Kolumne
Im Viertelstundentakt von Oensingen ins Thal ab 2024

Markus Schindelholz
Markus Schindelholz
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Dank der Sanierung des Weissensteintunnels und der nachfolgenden Verbesserung des Fahrplanangebotes zwischen Solothurn und Gänsbrunnen-Moutier wird nun das Buskonzept im Thal überarbeitet. (Archivbild)

Dank der Sanierung des Weissensteintunnels und der nachfolgenden Verbesserung des Fahrplanangebotes zwischen Solothurn und Gänsbrunnen-Moutier wird nun das Buskonzept im Thal überarbeitet. (Archivbild)

Hanspeter Bärtschi

Das heutige Angebot des öffentlichen Verkehrs im Thal beruht auf dem Buskonzept 2005 und wurde im Dezember 2004 eingeführt. Der Grund für die damalige Anpassung war, dass die Schnellzüge in Oensingen in Richtung Olten-Zürich und in Richtung Solothurn-Biel nicht mehr gleichzeitig ankamen, sondern eine halbe Stunde versetzt wurden. Damit wurde bei der OeBB der Halbstundentakt eingeführt, die Anbindungen des Dünnerntals, des Guldentals sowie Holderbank und Langenbruck wurden mit Bussen sichergestellt, während der Hauptverkehrszeit ebenfalls halbstündlich, einzelne Kurse verkehrten direkt bis Oensingen.

Seit 2005 hat sich viel verändert, nur das Angebot des öffentlichen Verkehrs im Thal blieb lange Zeit unverändert. Ein grosser Nachteil war von Beginn weg, dass die Regionalverkehrszüge in Oensingen nicht angebunden waren. Auch die parallel zur OeBB von und nach Oensingen verkehrenden Buskurse waren allesamt auf die Intercitys ausgerichtet und brachten daher nur einen beschränkten Mehrwert. Erst 2018 wurden zusätzlichen Verbindungen von/nach Herbetswil mit Anschluss an einzelne Regionalzüge in Oensingen eingeführt.

Eine Verbesserung konnte 2009 mit dem Aus- und Umbau der Haltestelle Thalbrücke erreicht werden. Die Busse konnten nun vernünftig an die Haltestelle fahren und das Umsteigen Bus zum Zug und umgekehrt war direkt möglich. Mit dem gleichen Busumlauf konnten nun die Anschlüsse in der Thalbrücke und in Gänsbrunnen sicherstellt werden. Auch wurde die Situation in der Thalbrücke viel sicherer.

Trotzdem ist und bleibt es eng in der Thalbrücke. Dies kann jeden Tag beobachtet werden, wenn z.B. ein Gelenkbus an der Haltestelle wendet. 2014 hat die OeBB am Bahnhof Balsthal einen grosszügigen Busbahnhof gebaut. An drei Buskanten können seither bis zu vier Busse gleichzeitig halten und es könnte sogar noch eine vierte Buskante dazu gebaut werden. Das Umsteigen ist behindertengerecht möglich.

Dank der Sanierung des Weissensteintunnels und der nachfolgenden Verbesserung des Fahrplanangebotes zwischen Solothurn und Gänsbrunnen-Moutier wird nun das Buskonzept im Thal überarbeitet. Eine Kernarbeitsgruppe bestehend aus dem Amt für Verkehr und Tiefbau des Kantons Solothurn, dem Planungsbüro asa AG und den Betreibern Postauto und OeBB hat die heutige Situation analysiert, die Wünsche der Region aufgenommen und in ein neues Buskonzept überführt.

Die wichtigsten Verbesserungen sind die neuen zusätzlichen Anschlüsse in Gänsbrunnen, der Halbstundentakt im Dünnerntal in den Hauptverkehrszeiten und über den Mittag. Weiter die Systematisierung der Verbindungen über den Passwang nach Zwingen, neue Frühverbindungen aus dem Dünnern- und Guldental und mehr Verbindungen am Abend.

Die wohl wichtigste Verbesserung ist die systematische Anbindung der Regionalzüge in Oensingen in der Hauptverkehrszeit. Zwischen Balsthal und Oensingen entsteht so ein Viertelstundentakt. Die OeBB stellt die Verbindungen an die IC5 sicher, die Busse an die Regionalzüge.

Die Einführung des neuen Angebotes ist auf 2024 geplant. Dies ist ein Jahr später als geplant, weil die Sanierung des Weissensteins sich leider wieder verspätet. Aktuell läuft noch die öffentliche Mitwirkung bis zum 1. März 2021.

Ich bin zuversichtlich, dass die zusätzlichen Verbindungen mehr Personen zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr motiviert. Damit der Fahrplan jedoch funktioniert, braucht es strassenseitige Massnahmen, damit die Busse nicht im Stau stehen und Anschlüsse nicht gesichert sind. Egal ob dies mit der geplante Verkehrsanbindung Thal oder einer anderen Variante gemacht wird, Geld wird dies so oder so kosten. Sonst bringen die ganzen geplanten Massnahmen nichts.

Markus Schindelholz, Balsthal, Geschäftsführer Oebb