Während in den nicht katholischen Gebieten der Schweiz am Mittwoch bereits ein ganz normaler Arbeitstag war, wurde im Kanton Solothurn der Berchtoldstag von manchen Menschen als weiterer Tag der Besinnung angesehen. So auch in der katholischen Kirche Neuendorf, wo die Band Gäubones ihr traditionelles Neujahrskonzert veranstaltete. Kaum setzte die Dämmerung an diesem nebelfreien Tag ein, machten sich die Besucherinnen und Besucher auf den Weg. Die Kirche war gegen 17 Uhr fast voll.

Das Posaunenquartett, bestehend aus Aldo Nünlist, Thomas Ruckstuhl, Jörg Furrer und Manuel Imhof, wartete auf mit einem interessanten Programm. Es stand unter dem Motto: «Land der aufgehenden Sonne».

Neujahrskonzert der regionalen Band Gäubones

Neujahrskonzert der regionalen Band Gäubones.

Schon vorher wurde angekündigt: «Seit mehreren Jahren haben sich im Notenarchiv der Gäubones Stücke mit japanischem Hintergrund angesammelt.» Die Rede ist hierbei von Stücken, die entweder in Japan handeln oder aber tatsächlich japanisches Volksliedgut sind. Als die ersten Töne erklangen, wusste das Publikum: «So etwas haben wir noch nie gehört.» Exotisch, melancholisch, aber auch «lüpfige» Klänge hatten die vier Musiker vorbereitet.

Ruckstuhl überraschte zunächst einmal das Publikum mit seinem Google-Japanisch, wie er es nannte. Nach dem ersten Stück sprach er dann wieder auf Mundart, mit der Bemerkung: «Da bin ich auch froh.»

Mit «Flowers of Passion» spielte das Quartett ein japanisches Volkslied. Dabei war sehr schnell zu hören, dass die vier Musiker bestens harmonieren. Mit «Tokyo Triptych» von Philip Sparke ging es gleich weiter. Es ist ein Stück, das von drei Tokioter Stadtteilen handelt. Musikalisch war gut zu erahnen, dass in jedem Stadtteil ein anderer Puls schlägt. «Sakura Sakura» war wiederum eine Referenz an das japanische Kirschblütenfest.

Exotische Klänge

Ungewohnt und gerade deshalb sehr spannend waren die japanischen Klänge aus vier Posaunen. So klang auch das japanische Kinderlied «Little Elephant». Thomas Ruckstuhl brachte es auf den Punkt. Er meinte, dass der Inhalt des Kinderliedes etwa ähnlich sei wie jener unserer, geht es doch darin um die bedingungslose Mutterliebe.

Damit etwas Abwechslung ins Programm kam, interpretierten die vier Musiker auch Klassiker. So etwa «Mr. Sandman» oder «My Way». Stücke, die tausendfach gecovert worden waren, aber trotzdem, oder gerade deswegen, so erfolgreich sind. Besonders berührend war das Stück «Song for Japan», das 2011, als der Tsunami das Land heimsuchte, ein Youtube-Projekt war und auch von vielen berühmten Künstlerinnen und Künstlern interpretiert wurde.

Ruckstuhl sagte gegen Ende des Konzertes, dass der Auftritt in Neuendorf immer etwas Besonderes sei, denn dieser unterscheide sich von den anderen: «Während wir sonst mit Orchestern mit 30 bis 40 Leuten spielen, kommen die Leute heute Abend extra wegen uns vieren.» Wie es die meisten Fans vielleicht schon wissen: Der Name Gäubones hat in erster Linie nichts mit Knochen zu tun, sondern setzt sich aus dem Namen der Herkunftsregion der vier Gründungsmitglieder – dem Gäu – und dem zweiten Teil der englischen Bezeichnung für Posaune – «Trombone» – zusammen.