Laupersdorf
In dieser Turnstunde wird nicht nur ein wenig «gschnüfelet»

Die Helmelturngruppe Laupersdorf feiert heuer ihr 40-jähriges Bestehen. Der Verein zählt rund 40 Mitglieder und erfreut sich eines aktiven Turnstundenbesuches.

Martina Flück
Merken
Drucken
Teilen
Die Turnstunde ist vorbei, es bleibt noch Zeit für ein Gruppenbild.

Die Turnstunde ist vorbei, es bleibt noch Zeit für ein Gruppenbild.

Denise Roth-Eggenschwiler

Oft als «Schnüfeler» belächelt, zeigt ein Turnstundenbesuch, dass hier mehr als nur geatmet wird.

Vor über 40 Jahren wurde eine neue Bewegung bekannt: Die Atemgymnastik nach Heinrich Helmel. Sie stiess auch in Laupersdorf auf grosses Interesse. So wurde im November 1973 auf Initiative von Mina Schaad-Cartier die Helmelturngruppe gegründet. 60 Mitglieder zählte der Verein bereits im ersten Jahr und die erste Turnstunde im Januar 1974 war ausserordentlich gut besucht.

Offenbar traf die spezielle Turnart nach Helmel den Nerv der Zeit und begeisterte viele Laupersdörferinnen und Laupersdörfer. Seit Anfang turnt die Gruppe wöchentlich eine Stunde und in den 40 Jahren seit der Gründung wurden auch regelmässige Vereinsausflüge und Adventsfeiern durchgeführt.

Alte-Leute-Turnen? Von wegen!

2004 erhielt die Helmel-Bewegung den Namen Vitaswiss Atemgymnastik und zählt mittlerweile schweizweit über 15 000 Mitglieder. Ob nun Helmel-Turnen oder Vitaswiss – das Ziel ist das gleiche: eine bestmögliche Versorgung der Organe mit Sauerstoff, Erhöhung des Atemvolumens, Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems, Aktivierung der Selbstheilungskräfte und Erhöhung der Lebensintensität.

In Laupersdorf turnen jede Woche zwischen 20 und 25 Frauen unter der professionellen und motivierenden Leitung von Jacqueline Meier. Die Turnerinnen sind ungefähr zwischen 60 und 80 Jahre alt. Ein Alte-Leute-Programm also? Ein bisschen «schnüfele», ein bisschen Arme heben, ein bisschen mit den Beinen trippeln und sonst nichts? Mitnichten!

Ein Turnstunden-Besuch macht deutlich, dass hier der ganze Körper zum Einsatz kommt und auch jüngere Leute zum Schwitzen bringen kann. Das Einturnen ist noch leicht: Schultern kreisen, bewusst atmen, Arme schwingen, ausatmen. Dann wird es schon anstrengender. 25 Beinpaare stehen auf Teppichresten.

Das linke Bein bleibt stehen, das rechte gleitet nach rechts, während das linke Bein langsam in die Knie geht, dann wieder heranziehen. Acht Mal. Wechsel. Dann das Ganze nach vorne, nach hinten, Seitenwechsel. Immer acht Mal oder mehr.

Jede nach ihrer Möglichkeit

So geht das Training weiter. Arm- und Bauchmuskeln werden mit dem Einsatz von Theraband, Ball und Sitzbank gezielt trainiert und Jacqueline Meier motiviert die Turnerinnen zum vollen Einsatz, jede nach ihren Möglichkeiten. 25 Frauen sitzen im Kreis auf den Sitzbänken, ziehen die Beine zur Brust, strecken sie wieder, Bauch anspannen, nicht locker lassen.

Acht Mal, kurz ausruhen, dann noch mal. Die Anstrengung ist sicht- und spürbar. Doch Lockerlassen ist nichts für die Helmelturnerinnen. Mit viel Elan wird weitergeturnt und die Muskeln trainiert.

Schliesslich noch Hirntraining

Zum Schluss wird nebst den Muskeln auch noch das Hirn gefordert. Die Repetition eines Bewegungsablaufes mit Klatschen, Beine nach vorn, aufstehen, absitzen braucht nicht nur Muskeln, sondern eben auch das Hirn. Ein Blick in die Runde macht deutlich, wie gut den Mitgliedern ihre Turnstunde gefällt. Bewegung tut gut.

Sei es nun für Kinder, 20-, 50- oder 80-Jährige. Das wissen und spüren die Vitaswiss-Turnerinnen. Seit 40 Jahren und hoffentlich noch lange. Bewegung ist Erhöhung der Lebensintensität, ist Bildung. Bewegung macht fröhlich.