Neuendorf

In der Husmatten soll ein Kinderheim entstehen

Heimleiterin Christa Misteli vor der Bauparzelle, auf welcher das neue Kinderheim gebaut werden soll

Heimleiterin Christa Misteli vor der Bauparzelle, auf welcher das neue Kinderheim gebaut werden soll

Die Pädagogische Grossfamilie Misteli GmbH plant in Neuendorf einen Neubau. Entstehen soll ein dreigeschossiges Gebäude mit Platz für 15 Kinder. Kosten soll das Ganze zwischen 3,5 und 4 Millionen Franken.

«Wir hatten in den letzten Jahren vermehrt Anfragen für die Aufnahme von Kindern, mussten aber aus Platzgründen jeweils absagen», sagt Präsident Willy Dollinger zum jüngsten Projekt der Pädagogischen Grossfamilie Misteli. Das Kinderheim soll in unmittelbarer Nähe des derzeitigen Gebäudes der Grossfamilie im Gebiet Husmatten realisiert werden. Geplant sind ein dreigeschossiges Gebäude mit Platz für 15 Kinder sowie Parkplätze. Die Kosten schlagen mit 3,5 bis 4 Mio. Franken zu Buche, wie Dollinger erwähnt. Das Vorkaufsrecht der für das Projekt vorgesehenen Parzelle habe man sich bereits sichern können.

Insgesamt würden 27 Kinder betreut

Christa Misteli, welche die gleichnamige pädagogische Grossfamilie vor 17 Jahren in Neuendorf ins Leben gerufen hat, rechnet mit etwa zehn neuen Arbeitsplätzen, welche mit der Realisierung des Kinderheims geschaffen werden könnten. «Insgesamt gehen wir von 900 bis 1000 Stellenprozenten aus.» Damit würde der Mitarbeiterstab der Pädagogischgen Grossfamilie Misteli auf insgesamt 26 Personen anwachsen. In dieser Institution werden derzeit zwölf Kinder von 16 Personen mit einem Pensum von 900 Stellenprozenten betreut.

Ein solches Wachstum sei eigentlich nie ihr Ziel gewesen, sagt Heimleiterin Christa Misteli. Ihr Bestreben sei einzig, Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen einen Platz zu bieten, wo sie sich geborgen fühlten. «Und weil die Nachfrage dafür weiter hoch ist, braucht es dieses Kinderheim», zeigt sich die 47-jährige Mutter von drei Kindern überzeugt.

Auch eine Kita ist geplant

Ebenfalls im Kinderheim untergebracht werden soll eine Kindertagesstätte (Kita). Deren Grösse ist noch nicht definiert. Fest steht indessen, dass die Kita den Mitarbeitenden des neuen Kinderheims ebenso offen stehen soll wie der Bevölkerung. «Ich denke, der Start könnte mit einer Gruppe von etwa zehn Kindern erfolgen», sagt die Leiterin der Grossfamilie.

Patronatskomitee soll Geld sammeln

Bevor die Kita und mit ihr das Kinderheim ihren Betrieb aufnehmen können, muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, wie Präsident Willy Dollinger bemerkt. Das gilt insbesondere für die Finanzierung des Projekts. Mit Krediten sowie Spenden und Gönnerbeiträgen sollen die benötigten 3,5 bis 4 Mio. Franken aufgetrieben werden. Die Werbetrommel rühren soll ein Patronatskomitee, welches derzeit zusammengestellt wird. «Im Moment sind wir auf der Suche nach einer Person für das Präsidium», verrät Dollinger. Ebenfalls am Laufen sei die Abklärung beim Kanton als Bewilligungsbehörde, ob für das geplante Kinderheim ein Bedarf besteht. Aus seiner Sicht sei das aber unbestritten der Fall, so Dollinger.

Davon überzeugt ist offenbar auch die Einwohnergemeinde Neuendorf, welche den Bau des Kinderheims ausdrücklich begrüsst. Deshalb ist die Gemeinde auch bereit, eine für die Umsetzung des Projekts notwendige Zonenplanänderung vorzunehmen. Das besagte Grundstück befindet sich nämlich teilweise in der Kernrandzone und in der Kernzone, wo nur zweigeschossige Bauten erlaubt sind. Mit der Umzonung der Kernrandzone in eine 2-geschossige Wohnzone W2, wo auch die Nutzung des Dachgeschosses erlaubt ist, macht die Gemeinde den Weg frei für das ambitiöse Projekt der Grossfamilie Misteli.

Umsetzung soll Mitte 2016 erfolgen

Die im «Teilzonen- und Erschliessungsplan Gebiet Husmatten» enthaltene Umzonung wird allerdings erst rechtskräftig, wenn innerhalb der noch bis 9. Februar erfolgenden Auflage keine Einsprachen eingehen. Nach der Bewilligung durch den Gemeinderat fehlt schliesslich nur noch die Absegnung des Teilzonen- und Erschliessungsplans durch den Regierungsrat. Dollinger ist zuversichtlich, dass mit dem Bau des neuen Kinderheims Mitte des kommenden Jahres begonnen werden kann.

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