Und wieder steht ein Wechsel bevor im Landgasthof Sternen: Die Geschäftsführerin Sandra Müller wird aus gesundheitlichen und familiären Gründen den Betrieb verlassen.

Die Fluri Real Estate AG, seit Mitte 2011 Besitzerin der Liegenschaft, nimmt dies zum Anlass, im Haus und im Betrieb Neuerungen einzuführen: Das Ziel ist ein über die Region hinaus bekannter Kulturgasthof. Am Vertrag mit der Gemeinde Matzendorf für die Nutzung des Sternensaals hingegen werde festgehalten.

Kurze, wechselhafte Zeit

Kurzer Rückblick: Während dreier Generationen lag die Führung des «Sternen» in den Händen der Familie Blaser. Im Mai 2009 geben Brigitte und Rolf Blaser den Betrieb auf und verkaufen die Liegenschaft an den Langenthaler Unternehmer Markus Bösiger, der dann Yvonne und Daniel Marti für die Betriebsführung einsetzt.

Im Juli 2011 übernimmt der gebürtige Matzendörfer Guido Fluri, Inhaber des Immobilienunternehmens Fluri Real Estate AG, Cham, das Haus, renoviert sowohl das Haus als auch den Saalbau, den er der Gemeinde bzw. den Vereinen für einen symbolischen Betrag zur Verfügung stellt. Im Oktober 2011, früher als erwartet, hört das Ehepaar Marti auf und die Matzendörferin Sandra Müller übernimmt die Führung.

Wiederum eine Thalerin

Ab 1. September wird Selina Rütti aus Laupersdorf als neue Wirtin bzw. Betriebsleiterin im «Sternen» ihre Arbeit aufnehmen. Sie bringt Erfahrung in verschiedenen Bereichen der Gastronomie mit. Wer vom aktuellen Team bleiben wird, ist in Abklärung.

Die Geschäftsleitung hingegen ist neu an die Gastro- und Kulturmanagementfirma Wirk GmbH in Solothurn übertragen worden. Sie ist vorab bekannt durch ihr Engagement im Kulturm Solothurn und wird bestrebt sein, ihr Netzwerk zu nutzen, um das Ziel des Kulturgasthofs zu erreichen.

Musik und Kunst aus dem regionalen und schweizweiten Angebot soll dazugehören, wie Ivo Hutzli, Geschäftsführer und Inhaber der Wirk GmbH, erklärt. «Auf keinen Fall wollen wir aber die vielfältigen Aktivitäten der Vereine konkurrenzieren, sondern vielmehr ergänzen, je nach dem könnte man sie auch integrieren.» Die Vereine und die Gemeindebehörden seien diesbezüglich informiert worden.

«Altbewährtes im neuen Kleid»

Für das Restaurant sei man daran, eine Speisekarte zu kreieren, die Spannung verspricht, sagt Hutzli. «Altbewährtes wird im neuen Kleid angeboten. Gutbürgerliche Speisen sollen neu interpretiert werden.»

Die Fluri Real Estate begründet die Neuorientierung damit, dass sie das Kulturprojekt der Region Thal, in das sie gegen zehn Millionen Franken investiert hat, längerfristig sichern wolle. Um das zu erreichen, müsse der «Sternen» auch überregional Anbindung finden. Dies sei von allem Anfang an das Ziel gewesen.