ihre Bankgeschäfte online, Tendenz steigend. Dieser Umstand hatte den Verwaltungsrat veranlasst, ein Konzept für die Zukunft der Geschäftsstellen zu erarbeiten.

Es werde weiter alle Vertriebskanäle wie Geschäftsstellen, Bancomaten und Internet geben, so von Rohr. So würden auch in Härkingen und Neuendorf – wo die Filialen geschlossen wurden – die Bancomaten bestehen bleiben, solange sie genutzt werden. In den Geschäftsstellen werde es künftig aber vorwiegend um Beratung bei komplexen Finanzdienstleistungen gehen. Die Schliessung der beiden Geschäftsstellen sei also nicht primär eine Sparübung, sondern eine Neuorientierung.

Die nächste Massnahme in diese Richtung ist gemäss von Rohr «der Umbau der Geschäftsstellen Egerkingen, Oensingen und Wiedlisbach zu Beraterbanken. Bargeld wird hier künftig über Bancomaten bezogen». Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung im Geschäftsstellennetz würden sich der Verwaltungsrat und die Bankleitung weiterhin mit den erforderlichen Strukturen und der strategischen Planung auseinandersetzen.

Erfreuliches Geschäftsergebnis

Betreffend Geschäftsergebnis 2015 konnte Bankleiter Andreas Furrer Erfreuliches präsentieren: Der Jahresgewinn von 1,15 Millionen Franken verringerte sich nur geringfügig um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hingegen wuchs die Bilanzsumme um 3,6 Prozent auf 912,5 Millionen Franken an.

Die Kundengelder sind um 3,3 Prozent auf 769,2 Millionen Franken angestiegen und können mit den vermehrten Kundenausleihungen Schritt halten. Mit einer Zunahme von 3,1 Prozent auf 816,8 Millionen Franken konnte die Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt ihre starke Position im Hypothekargeschäft behaupten. Zudem können 94 Prozent der Hypotheken mit eigenen Kundengeldern refinanziert werden.

Haupteinnahmequelle der Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt ist nach wie vor das Zinsengeschäft: 2015 generierte es 10,7 Millionen Franken (Vorjahr 11 Millionen Franken), was 87 Prozent des Bruttoertrags ausmacht. «Das tiefe Zinsniveau und damit die schmale Zinsmarge fordern uns heraus, die Abhängigkeit vom Zinsengeschäft zu reduzieren und die Erträge zu diversifizieren», sagte Furrer. Deshalb wolle man im Anlagegeschäft und im Firmenkundengeschäft zulegen.

Des Weiteren stiessen im Geschäftsjahr 333 Neumitglieder zur Bank, aktuell beträgt der Mitgliederbestand 10 880 Personen. Bei rund 29 300 Einwohnern im Geschäftskreis mit 16 Gemeinden beträgt die Marktdurchdringung 37 Prozent. Die anwesenden Mitglieder genehmigten den Jahresabschluss 2015 einstimmig und beschlossen die Verzinsung der Anteilsscheine mit gleichbleibenden 3,5 Prozent.

Wahlen und Schlusspunkt

2015 ist die vierjährige Amtsperiode des Verwaltungsrats abgelaufen. Mit Ausnahme von Rudolf Reber stellten sich alle Verwaltungsräte zur Wiederwahl: Die Generalversammlung bestätigte die bisherigen Mitglieder Jörg Bürgi, Christof Haefeli, René Horath, Viktor Müller, Daniela Roth Schatzmann und Iwan von Rohr und wählte den Wirtschaftsprüfer Simon Rey aus Niederbipp als Nachfolger von Reber neu in den Verwaltungsrat.

Iwan von Rohr wurde für weitere vier Jahre als Präsident bestätigt. Wie üblich feierte die Bank das Jahresergebnis mit einem feinen Znacht und einem künstlerischen Rahmenprogramm – dieses Mal mit dem Duo Lunatic.