Welschenrohr
In Welschenrohr wird Nahrung für Chinas Babys produziert

Wie wichtig Wirtschaftsbeziehungen mit China sind, kam beim Infoanlass der FDP Thal-Gäu in der Bimbosan AG zum Ausdruck. Mit der Eröffnung eines KMU-Centers in China bietet die FHNW Firmen Unterstützung an, um in China Fuss zu fassen.

Walter Schmid
Merken
Drucken
Teilen
Referenten und Gäste und Gastgeber (v.l.): Ruedi Nützi, Direktor FHNW, Remo Ankli, Regierungsrat, Rolf Stadelmann, Parteipräsident, und Daniel Bärlocher, Geschäftsführer Bimbosan.

Referenten und Gäste und Gastgeber (v.l.): Ruedi Nützi, Direktor FHNW, Remo Ankli, Regierungsrat, Rolf Stadelmann, Parteipräsident, und Daniel Bärlocher, Geschäftsführer Bimbosan.

Walter Schmid

Seit über 80 Jahren, davon seit 1983 in Welschenrohr, verkauft die Firma Bimbosan Babynahrung. Im letzten Jahr erfolgten die ersten Lieferungen nach China. In diesem Jahr tritt das Freihandelsabkommen Schweiz – China in Kraft. Dies nahm die FDP Thal-Gäu zum Anlass, um über die Handelsbeziehungen mit China zu orientieren.

Steigende Nachfrage

Dazu waren die Besucher in die Firma Bimbosan in Welschenrohr geladen, wo Präsident Rolf Stadelmann eine stattliche Zahl Teilnehmer begrüssen konnte. Marc Rütti führte sie in Schutzkleidung durch die geräumigen Hallen mit Abfüllanlagen, Lager, Spedition. Geschäftsführer Daniel Bärlocher stellte seinen Betrieb vor und wies auf die Erschliessung des riesigen chinesischen Marktes hin. Dort sei die Nachfrage nach Milchprodukten stark gestiegen. «Nach verschiedenen Skandalen ist das Vertrauen in die eigenen Produkte geschwunden und die Nachfrage nach ausländischer Babynahrung stark gestiegen», stellte Bärlocher fest. Die Chinesen wollten für ihre Kinder nur das Beste und seien auch bereit, höhere Preise zu zahlen.

Viele Stolperstein

Mit der Teilnahme an der Messe in Harbin, einer Stadt mit 10 Mio. Einwohnern, einer Pressekonferenz und der Lieferung von drei Containern voll Bimbosan-Produkten ist es gelungen, in China Fuss zu fassen. «Der Aufbau solcher Beziehungen ist nicht einfach und bietet viele Stolpersteine», berichtete Ruedi Nützi, Direktor der Hochschule für Wirtschaft an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Er pflegt seit 19 Jahren die Beziehungen mit China und kennt die Eigenheiten der Abläufe.

Erleichterungen bringe nun das Freihandelsabkommen. Trotzdem gebe es noch genügend Hemmnisse, die einen reibungslosen Ablauf behindern können. «Die Schweiz hat in China durchaus Chancen, es gilt unsere Vorzüge wie Bildung, Wettbewerbsfähigkeit, seriöse Arbeit zu nutzen», erklärte Nützi.

KMU-Center leistet Starthilfe

Mit der Eröffnung eines KMU-Centers in China bietet die FHNW Firmen Unterstützung an, um in China Fuss zu fassen. Ein Aufenthalt in China gibt Schweizer Studenten Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln und sich in einem komplett andern Umfeld zurechtzufinden. Zudem waren hundert chinesische Kaderleute zu Besuch in Olten, um die schweizerischen Verhältnisse kennen zu lernen. Chinesen schätzten nämlich die Schweiz, weil sie als eines der ersten Länder die Volksrepublik China anerkannte, weil sie wettbewerbsfähig ist und weil sie ein Land mit intakter Gesellschaft, Umwelt und Natur ist. So kommen die Chinesen gerne in die Schweiz und geben auch gerne ihr Geld aus.

Für seine zwanzigjährige Tätigkeit um den Aufbau der Beziehungen zwischen der Schweiz und China darf Ruedi Nützi demnächst einen Preis in Empfang nehmen. Dies berichtete Regierungsrat Remo Ankli, selber in China zu Besuch. Er hob die Bedeutung der Handelsbeziehungen mit China für die Solothurner Wirtschaft hervor.