«Heimspiel» nennen die drei miteinander verwandten Kunstschaffenden Edwin Heim (Papier, Reliefs, Objekte), Thomas Heim (Fotografie) und Martin Heim (Malerei) ihre in der Alten Kirche bis zum 8. März laufende Ausstellung. Edwin Heim, in Neuendorf geboren und heute als freischaffender Künstler und Gastdozent Centro del bel libro in Ascona tätig, erlernte den Beruf eines Handbuchbinders.

Beeindruckend ist seine kontinuierliche Weiterbildung nicht nur in der Branche des Bucheinbandes, sondern im Künstlerischen allgemein. Er ist in seiner schöpferischen Tätigkeit vielseitig. Nebst seiner Begabung, mit den Händen geschickt arbeiten zu können, und zwar mit den feinsten Materialien, ist er auch ein begabter Zeichner und Objektkünstler. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, oft im Zusammenhang mit dem Buch, aber auch mit Bildern, Reliefs und faszinierenden Klangbildern machten ihn bekannt. Er erhielt viele Auszeichnungen.

Bestechende Einfachheit

In der Alten Kirche geht man als Besucher Edwin Heims Arbeiten nach, entdeckt Bilder voller Ästhetik und subtiler Vertiefung, dies in einer minimalistischen Ausdrucksweise, die neue Spannungsfelder eröffnet. Kontinuierlich, mit einer bestechenden Einfachheit geht er den Inhalten auf den Grund, schafft er Skulpturen von luftiger Leichtigkeit, die sich fast aufzulösen scheinen und doch Akzente setzen. Spannend sind seine Plexiglasobjekte. Darin entdeckt man blaue Wellenlinien, Wasserbewegungen – zart und im freien Raum schwebend, sodass man die Illusion bekommt, das Wasser sei fliessend eingefangen.

Diese Arbeiten haben durch ihre Transparenz etwas Surreales an sich, strahlen viel Schönheit und Poesie aus. «Die Kunst aus Papier» hat es ihm vor allem angetan. Seine Perfektion im Gestalten ist sprichwörtlich, aber auch sein feines Gespür für überraschende Momente. So gelingt es ihm, ein Stück Unendlichkeit für einen Augenblick festzuhalten.

Ein Spiel von Leichtigkeit

Thomas Heim aus Wangen, der auch ein begabter Pianist ist und eine Lehrtätigkeit an der Fachhochschule innehat, zeigt Fotografien, Tintenstrahldruckereien auf Papier, auf einer Aluminiumplatte aufgezogen und laminiert von grossartiger Faszination. Er ist ein Vogel- und Naturbeobachter, einer, der auf Reisen geht und seine Vogelaufnahmen in den verschiedensten Ländern inszeniert. Man entdeckt im Chorraum eine Reihe bunter Kolibris, bei der Nahrungssuche von Blüte zu Blüte fliegend, in faszinierenden Positionen. Aber auch andere Vögel erkennt man. Schnäbel und Hälse, bewegt und graziös, ein Spiel von Leichtigkeit und Flug, so als möchte man ähnlich wie bei den Objekten von Edwin Heim aufzeigen, dass der Augenblick immer mehr ist als das, was sich nachher bemerkbar macht. Wenn es einem Fotografen gelingt, solche Momente einzufangen, sie künstlerisch umzusetzen, so erlebt man Bilder voller lebendiger Ausstrahlung.

Thomas Heim liebt aber auch Strukturen, wie man sie in vertrockneten Ebenen erleben darf, Wasserbewegungen, die fast eingeschlafen sind. Tümpel und Sümpfe, aber auch Naturstrukturen allgemein. Er weiss um die gespannten Beziehungen von Mensch und Natur, und seine Bilder machen hellwach für die Schönheiten, mit denen wir oft unbedacht umgehen.

Eine Vertiefung des Erkannten

Der Maler Martin Heim ist ein Künstler, der weit über unsere Region hinaus bekannt ist, vor allem auch im Bereich der Zeichnung und Grafik. Er hat sein Atelier seit einigen Jahren bei den Lenz Friends in Egerkingen. Er zeigt grosse Bergbilder, mit Schnee bedeckt in beeindruckenden Strukturen, aber auch im sommerlichen Licht. Aber auch Wasserbilder, das Meer, Flüsse und Seelandschaften, denn Strukturen ziehen ihn magisch an, sowohl aus der Bewegung als auch aus dem Spiel der Farben heraus. Es sind dies Naturbefindlichkeiten, in denen man einen Rhythmus erkennen kann, der von betörender Klarheit ist und aufzeigt, wie spannend räumliche Veränderungen sind. Licht und Schatten, das Wasser lebt, spielt mit dem Licht, das Fliessende steht im Kontrast zur Dominanz der Berge. Martin Heim liebt figurative Elemente ebenso wie die Ausdrucksformen der Abstraktion. Beide Ausrichtungen beherrscht er vortrefflich. Auch ihm geht es um Vertiefung des Erkannten. Nichts wird ausformuliert, immer bleibt ein Stück Ahnung im Raume stehen, sodass man erkennen kann, dass die Wahrnehmung ein persönlich zu erlebender Vorgang ist wie das Leben selbst.

Die Vernissage findet heute Freitag, 20. Februar, um 19.30 Uhr statt. Die Ausstellung dauert bis 8. März.

Öffnungszeiten: Freitag, 19 bis 21 Uhr, Samstag und Sonntag, 14 bis 18 Uhr.