Egerkingen

In der Ausstellung entstehen neben Kontrasten auch Harmonien

Alexandra Brabetz, Herbert Glanzmann und Mario Merkle (v. l.) stellen ihre Bilder und Skulpturen bei den Lenz Friends in Egerkingen aus.

Alexandra Brabetz, Herbert Glanzmann und Mario Merkle (v. l.) stellen ihre Bilder und Skulpturen bei den Lenz Friends in Egerkingen aus.

Im Kunstraum der Lenz Friends zeigen vom 24. September bis 9. Oktober drei Kunstschaffende ihre Arbeiten, es sind dies Alexandra Brabetz, Niederönz, Herbert Glanzmann, Welschenrohr, und Mario Merkle, Oberbuchsiten.

Die Bilder von Alexandra Brabetz sind voller malerischer Kraft. Dies in feinen Nuancen und in harmonisch bewegten Abläufen, oft von einer schwarzen Linie markiert, sodass das Bewegte und Leichte noch eindrücklicher zur Wirkung kommt. Wundersame Blütenblätter, gleich bunten Teppichen, verteilen sich im Bildraum.

Man erkennt auch Gesichter, Augen, Figurenfragmente, zarte Formulierungen menschlicher Präsenz. Manchmal haftet den Bildaussagen etwas Asiatisches an. Im Grundton erkennt der Betrachtende die tiefe Sehnsucht der Malerin nach Harmonien und nach den schönen Dingen im Leben.

Nicht in einem süsslichen Sinn, sondern sehr real formuliert. So als möchte sie auf das Schöne in der Natur, unter den Menschen aufmerksam machen. Und in leisen Tönen aufzeigen, was den Betrachter umgibt, worin er sich verlieren darf, um seinem Menschsein auf eine besondere Art nahe zu kommen. Eine interessante Malerei, die neugierig auf die Künstlerin macht.

Selbstfindung durch Kunst

Mario Merkle ist ein junger, am Anfang stehender, talentierter Kunstschaffender, der engagiert seiner Malerei nachgeht. Er ist ein ausgezeichneter Zeichner, liebt das Thema Mensch, malt und kreiert Gesichter, Körper, Figuren, die sich begegnen, Mann und Frau. Hochinteressant sind seine Frauengesichter oder auch die Verknüpfungen von Mensch und Tier. Seine Farben sind kraftvoll, leidenschaftlich, manchmal auch von leiser Melancholie geprägt.

Immer so, damit man spürt, dass da einer am Malen ist, der sich in den Farben auskennt und das Ungewöhnliche in der Kombination sucht. Eindrücklich sind seine Gesichter, seine Körperformen, oft geprägt von einem Schuss Sinnlichkeit. Ständig ist er seiner Identität auf der Spur. Wie er selber von sich sagt, besessen vom Gedanken, sich zu erkennen, das Leben zu erfahren, dies in einem philosophischen Sinne, aber auch im Sinne der Selbstfindung.

Berührende Holzskulpturen

Der Dritte im Bunde ist der Holzbildhauer Herbert Glanzmann. Mit der Kunst begann er erst in einer späteren Lebensphase, nach seiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer. Er sammelt Holz in den ausgefallensten Formen, arbeitet mit dem Gesetzten und gibt doch jeder seiner Skulpturen eine besondere Aussage. Verändert, betont das von der Natur Gewachsene, schafft Spannungsbögen in figurative Elemente hinein.

So entstehen abstrakte Frauenfiguren, Mann und Frau in zärtlicher Umarmung, Fisch und Vogel in amüsanter Symbiose, ein Torso nach Picasso in einer grandiosen Formgebung. Seine Holzskulpturen fesseln durch natürliche Schönheit und eine besondere Art von Lebendigkeit. Er ist ein Künstler, der es meisterlich versteht, Bestehendes in seine Vorstellungswelt einzubauen, um daraus ein Kunstwerk zu machen, das den Betrachter berührt.

Die drei Kunstschaffenden arbeiten grundverschieden. Und doch entstehen in dieser Ausstellung neben Kontrasten auch Harmonien, die in spielerischer Leichtigkeit aufeinander zugehen.

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