Vielen Soldaten war - und ist - Mümliswil ein Begriff. Jahrzehntelang war das Guldental Gastgeberin für Truppen des Schweizer Militärs, doch jetzt naht das Ende dieser Ära. Die Gemeinde investierte immer wieder in die Infrastruktur und erneuerte Vereinbarungen mit der Armee für Einquartierungen.

Doch davon gab es in letzter Zeit immer weniger aufgrund von Verkleinerungen und Umstrukturierungen. Zudem wählen nicht mehr die Kommandanten den Standort für Wiederholungskurse aus, das erledigt die Koordinationsstelle 2 in Kriens. Zwar wurden immer wieder Einquartierungen angemeldet, dann aber wieder abgesagt. Dadurch wurde die Koordination der gemeindeeigenen Anlagen mit anderen Anlässen stets schwieriger.

«Mümliswil kann nicht mithalten»

Zudem fehlten ein grosser Essraum sowie valable Unterkünfte für die Offiziere (Schliessung Gasthof Limmernschlucht und Verkauf Kinderheim) und es wären neue Investitionen angestanden.

Darüber hatte der Gemeinderat zu befinden. «Was wollen wir investieren, wenn wir nicht sicher sind, ob das Militär die Anlagen auch tatsächlich belegt?», gab Gemeindepräsident Kurt Bloch zu bedenken.

Einige Ratsmitglieder waren der Meinung, dass man alles so belassen sollte, wie es ist. Dem widersprach der örtliche Leiter der Koordinationsstelle, zuständig für Einquartierungen.

Man habe keine Planungssicherheit und könne nicht mehr auf die Karte Militär setzen. Ein Gemeinderat, der als Soldat an diversen Orten einquartiert war, meinte: «Mümliswil kann mit anderen Standorten nicht mehr mithalten.»

Nach längerer Diskussion beschloss der Gemeinderat mit sechs gegen eine Stimme (eine Enthaltung), die Vereinbarung mit der Schweizer Armee per 30. November 2014 zu kündigen.

Vom Rank hinunter ins Brühl

Die Schulanlage Brühl wird bald mit neuem Leben gefüllt. Nachdem die Oberstufe 2012 ausgezogen war, wurde nach Möglichkeiten gesucht, die wertvolle Schulanlage wieder zu nutzen. Verhandlungen, die Heilpädagogische Sonderschule im Brühl anzusiedeln, scheiterten; andere Ideen wurden bald wieder verworfen.

Schliesslich einigte man sich darauf, die Primarschule, die im Schulhaus Rank und Reckholder untergebracht ist, im Brühl zusammenzuführen. Der Kindergarten wird von der Alten Passwangstrasse in den Rank umziehen.

Die 1. und 2. Klasse wird dort bleiben, weil der Lehrplan 21 eine vermehrte und engere Zusammenarbeit in der Unterstufe fordert. Dadurch kann wiederum die Musikgesellschaft Konkordia ihr Probelokal im Brühl behalten und es müssen keine teuren Rückbauarbeiten vorgenommen werden.

Der Umzug erfolgt in Etappen, wie Schulleiterin Cécile Kamer im Gemeinderat orientierte. Bis Ende Mai laufen Vorbereitungen, in der ersten Juniwoche werden die 3. bis 6. Klasse ins Brühl umziehen, ebenso Bibliothek, Werkraum sowie Förder- und Sprachlehrkräfte. Die Spielgruppe wechselt von der ehemaligen Abwartwohnung in den Rank, dorthin folgt in der ersten Sommerferienwoche der Kindergarten. «Der Schulbetrieb wird durch den Umzug höchstens einen Tag lang beeinträchtigt sein», versicherte Cécile Kamer.

Für die Umbau- und Umzugsarbeiten sind 92 500 Franken budgetiert und bewilligt.

Neubau Schutzraum

Im Zusammenhang mit dem Abbruch des Restaurants Limmernschlucht und dem Neubau eines Mehrfamilienhauses an der Dorfstrasse hat der Gemeinderat einer Kostenbeteiligung an den Neubau eines öffentlichen Schutzraumes in der Höhe von 9000 Franken zugestimmt.

In der Limmernschlucht war bereits ein öffentlicher Schutzraum der Gemeinde eingebaut, für die der Bauherr Ersatz schaffen muss. Der Kredit entspricht dem Wertverlust des bestehenden Schutzraumes. Ohne diesen Schutzraum wäre die Gemeinde in eine Unterdeckung gefallen und hätte andernorts einen vollwertigen Ersatz schaffen müssen.