Es ist der Initiative des Präsidenten der Thaler Gemeindepräsidentenkonferenz, Kurt Bloch zu verdanken, dass dieses Gremium vor einigen Wochen beschlossen hatte, dass alle Thaler Gemeinden einen freiwilligen Beitrag zur Verkehrsanbindung Thal leisten wollen. Rund 2 Millionen Franken sollen so der Gemeinde Balsthal zukommen, welche als Standortgemeinde mit rund 7 Millionen Franken den Hauptanteil des geplanten Umfahrungsprojekts zu leisten hat. Die anwesenden 42 Mümliswiler enttäuschten Bloch nicht: Mit grossem Mehr wurde beschlossen, den Mümliswiler Obolus von insgesamt 604 000 Franken, verteilt auf zehn Jahre – also rund 60 000 Franken pro Jahr – ins Budget aufzunehmen. Vorbehalten bleibt die Kreditbewilligung durch den Kantonsrat für die Verkehrsanbindung Thal oder beim Zustandekommen des fakultativen Referendums die Zustimmung des Stimmbürgers.

Erneute Flachdachsanierung

Ein anderes Geschäft hatte es schwerer bei den Stimmbürgern durchzukommen. Der Kredit von 930 000 Franken zur Sanierung der Flachdächer des Schulhauses und der Sporthalle Brühl. Bei der Anlage aus dem Jahr 1976 mussten die Dächer 1999 saniert werden. Im Jahr 2012 wurde dann festgestellt, dass die Isolation an gewissen Stellen durchnässt war. Glücklicherweise verhindere die Dampfsperre das Eindringen von Wasser, erörterte Ingenieur Robert Suter die Situation. Die Isolation sei aber völlig durchnässt, was sich insbesondere bei den Isolationswerten und damit bei den Energiekosten bemerkbar mache. Der Gemeinderat habe eine Total- oder Teilsanierung diskutiert und sei zum Schluss gekommen, dass nur eine Totalsanierung Sinn mache. Die so entstehenden Kosten würden 422 000 Franken für den Schultrakt und 462 000 Franken für den Sporttrakt betragen. Es entspann sich eine längere Diskussion, ob es tatsächlich notwendig sei, das ganze Dach neu zu sanieren. Die Unsicherheiten bei den Stimmbürgern überwogen, und so wurde beschlossen, das Geschäft vorerst zurückzustellen. Im Gemeinderat sollten weitere Möglichkeiten der Sanierung besprochen werden.

Dagegen folgten die Stimmbürger einstimmig den Anträgen aus dem Gemeinderat für den Ersatz der Wasser und Abwasserleitung gleichzeitig mit der Sanierung der Dorfstrasse von Liegenschaft Möbel Kamber bis in den Bereich Limmernbachbrücke durch den Kanton. Dafür wird ein Bruttokredit von 250 000 Franken benötigt. Ein weiterer grösserer Brocken an Geld verschlingt die Umsetzung des Löschwasserkonzepts für 330 000 Franken, welches 2019 umgesetzt werden soll. Auch dieser Kredit wurde bewilligt.

Ertragsüberschuss 2019

Das Budget 2019 von Mümliswil-Ramiswil sieht einen Ertragsüberschuss von rund 200 000 Franken vor. Als Nettoinvestitionen sind 1,81 Mio. Franken budgetiert. Bei den Spezialfinanzierungen sollten die Wasserversorgung mit einem Ertragsüberschuss von 120 000 Franken; die Abwasserbeseitigung mit einem Aufwandüberschuss von 13 000 Franken und die Abfallbeseitigung mit einem Ertragsüberschuss von 13 500 Franken abschliessen.
Die Steuersätze werden beibehalten: 127 Prozent für natürliche Personen, 110 Prozent für juristische Personen. Aus dem Finanzausgleich soll Mümliswil 2,7 Mio. Franken erhalten, das sind 34 000 Franken weniger, als im vergangenen Jahr. Diese Schlechterstellung sei vor allem auf die verbesserte Steuerkraft zurückzuführen, erklärte Bloch. Die Anträge des Gemeinderates wurden allesamt einstimmig von der Gemeindeversammlung genehmigt.
Bloch informierte noch kurz in Sachen Unterschriftensammlung zum Erhalt der Poststelle. «Wir halten an unserer Forderung fest. 1500 Unterschriften verlangen, dass die Poststelle im Dorf bleibt.» Mit einer Gegenstimme schliesslich verabschiedete die Versammlung die Charta für weitere zehn Jahre Naturpark Thal und bewilligte den Park-Fünfliber pro Einwohner.