Sondereinheit Falk
In Oensingen ist ab sofort Ende Feuer für die Sondereinheit Falk

Bevölkerung in Oensingen klagte über die Lärmbelastung. Der Gemeinderat reagierte und trat mit der Kantonspolizei in Kontakt. Diese hat nun reagiert und die Sondereinheit trainiert ab sofort nicht mehr in Oensingen.

Alois Winiger
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Im Leuentäli, am Fuss der Lehnfluh liegt die Schiessanlage der Pistolenclubs Oensingen

Im Leuentäli, am Fuss der Lehnfluh liegt die Schiessanlage der Pistolenclubs Oensingen

WAK

Nicht selten hätte man in letzter Zeit glauben können, es sei in Oensingen eine wilde Schiesserei im Gang. Leute im ganzen Dorf waren zuerst verunsichert, militärische Truppen waren keine zu sehen. Man stellte mit der Zeit fest, dass der Schiesslärm vom Leuentäli herkam. Dort am Fuss der Lehnflue, am südlichen Ausgang der Klus, befindet sich der Schiessstand der Pistolenschützen Oensingen.

Es ist aber nicht dieser Verein, der für den Lärm verantwortlich war, sondern die Kantonspolizei, genau gesagt deren Sondereinheit Falk. Diese führte immer wieder Schiesstrainings durch, die bis zu einem Tag lang dauern konnten. Ihrem Auftrag als Sondereinheit entsprechend gestaltete sich denn auch das Schiessprogramm, und das bestand nicht bloss aus Einzelschüssen auf eine Scheibe. Da ging es schon deutlich heftiger zur Sache. Daneben wirkte das Training der übrigen Angehörigen der Kantonspolizei schon fast harmlos und wurde weniger wahrgenommen.

Entwarnung für Oensingen

Jetzt kann in Oensingen Entwarnung gegeben werden: Es werden zwar weiterhin Polizeibeamte im Leuentäli mit ihren Pistolen Schiessübungen machen, aber in erträglichem Mass. Die Sondereinheit Falk wird nicht mehr dabei sein. Diese trainiert bereits woanders, wie Andreas Mock, Mediensprecher der Kantonspolizei, erklärt. Wo das ist, verrät er allerdings nicht.
Der Schiesslärm aus dem Leuentäli hatte schon seit längerem Anlass zu Reklamationen gegeben. Schliesslich war er fast im ganzen Dorf zu hören. Die Reklamationen nahmen insbesondere zu, seit die Bevölkerungszahl im westlichen Teil des Dorfes angewachsen ist.

Insgesamt kamen pro Jahr rund 50 Tage zusammen, an denen Angehörige des Polizeikorps' - inklusive Sondereinheit - im Leuentäli Schiessübungen machten. Dies konnten gemäss Angaben der Polizei jeweils von 08.15 bis 17.20 Uhr dauern, unterbrochen von einer guten Stunde Pause am Mittag. Mit dem Wachsen der Lärmemissionen, ausgehend in erster Linie vom Training der Sondereinheit, stieg auch die Anzahl der Reklamationen.

Als wäre es Serienfeuer

Der Gemeinderat reagierte bereits vor einiger Zeit auf die Reklamationen und trat mit der Kantonspolizei in Kontakt. «Schon allein beim Hinhören konnte man davon ausgehen, dass die tolerierte Lärmgrenze überschritten sein muss», berichtete im Gemeinderat der zuständige Ressortleiter Sicherheit, Volker Nugel. «Manchmal war der Lärm ausserordentlich intensiv und man hatte den Eindruck, es werde im Serienfeuer geschossen.» Aber das sei nicht so gewesen, erläuterte Nugel. «Das kam daher, wenn die Beamten Schüsse im Sekundentakt abgaben. Dann hallte es von ringsum her.» Dieser Zustand sei nicht mehr zumutbar gewesen, und zwar nicht nur für die unmittelbare Umgebung im westlichen Dorfteil.
Die Gemeinde liess neutrale Lärmmessungen durchführen. Das Resultat war eindeutig, das kantonale Amt für Umwelt stellte fest: «Die Schiessanlage Leuental erfüllt die Anforderungen der Lärmschutz-Verordnung nicht.»

Auf einen Standort konzentrieren

Die Polizei hat wie erwähnt bereits reagiert. Der Pistolenclub Oensingen kann sich Zeit lassen, wie im Gemeinderat erwähnt wurde. Man wolle keinesfalls weder den Schiesssport aus der Gemeinde verbannen, noch die Polizei vergrämen. Angestrebt wird jedoch mittelfristig, den Schiesssport auf einer einzigen Anlage zu konzentrieren.
Sinnvoll erscheine dafür die Schiessanlage Gerteten, östlich ausserhalb des Dorfes. Erste Abklärungen beim Amt für Raumplanung ergaben, dass dies möglich wäre. Jetzt, da die Ortsplanungsrevision läuft, wäre dazu der richtige Zeitpunkt, stellte der Gemeinderat fest und erteilte der Ortsplanungskommission den Auftrag, einen Vorschlag auszuarbeiten. Das Areal liege topografisch ideal, der Lärmschutz dürfte kaum Probleme machen.

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