Welschenrohr
In Welschenrohr ist der angestrebte Wärmeverbund zum Greifen nahe

Die mittels Holzschnitzeln betriebene Heizzentrale stösst auf reges Interesse. Mit der geplanten Anlage können jährlich rund 264000 Liter Heizöl eingespart werden.

Walter Schmid
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Die nahe der Schulgebäude gelegene ehemalige Postgarage ist als Standort für die Heizzentrale vorgesehen.wsw

Die nahe der Schulgebäude gelegene ehemalige Postgarage ist als Standort für die Heizzentrale vorgesehen.wsw

Walter Schmid

Die Arbeitsgruppe, die sich mit der Planung eines Wärmeverbundes befasst hat, legt ihren umfassenden Bericht vor. Bereits konnten 29 Interessenten gefunden werden, die einen möglichen Anschluss in Betracht ziehen. Dabei sind auch die Liegenschaften der Gemeinde, die einen wesentlichen Teil ausmachen: zwei Schulhäuser, das Mehrzweckgebäude, der Thalhof und die Rosetta, wo die Gemeinde im Besitz der Kanzleiräume ist.

Bruno Schindelholz von der Schindelholz Engineering Welschenrohr stellte dem Gemeinderat das Projekt vor. Bei der Bearbeitung des Sanierungskonzepts für die Beheizung der Schulhäuser entstand die Idee eines Wärmeverbundes für das Dorfzentrum und die Industrie. Mit dem Kauf der Liegenschaft Postgarage an der Kreuzung Balmbergstrasse-Dünnernstrasse bietet sich ein idealer Standort für die Heizzentrale an, wobei das bestehende Gebäude mit einigen Anpassungen genutzt werden kann.

Die Zentrale mit einer Holzschnitzelheizung käme somit in unmittelbare Nähe zu den Schulgebäuden zu liegen. Diese weisen bereits einen Wärmeverbund auf, erstellt beim Bau des Mehrzweckgebäudes Dünnerehof. Ein zweiter Strang führt der Dünnern entlang zu den Industriebauten. Die Gebäude im Zentrum wie Thalhof, Post, Rosetta werden durch den dritten Ast erschlossen, der führt hinauf bis zum Kindergarten, zur Kirche und zum Pfarrhaus. Schliesslich ist ein vierter Strang geplant Richtung Unterdorf bis zum Gasthof Kreuz.

Der Wärmeverbund soll kostendeckend und ohne Gewinnabschöpfung erstellt und betrieben werden. Als Trägerschaft ist eine Genossenschaft bestehend aus Mitgliedern und Vertretern der Wärmebezüger vorgesehen. Dazu braucht es die Vertragswerke wie Statuten, Reglemente, Tarife, Lieferverträge für Heizenergie, Vertrag über Betrieb und Unterhalt sowie Liefervertrag für Holzschnitzel. Die Planung rechnet im vollen Ausbau mit 2,6 Mio. kWh Energieproduktion, was 264 000 Liter Heizöl entspricht, aber 2600 Kubikmeter Schnitzel erfordert. Die Gesamtkosten für Zentrale, Netz und Projektierung werden auf 3 Mio. Franken geschätzt. Von der öffentlichen Hand sind 105 000 Franken zu erwarten.

Der Gemeinderat stellt sich einstimmig hinter das Projekt. Er ist bereit, die Postgarage im Baurecht zur Verfügung zustellen und die gemeindeeigenen Gebäude anzuschliessen. Darüber wird an einer Gemeindeversammlung orientiert und entschieden. Die Arbeitsgruppe Wärmeverbund wird mit der Gründung einer Genossenschaft beauftragt. Zudem sei die Planung voranzutreiben. Für mögliche Bezüger sind vor allem die zu erwartenden Kosten für Anschluss, Installation und Betrieb entscheidend.

Auch das Thal braucht eine gewisse Entwicklung. Eine dezentrale Besiedlung ist wünschenswert. Einzonungen von Bauland soll weiterhin möglich sein. Von unversehrten Landschaften und biologischer Vielfalt kann niemand leben. Muss das Thal büssen für Sünden, die vor dem Berg begangen wurden? Dies sind einige Voten aus dem Gemeinderat zum Kantonalen Richtplan. In seiner Stellungnahme will der Rat mit Nachdruck auf die Verkehrsprobleme (Klus), das Arbeitsplatzangebot und die Entwicklung der Siedlungsgebiete hinweisen.

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