Am Montagmorgen fand an der Ecke Brückenstrasse/Quaistrasse in Trimbach mit der Enthüllung der Tempo 30-Tafel in der Quaistrasse quasi der «Spatenstich» zur Einführung dieser Massnahme auf Trimbachs Strassen statt.

Sie dient «zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zum Schutz des Langsamverkehrs (Fussgänger und Zweiradfahrzeuge)», wie es in der Broschüre heisst, die die Einwohnergemeinde in alle Trimbacher Haushaltungen verteilen liess.

Kantonsstrassen nicht betroffen

Beim «Spatenstich» betonte Trimbachs Bauverwalter Pius Schenker, in den vergangenen Wochen sollten nun alle Signale und Markierungen angebracht worden sein. Nicht betroffen von den Massnahmen sind die Kantonsstrassen (Baslerstrasse, Winznauerstrasse und Brückenstrasse) sowie die Industriestrasse ab Abzweiger Leinfeldstrasse bis Winznauerstrasse. «Wir erhoffen uns auch, dass die Industriegebiete inskünftig nur noch von der Winznauerstrasse und nicht mehr von der Leinfeldstrasse her angefahren werden», so Schenker.

Ruth Bürgler, Präsidentin der Werk- und Umweltschutzkommission (WUK), erzählte, dass das Projekt während über zwei Jahren von langer Hand vorbereitet worden sei. Im Dezember 2012 hatte die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung einen Projektkredit über 170 000 Franken für die Tempo 30-Massnahmen bewilligt. Das Projekt selbst lag im Sommer zur Vernehmlassung auf der Gemeindeverwaltung auf. «Ich bin froh, dass wir nun so weit sind und denke, dass eine grosse Akzeptanz dafür vorhanden ist», vermutete Bürgler. Dass dem so sein könnte, unterstrich Gemeindepräsident Karl Tanner: «Es hat keine einzige Einsprache gegeben». Er bezeichnete das Projekt, das vom Kanton unterdessen auch genehmigt wurde, als «einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität in Trimbach».

Aufeinander Rücksicht nehmen

Wie verhält man sich aber nun in einer Tempo 30-Zone? Die eingangs erwähnte Broschüre beinhaltet auch einen Leitfaden dazu. So darf man als Fussgänger die Strasse überall queren, auch wenn es keinen Fussgängerstreifen hat, aber man hat keinen Vortritt. «Sehen kommt vor dem Gehen», heisst es in dem Leitfaden: Der Fussgänger soll den Blickkontakt mit den Fahrzeuglenkern suchen, die noch vorhandenen Fussgängerstreifen (vor Schulen oder bei Altersheimen) benutzen, und speziell für Kinder gilt das früher in der Schule noch auswendig zu lernende Sprüchlein: «Warte, luege, lose, laufe, lieber länger läbe».

Fahrzeuglenker ihrerseits sind gehalten, «besonders vorsichtig und rücksichtsvoll zu fahren, obschon sie Vortritt haben». Und wenn keine anderen Signalisationen und Markierungen angebracht sind, gilt generell der Rechtsvortritt. Der Automobilist soll sein Fahrzeug «mit Köpfchen» durch die Tempo 30-Zone fahren, wo 30 km/h die Höchstgeschwindigkeit beträgt. Notfalls soll er auf seinen Vortritt verzichten, wenn ein Fussgänger die Strasse überqueren will. Speziell soll dabei auf spielende Kinder oder ältere Menschen geachtet werden. Der Blickkontakt mit den anderen Verkehrsteilnehmern soll gesucht werden, und notfalls gelte es, die Geschwindigkeit nochmals zu reduzieren.

Einengungen nicht befahren

Noch ein Wort zu den Markierungen, die nebst den Verkehrstafeln angebracht worden sind: An verschiedenen Orten innerhalb Trimbachs wurde die «Zone 30»-Aufschrift auf der Strasse angebracht, um die Lenker an die Höchstgeschwindigkeit zu erinnern. Der Rechtsvortritt ist mit entsprechenden weiss gestrichelten Linien markiert. Einengungen sind umrahmt mit einer weissen Leitlinie und grün ausgemalt; weder dürfen sie überfahren werden, noch darf man auf ihnen parkieren. Die beige-gelben Längsmarkierungen hingegen, die die Fahrbahn optisch einengen sollen, dürfen befahren werden.

Noch ein Wort zu den Einengungen: Wie Urs Bossert von der ausführenden Firma F. Wyssbrod AG, Oensingen, festhielt, seien diese für Zweiradfahrer sogar noch weniger rutschgefährdend, als dies der normale Asphaltbelag sei – dies im Fokus der Diskussionen, welche letzte Woche im Zusammenhang mit den Altrosa-Flächen in der Oltner Begegnungszone geführt wurden (wir berichteten). «Es gilt nun, erste Erfahrungen mit Tempo 30, das ab heute gilt, zu sammeln», hielt Bauverwalter Pius Schenker beim «Spatenstich» gestern entsprechend fest.