Pastoralraum Gäu
«In ein paar Jahren werden wir stolz auf dieses Werk zurückblicken können»

Die römisch-katholischen Pfarreien Härkingen, Egerkingen, Oberbuchsiten, Neuendorf und Fulenbach feierten gemeinsam mit Bischof Felix Gmür die Errichtungsfeier des neuen Pastoralraums Gäu.

Karin Schmid
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Errichtungsfest Pastoralraum Gäu mit Bischof Felix Gmür sowie (h.v.l.): Johannes Rösch, Priester Josef Csobanczy, Beatrice Emmenegger, Pater Vincent Thallapalli und Pastoralraumleiter Adrian Wicki.

Errichtungsfest Pastoralraum Gäu mit Bischof Felix Gmür sowie (h.v.l.): Johannes Rösch, Priester Josef Csobanczy, Beatrice Emmenegger, Pater Vincent Thallapalli und Pastoralraumleiter Adrian Wicki.

Bruno Kissling

Was am 27. Oktober 2012 mit den Vorarbeiten begann, fand am 28. September 2013 sein Ende, um gleichzeitig einen Neuanfang einzuläuten: die Errichtungsfeier des neu geschaffenen römisch-katholischen Pastoralraums Gäu zum Abschluss der ersten Etappe.

Dazu begrüsste der neue Pastoralraumleiter Adrian Wicki, Gemeindeleiter in Härkingen, die Gäste aus den beteiligten Gemeinden Fulenbach, Egerkingen, Härkingen, Neuendorf und Oberbuchsiten in der gut gefüllten Stephanskirche in Fulenbach.

Wicki bezeichnete die Errichtungsfeier als eine Art Aufrichtefest. «Ein anderes Bild ist die Grundsteinlegung. Wie immer das Bild aussieht, das jemand davon vor sich hat. Eines haben alle gemeinsam: Wir sind nicht alle am gleichen Punkt, doch wir stehen alle am Anfang eines spannenden Weges.»

Im Vorfeld hätten sich die fünf Seelsorger für zwei Tage in Mariastein getroffen. «Sie waren geprägt von Miteinander und Offenheit», erzählte Wicki und betonte im Hinblick auf die nächsten Monate im Pastoralraum: «Wir wollen keinen Sprint hinlegen, sondern die Schritte behutsam gehen.»

«Glauben, weil wir Leben wollen»

Als erste im Bistum Basel feiere die Gemeinschaft in Fulenbach das Patronat von Urs und Viktor, erklärte Bischof Felix Gmür zum Einstieg sein besonderes, rotes Gewand. «Wir glauben, weil wir das Leben wollen. Das ist die Aufgabe eines Pastoralraums.»

Anschliessend ging er auf die beiden zuvor gehörten Texte ein. «Die Apostel spielen hier mit einer Lebenserfahrung: mit dem Verzicht, dem Verlassenwerden. Die Trauer und das Darben deswegen ist eine Seite der Erfahrung. Auf der anderen Seite schmeckt das Dessert nach dem Fasten besser, nach dem Lernen herrscht bei einer bestandenen Prüfung ein Gefühl der Genugtuung, das Durchstehen einer Durststrecke macht stolz.»

Dieses Paradoxum gebe es auch im geistlichen Leben, so der Bischof weiter. «Wir wissen, glauben, dass Christus es gut will, sehen aber gleichzeitig, dass Menschen leiden und nichts einfach ist. Zum christlichen Glauben gehört es, die Gegenwart anzusehen mit einem Blick darauf, was Gott damit in dieser Welt will: dass wir das, was wir in unserem alltäglichen Leben erkennen – Stress, Überforderung, spielende Kinder – im Licht und in der Schönheit sehen, die Gott uns gibt.» Damit leitete er zum Slogan des neuen neuen Pastoralraums über: «Den Glauben ins Spiel bringen.»

Mit 5000 Katholiken sei der Pastoralraum Gäu nicht so gross, stellte der Bischof fest. «In diesem Gebiet kann man sich kennen.» Der Pastoralraum lade dazu ein, sich zu treffen und ein Miteinander zu leben. «Dafür müssen wir uns auch einmal auf die hinteren Beine stellen, um durch Bedrängnis zu gehen. Doch das bringt uns Geduld – und Zeit, uns kennenzulernen und uns zu bewähren, damit das Leben im neuen Pastoralraum ein gutes wird und es nach der Aufrichtefeier auch zur ‹Husräuckete› kommt.»

Härkinger Pastoralraumleiter

Nach dem offiziellen, der Einfachheit halber abgekürzten Errichtungsakt setzte Bischof Felix Gmür die bewährten Seelsorger/-innen in ihre neue Funktionen ein: Adrian Wicki, Gemeindeleiter von Härkingen, leitet den Pastoralraum. Als Pastoralpriester amtet der Egerkinger Pfarrer Josef Csobanczy, als Kaplan Pater Vincent G. Thallapalli (Oberbuchsiten). Während Beatrice Emmenegger (Neuendorf) und Johannes Rösch (Fulenbach) als Pastoralassistenten tätig sind, wirkt Regina Bärtschi-Felber im ganzen Raum als Katechetin.

Eduard Jäggi (Härkingen) gab seiner Freude Ausdruck über die ausserordentliche Organisation, die im Pastoralraum Gäu realisiert werden konnte. Nach Auskunft des Zweckverbandpräsidenten ist es Standard, dass ein Pastoralraum vom Bischof geleitet wird, unterstützt von einem Hilfspriester. «Seit 1. August arbeiten die Seelsorger nach den neuen Regeln des Pastoralraums Gäu zusammen. Die ersten Veränderungen sind bereits spürbar, weitere werden auf uns zukommen.» Jäggi zeigte sich überzeugt davon, dass «wir in ein paar Jahren stolz auf dieses Werk zurückblicken können».

Nach der offiziellen Feier in der Kirche verbrachten viele Gäste den geselligen Teil auf dem Kirchenplatz und im Pfarrsaal. An den Imbissständen der Lektorengruppe Fulenbach, der Egerkinger Minis, der Jubla Härkingen, des Pfarreirats Oberbuchsiten und der Chlausenzunft Neuendorf konnten sie ihren Hunger mit Fajitas, Pilzrisotto, Apérohäppchen, Kürbissuppe und Kuchen stillen und das gemütliche Beisammensein geniessen. Dazu spielte die Musikgesellschaft Fulenbach ein Ständchen.