Balsthal
In Balsthal ist die Bahn nun frei für den Parteilosen Roland Stampfli

In Balsthal haben sich drei von vier Kandidaten fürs Gemeindepräsidium zurückgezogen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Stampfli auch Präsident der Gemeinde wird. Ausser eine weitere Person meldet sich bis Montag als Kandidat.

Alois Winiger
Drucken
Teilen
Roland Stampfli hat hier die Alt-Falkenstein im Rücken – und in derGemeinde die Mehrheit der Stimmen fürs Gemeindepräsidium. wak

Roland Stampfli hat hier die Alt-Falkenstein im Rücken – und in derGemeinde die Mehrheit der Stimmen fürs Gemeindepräsidium. wak

Da war es nur noch einer: Roland Stampfli (parteilos) ist derzeit noch der einzige Kandidat für das Präsidium der Einwohnergemeinde Balsthal. Damit ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross geworden, dass er auch wirklich Präsident wird. Ein zweiter Wahlgang wäre hinfällig. Nach Pierino Menna (CVP) und Fabian Müller (SP) hat am Mittwoch auch Enzo Cessotto (FDP) seine Kandidatur zurückgezogen. Er hatte bei der Wahl am vergangenen Sonntag 398 Stimmen erhalten, Müller 245, Menna 233, Stampfli hingegen 818.

«Eigentlich war es für mich schon am Dienstagabend klar, aber ich dachte, ich wolle nochmals darüber schlafen, bevor ich mich definitiv entscheide», erklärt Enzo Cessotto. Seinen Entscheid hatte er gestern Mittwoch vor 17 Uhr bei der Eingabestelle der Gemeinde deponiert, so wie seine Mitkandidaten Menna und Müller auch. Nun läuft noch eine Frist bis nächsten Montag, 17. Juni, 17 Uhr. Wenn sich bis dann keine weitere Person als Kandidat für das Präsidium gemeldet hat, gilt Roland Stampfli als Gemeindepräsident von Balsthal gewählt.

Kopf-an-Kopf-Rennen vermutet

Es seien intensive Tage gewesen seit dem vergangenen Sonntag, führt Enzo Cessotto aus. «Ich musste klarkommen mit der Tatsache, dass ich fast 400 Stimmen weniger erhielt als Stampfli. Denn ich rechnete eher damit, dass wir beide uns ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern würden.» Immerhin habe er eine entsprechende Basis vorzuweisen, begründet Cessotto, indem er bei den Gemeinderats- und bei den Kantonsratswahlen sehr gute Resultate erreichte.

«Aber letztlich hat nun das Stimmvolk anders entschieden und das akzeptiere ich.» Schliesslich habe er sich gesagt, statt das Wahlprozedere um des Prinzips willen in die Länge zu ziehen, sei es besser, einen sauberen Schnitt zu machen. «Zudem habe ich ja nach wie vor einen anspruchsvollen Job als Ressortleiter Werke im Gemeinderat.» Und dass er kollegial weiterarbeiten werde im Rat, sei für ihn selbstverständlich, betont Cessotto. Genau dies haben übrigens auch die beiden Gemeinderäte Fabian Müller und Pierino Menna zugesichert.

«Wert des Resultats verstärkt»

Der Lehrer Roland Stampfli verbringt derzeit mit seiner Klasse eine Schullagerwoche am Rotsee. Gestern stand eine Wanderung zum Pilatus auf dem Programm. «Auf dem Rückweg habe ich per Telefon erfahren, dass ich noch der einzige Kandidat bin», berichtet Stampfli. «Ich war richtig gerührt. Denn jetzt wird der Wert des hohen Wahlresultats noch verstärkt.» Dahinter stehe für ihn, dass man das wertschätze, was er in den letzten vierzig Jahren in Balsthal geleistet habe.

«Die Einwohnerinnen und Einwohner dürfen davon ausgehen, dass ich, falls ich dann auch tatsächlich Gemeindepräsident werde, mich voll und ganz für Balsthal einsetzen werde.» Dass er dabei auf die Fairness seiner Kollegen zählen könne, die bei der Wahl mitgemacht haben, freue ihn natürlich. «Fairness kann man auch von mir erwarten.» Stampfli geht nicht davon aus, dass sich bis nächsten Montag noch jemand als Kandidat meldet, bleibt aber vorsichtig. «Trotzdem, ein Gläschen werde ich mir heute Abend gönnen.»