Balsthal
Ja zu Nummer sieben: Gemeinderat stimmt für einen weiteren Kindergarten

Der Balsthaler Gemeinderat bewilligt knapp die Eröffnung einer siebten Kindergartenklasse. Die Anzahl Schulkinder ist in den letzten Jahren stark gestiegen.

Peter Wetzel
Drucken
Teilen
Der bestehende Kindergarten im Mühlefeld wurde mit einem Bau in Modulbauweise erweitert. Doch es muss weiterer Kindergartenraum gesucht werden.

Der bestehende Kindergarten im Mühlefeld wurde mit einem Bau in Modulbauweise erweitert. Doch es muss weiterer Kindergartenraum gesucht werden.

Bruno Kissling

Zurzeit gibt es in Balsthal sechs Kindergartenabteilungen: je zwei am Rainweg, im Rainfeldschulhaus und im Mühlefeld. Im Mühlefeld wurde in Modulbauweise Raum für eine zweite Kindergartenklasse erstellt. Diese wurde seit Schulbeginn dieses Jahres in einem Provisorium geführt. Nach den Herbstferien konnte nun der Erweiterungsbau im Mühlefeld, der in Modulbauweise erstellt wurde, bezogen werden. Für den neu erstellten Modulbau wurde ein Investitionskredit von 575'000 Franken und ein Zusatzkredit für den Verbindungstrakt von 70'000 Franken gesprochen. Die Abrechnung liegt noch nicht vor. Es ist vorgesehen, im November einen Tag der offenen Türe durchzuführen, um der Bevölkerung die neuen Räumlichkeiten zu zeigen.

Doch im Bereich Kindergarten rückt ein weiteres Raumproblem in den Vordergrund. Gesamtschulleiter Kuno Flury kündigte an: «Die Eröffnung einer weiteren Kindergartenabteilung ist aus der Sicht der Schulleitung unabdingbar.» Dies sei eine Folge der regen Bautätigkeit und der zahlreichen Zuzüge. Damit sei die Anzahl an Kindern an der Schule stark gestiegen. Für das Schuljahr 2020/2021 werden im Kindergarten 147 Schüler erwartet, was einem Klassendurchschnitt von rund 25 Kindern entspricht. Angestrebt wird eine durchschnittliche Schülerzahl von 20 Kindern pro Abteilung.

Wo wird die neu bewilligte Klasse unterrichtet?

Im Gemeinderat entstand eine lebhafte Diskussion über die neue Abteilung. Der Gesamtschulleiter Flury erklärte, dass Klassen mit über 24 Kindern kaum mehr zu führen seien. Vor allem für die Vierjährigen stelle die erste Kindergartenzeit in einer so grossen Gemeinschaft mit zahlreichen Fremdsprachigen teilweise eine Überforderung dar. Dazu kämen Verhaltensauffälligkeiten einiger Kinder, die sich fordernd, respektlos, verweigernd und aggressiv zeigen würden.

Mit vier gegen drei Stimmen bei einer Enthaltung wurde der zusätzlichen Abteilung knapp zugestimmt. Geeignete Räumlichkeiten aber seien aktuell nicht vorhanden, sagte Flury. Eine Lösung müsse aber gefunden werden. Der Pensenplanung für das kommende Schuljahr, in der die neue Kindergarten-Abteilung bereits integriert ist, stimmte der Rat aber mit grossem Mehr zu.

Zweite Vorprüfung der Nutzungsplanung

Der Gemeinderat überwies das Nutzungsplandossier «Papieri-Areal» im Juli 2018 an das Amt für Raumplanung zur Vorprüfung. Das Amt stellte fest, dass die gesetzlichen Anforderungen gemäss Planungs- und Baugesetz nicht erfüllt seien und forderte eine Überarbeitung. Die bemängelten Punkte wurden bereinigt und dem Gemeinderat im September 2019 vorgestellt. Der Rat nahm nun vom überarbeiteten Gestaltungsplan «Papieri-Areal» mit Sonderbauvorschriften Kenntnis und beschloss die Freigabe zur erneuten Vorprüfung. In diesem Zusammenhang wurde die Firma BSB+Partner Oensingen mit der Erarbeitung des Teilzonenplans für die Parzelle GB Balsthal Nr. 2196 zum Preis von 11 300 Franken beauftragt.

Motion rechtswidrig und unzulässig

An der Gemeindeversammlung vom 17. Juni 2019 reichte der Präsident der «kritisch-konstruktiven Bauschtler» (kkB), Hans Heutschi, eine Motion ein. In dieser fordert er unter anderem, dass bis zur nächsten Gemeindeversammlung die Bauvorhaben und weitere Bewilligungen von Neubauten und Grossprojekten auszusetzen seien. Der Gemeindeversammlung seien effektive Zahlen bezüglich des Bevölkerungszuwachses seit der Genehmigung des Räumlichen Leitbildes 2014 vorzulegen. In Balsthal würden viele Wohnungen leer stehen, aber es werde weiterhin ungebremst gebaut (wir berichteten).

Im August beschloss der Gemeinderat, mit dem Motionär das Gespräch zu suchen. Diese Aussprache fand statt, brachte aber keine Einigung. Heutschi hält an seiner Motion fest. Der Rat stellte fest, dass die Motion des kkB-Präsidenten unzulässig, bzw. rechtswidrig sei und wies diese zurück. Der Entscheid wird dem Motionär eröffnet.