Holderbank
«In Holderbank ist man eher bereit, auf die Kostenbremse zu treten»

Wie geht es in Holderbank weiter nach dem Nein der Gemeindeversammlung zum Sanierungsplan und der Steuererhöhung? Die Gemeinde will lieber sparen. «Bei der Gemeindeverwaltung zum Beispiel, die kostet zu viel», so Gemeindepräsident Urs Hubler.

Alois Winiger
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Die Finanzlage von Holderbank muss sich gewaltig verbessern.

Die Finanzlage von Holderbank muss sich gewaltig verbessern.

Hanspeter Bärtschi

Der Versuch scheiterte, die Finanzkrise der Gemeinde Holderbank zur Hauptsache mit einer Steuererhöhung zu bewältigen. Statt den Steuerfuss, wie vom Kanton vorgeschlagen und vom Gemeinderat beantragt, von 130 auf 150 Prozent anzuheben, akzeptierte die Gemeindeversammlung lieber einen weiteren Aufwandüberschuss: Im Budget 2014 sind es in der laufenden Rechnung 284 160 Franken.

Steht die Gemeinde nun vor einem Scherbenhaufen? «Nein, so sehe ich das nicht», entgegnet Gemeindepräsident Urs Hubler. «Es kam deutlich zum Ausdruck, dass man in Holderbank eher bereit ist, auf die Kostenbremse zu treten, als mehr Steuern zu bezahlen.»

«Das riecht nach Fusion»

Diese Steuererhöhung sei schon deswegen bei den Leuten in den falschen Hals geraten, weil der Vorschlag vom Kanton gekommen war, glaubt Hubler.

Schlecht aufgenommen worden sei auch der Zusammenschluss der Schule oder der Verwaltung mit einer anderen Gemeinde. «Auch wenn es fürs Zusammenlegen von Bereichen Geld geben würde, so wie es im Sanierungsvertrag vorgeschlagen wird: Für die Holderbanker riecht das nach Fusion. Und das löst Angst und Widerstand aus.»

Vorschlag statt Antrag

Die Budgetgemeindeversammlung ist bekanntlich stark emotionsgeladen verlaufen. Aber dies nicht nur alleine wegen der happigen Steuererhöhung, wie Urs Hubler rückblickend feststellt. «Es war nicht gut, dass wir für die Massnahmen des Sanierungsplanes gleich mit einem Antrag gekommen sind.» Vorerst mal als Vorschlag darzulegen wäre besser gewesen. «Und die Leute im Voraus besser informieren hätte ebenfalls geholfen. Doch der Zeitplan war sehr eng.»

Unglücklicherweise habe es auch noch Probleme gegeben mit der Gemeindehomepage, aktualisieren war nicht mehr möglich. Hubler will sich dafür einsetzen, dass dieses Manko bald behoben wird.

Verwaltung im Visier

In Holderbank will man also lieber sparen, als mehr Steuern zahlen. Aber wo? «Bei der Gemeindeverwaltung zum Beispiel, die kostet zu viel. Es braucht nicht so lange Öffnungszeiten», antwortet Urs Hubler.

Im Gemeinderat habe man bereits darüber diskutiert. Ob die Schulzusammenlegung mit einer anderen Gemeinde wirklich etwas bringt, sei hingegen fraglich. «In den Sanierungsplan werden wir sie trotzdem aufnehmen.»

Sicher vorschlagen werde man den Verkauf der aus dem Marcel-Bader-Fonds finanzierten Liegenschaft in Grenchen, ein Sechsfamilienhaus, Verkehrswert rund 1,2 Mio. Franken. «Daraus könnten wir gut 600 000 Franken lösen und der Kanton würde für das Ausführen dieser Massnahme noch rund 130 000 Franken drauflegen.» Wichtig sei jetzt, betont Urs Hubler, nicht auf Panik zu machen. Sondern sich noch auf die Suche nach Lösungen machen und dann offen darüber informieren.

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