Gemeindepräsident Stefan Müller konnte 27 Stimmberechtigte an der Budgetgemeindeversammlung begrüssen. Er informierte die Versammlung über den neusten Stand des Projekts «Treffpunkt Herbetswil»: Die Gemeinde kaufte die Liegenschaft Kirchstrasse 7 im Jahr 2013.

Anstoss für den Kauf war seinerzeit die Schliessung des Dorfladens. Der Gemeinderat wollte das Dorfzentrum wieder beleben sowie gegen Spekulation und Verfall schützen. Gleichzeitig sollte die Option eines Dorfladens, eines echten Dorfzentrums, aufrechterhalten bleiben.

Einen Investor gefunden

In einem kleinen Architekturwettbewerb entwarf Architekt Conrad Sidler ein Projekt mit 12 Wohnungen und einem möglichen Ladenlokal im Parterre. Stefan Müller informierte, dass für das Projekt «Treffpunkt Herbetswil» nun ein Investor gefunden werden konnte. Der Gemeinderat schlägt vor, das Projekt an die Firma Furler und Partner Architektur AG zu verkaufen.

Während die Investoren die Wohnungen realisieren, gibt die Gemeinde eine Absichtserklärung ab, das Parterre für ein Ladenlokal zurückzukaufen. Der Baubeginn ist im August 2018 geplant. Die Wohnungen werden voraussichtlich ab März 2020 bezugsbreit sein. Der Gemeinderat versucht, bis Mitte eine Konsumgenossenschaft für den Betrieb des Ladenlokals zu gründen. Die Stimmberechtigen genehmigen den Verkauf der Liegenschaft einstimmig.

Finanzverwalterin Gabriela Huber erläuterte das Budget 2018. Die Erfolgsrechnung sieht einen Aufwandüberschuss von 71'247 Franken vor. Als Kostentreiber und einer der Hauptgründe für den Aufwandüberschuss wurden die hohen Kosten für die Sonderschulen und die allgemein hohen Nettokosten im Bildungs- und Sozialbereich ausgemacht.

Die Spezialfinanzierung Wasserversorgung schliesst ausgeglichen, bereitet wegen der hohen Abschreibungen der neuen Werke (Wassererschliessung der Berghöfe) aber zunehmend Sorgen. Die Spezialfinanzierung Abwasserbeseitigung sowie die Spezialfinanzierung Abfallbeseitigung schliessen mit einem Defizit. Bei gleichem Steuerfuss von 133 Prozent für natürliche und juristische Personen sind Steuereinnahmen von 1,1 Million Franken budgetiert worden.

Infogram: Budget Herbetswil

Investitionen von 170'000 Franken

Der Neubau der Fuchsackerstrasse und die im Genellen Wasserprojekt (GWP) geplante Wasserleitung in der Fuchsackerstrasse sind im 2018 geplant. Die Kosten dieser Investitionen werden auf zwei Jahre verteilt. Für den Neubau der Fuchsackerstrasse sind für das Jahr 2018 50 000 Franken und für die Wasserleitung 60'000 Franken budgetiert. 60'000 sind für den Neubau der Brunnstube vorgesehen. Netto werden somit 170'000 investiert. Die Versammlung folgen allen Anträgen des Gemeinderates und genehmigen sowohl das Budget wie auch die Beibehaltung des Steueransatzes von 133 Prozent ohne weitere Diskussionen einstimmig.

Da ab 2018, wie im Vertrag der Feuerwehr-Mittelthal vereinbart wurde, die Nettokosten der Feuerwehr Mittelthal auf die Gemeinden verteilt werden, muss die Feuerwehr-Ersatzabgabe in allen Gemeinden gleich hoch sein. Die Feuerwehr-Ersatzabgabe von Herbetswil wird deshalb auf 12 Prozent der einfachen Staatssteuer gesenkt. Die Stimmberechtigen genehmigten die Anpassung der Feuerwehr-Ersatzabgabe mit 26 Stimmen bei einer Enthaltung.

Einstimmig genehmigte die Gemeindeversammlung auch die Revision der Schulordnung. Grund für die Revision der Schulordnung war der neue Zusammenarbeitsvertrag der Primarschulen Aedermannsdorf und Herbetswil.