Oensingen

Immobilienstrategie soll Ideen für Ländereien koordinieren

Eines der Objekte: Der Gemeinderat möchte langfristig das rund 7000 Quadratmeter grosse Grundstück in der Industrie verkaufen.

Eines der Objekte: Der Gemeinderat möchte langfristig das rund 7000 Quadratmeter grosse Grundstück in der Industrie verkaufen.

Insgesamt besitzt die Gemeinde Oensingen 55 Grundstücke und Liegenschaften. Mithilfe einer Immobilienstrategie hat der Gemeinderat das Dossier nun neu sortiert. Das Papier verschafft einen neuen Überblick und zeigt auf, wo die Baustellen der Zukunft liegen.

Wie mit den Grundstücken und Liegenschaften umgehen? Mit dieser Frage hat sich Oensingens Gemeinderat an der letzten Gemeinderatssitzung auseinandergesetzt. Im Auftrag des Gremiums arbeitete Georg Schellenberg in den letzten Monaten eine Strategie mit diversen Anträgen aus. Am Montagabend legte er dem Gemeinderat diese vor.

Bisher kam Oensingen ohne aktive Immobilienpolitik aus. Im Rahmen der Legislaturziele habe der Gemeinderat beschlossen, dies ändern zu wollen, sagt Gemeindepräsident Fabian Gloor. «Wir merkten, dass es zu einigen Liegenschaften und Grundstücken verschiedene Ideen gibt. Mit der Immobilienstrategie möchten wir diese koordinieren.» Ein Aspekt sei auch, dass die Gemeinde dadurch mit ihren Mitteln haushälterisch umgeht, bestätigt Gloor. «Die Wirtschaftlichkeit ist aber nur ein Faktor. Primär geht es uns um die attraktive Gemeindeentwicklung», sagt er.

Von den insgesamt 54 Grundstückflächen im Gemeindebesitz kommt die Mehrzahl für einen Verkauf nicht infrage. Viele dienen der Gemeinde dazu, ihre Aufgaben zu erfüllen. «Ich habe mich auf die wesentlichen Objekte beschränkt», sagt Schellenberg an der Gemeinderatssitzung. Der SVP-Vertreter kündigte gegenüber dem Gemeinderat an, sein Ziel sei es, eine Datenbank zu erarbeiten, über welche die Grundstücke verwaltet würden. Der Ressortleiter Infrastruktur programmierte diese Datenbank eigenhändig. Über sie soll der Gemeinderat künftig die Mutationen der einzelnen Grundstücke erfassen können. Unter die Lupe nahm der Gemeinderat daher zehn Objekte. Die wichtigsten in der Übersicht:

Das Unterdorf

Die grosse Parzelle bewegte im vergangenen März die Oensinger Bevölkerung. Der Gemeinderat beabsichtigte, das Grundstück an Zürcher Investoren zu verkaufen. Da die Gemeindeversammlung sich dagegen auflehnte und nur einen Teil des Gebiets im Unterdorf verkaufen wollte, wurde der Verkauf aufgeschoben. Die Versammlung setzte eine Arbeitsgruppe ein. Sie soll Vorschläge ausarbeiten, wie die beste Lösung rund um den Komplex des Kronenkellers aussehen könnte. Der Gemeinderat will diesem Prozess, während das Zonenreglement angepasst wird, genügend Zeit einräumen. Eine weitere Sitzung der Arbeitsgruppe steht noch in diesem Jahr an.

Die Roeck-Halle

Südlich des Bahnhofs besitzt die Gemeinde drei Parzellen. Auf einer befindet sich die ehemalige Roeck-Halle. Die Gemeinde kaufte diese als strategische Reserve. Für den Fall, dass die heutigen Parkplätze nördlich des Bahnhofs wegfallen würden. «In den nächsten 10 bis 15 Jahren glaube ich nicht, dass etwas geschieht», sagt Schellenberg. Für die ehemalige Roeck-Halle müsse daher eine sinnvolle Zwischennutzung gefunden werden, war sich der Gemeinderat an seiner Sitzung einig. Er erwägt, die Halle künftig als Jugendraum zu nutzen.

Die Entlastungsstrasse

Im Bereich der Kreuzung Kestenholz- und Jurastrasse erwarb die Gemeinde in den Jahren 2011 bis 2014 vier Grundstücke. Damals mit der Absicht, im Gebiet Bifang einen neuen Werkhof zu erstellen und als strategische Reserve im Zusammenhang mit der Entlastungsstrasse zu nutzen. Diese wird jedoch zu suboptimalen Parzellenformen führen und einen Bau eher verteuern, weshalb der Gemeinderat sich nach einer alternativen Lösung umschaute. Er schlug also 2018 den Erwerb der ehemaligen Brunner-Halle als Werkhof vor. Die Bevölkerung lehnte den Kauf jedoch ab. In der Immobilienstrategie hält der Gemeinderat fest, dass ein Werkhofbau auf diesem Gebiet weiterhin eine Option ist. Für die weiteren Schritte wird der Rat auf die Ergebnisse der hierfür eingesetzten Arbeitsgruppe warten. Auf einem der vier Grundstücke steht ein Einfamilienhaus, das die Gemeinde derzeit vermietet. Da dieses demnächst frei wird, diskutierte der Gemeinderat über die künftige Nutzung. Nicole Wyss regte an, das Einfamilienhaus könnte sich besser als die Roeck-Halle als Jugendraum eignen. Leiter Bau, Andreas Affolter erwähnte, die Umnutzungskosten könnten hoch sein, da für Jugendräume andere Vorschriften etwa beim Brandschutz gelten. Zudem sei das Haus schwierig zu erschliessen. Der Gemeinderat beschloss dennoch abzuklären, ob das Haus platzmässig für den Jugendraum infrage käme.

Industriegebiet

  

In der Industrie besitzt Oensingen über ein knapp 7000 Quadratmeter grosses Grundstück, das er 1972 erwarb. In seinem Strategiepapier hält der Gemeinderat fest, dass er den Verkauf dieser Parzelle ins Auge fasst. Für die fragliche Parzelle liegt bereits ein Vorkaufsrecht bei der nebenan liegenden Firma Glas Trösch. Der Erlös aus dem Verkauf könnte gemäss Immobilienstrategie für die Vorfinanzierung der Entlastungsstrasse und Gestaltung der Ortsdurchfahrt verwendet werden.

Das alte Pumpwerk

Auf einer kleinen Parzelle an der Rötelbachstrasse steht ein altes Pumpenhaus. Das Pumpwerk wird gemäss Schellenberg seit rund 50 Jahren nicht mehr gebraucht. Gerne würde der Gemeinderat die Parzelle verkaufen. Andreas Affolter sagte an der Gemeinderatssitzung aber: «Es braucht Abklärungen zur ehemaligen Wasserfassung und zu den Kosten eines möglichen Rückbaus.» Zunächst will der Gemeinderat daher abklären, wie teuer ein allfälliger Rückbau wäre.

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