Ein Kirchenchor, ein Männerchor sowie ein gemischter Chor, gemeinsam mit Solistinnen, Solisten und einem Orchester – ein sehr ambitioniertes und herausforderndes Vorhaben.

Am Anfang war da die Idee von Anita Wenger gewesen, die gleich alle drei Chöre leitet, einmal etwas gemeinsam zu machen. Nach der anfänglichen Unsicherheit, ob so etwas überhaupt zu realisieren wäre, liessen sich alle für dieses grosse Projekt begeistern.

Mit Gefühl und Ausdruckskraft

Die kulturgeschichtliche Epoche der Romantik dauerte vom Ende des 18. bis weit ins 19., in der Musik gar bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts an. Die Betonung des gefühlvollen Ausdrucks stand im Vordergrund. So war es denn auch Ziel der Mitwirkenden, mit diesem Konzert beim Publikum Emotionen auszulösen. Mit einem «Frühlingsgruss» im Spätherbst entführten der Kirchenchor Kestenholz und die «amici del canto» die Zuhörerschaft mitten hinein in die Romantik, zunächst zu Robert Schumann.

Auf die etwas melancholischere «Waldesnacht» von Johannes Brahms folgten zwei Stücke von Felix Mendelssohn Bartholdy, des wohl bedeutendsten Musikers der Zeit. Die Romantik widerspiegelte sich auch im Text, der sehr präzise vorgetragen wurde, nicht zuletzt das Verdienst der engagierten Dirigentin.

Ein erster Höhepunkt war das «Abendlied» (Joseph Rheinberger), das alle drei Chöre mit sehr viel Gefühl gemeinsam vortrugen. Gerade die Stimmen des Männerchors Lohn-Ammannsegg kamen darin besonders zum Tragen. Für die nächsten Lieder überliessen die Frauen den Männern (Männerchor und Sänger der gemischten Chöre) gleich ganz das Feld. Sie besangen mitunter «Bacchus», den Gott des Weines und der Fruchtbarkeit, wobei die angeheiterte Fröhlichkeit deutlich herauszuhören war.

Simone Stock (Sopran), Eva Herger (Alt), Walter Meier (Tenor), Stefan Schmid (Bass) und das ad hoc Orchester gaben anschliessend Auszüge aus dem Oratorium über den biblischen Propheten «Elias» von Mendelssohn zum Besten. Unterstützt wurden sie von je zwei Sängerinnen und Sänger aus den Chören. Die anspruchsvollen Lieder, die andächtig präsentiert wurden, wurden vom Publikum mit anerkennendem Applaus gelobt. Besonders Walter Meier überzeugte mit seiner hellen und überaus sicheren Tenor-Stimme.

Chöre als wunderbare Einheit

Der letzte Teil des Konzerts war der Messe in C von Franz Peter Schubert gewidmet, die dieser im Alter von nur 19 Jahren komponierte; weniger besinnlich, als andere Messen, dafür umso lebendiger. Sie erforderte von Anita Wenger grossen Körpereinsatz. Die Chöre traten als wunderbare Einheit auf. Zum abschliessenden Segenswunsch «Bleib bei uns» verteilten sich alle Sängerinnen und Sänger in der ganzen Kirche – ein tolles Erlebnis, das in Erinnerung bleiben wird.