Kreisschule Gäu

Im Sommer 2023 soll das neue Schulhaus stehen – Kosten belaufen sich auf 14 Millionen

Der Projektname «Neu» sei in jeder Hinsicht Programm, beurteilt die Jury das Siegerprojekt.

Der Projektname «Neu» sei in jeder Hinsicht Programm, beurteilt die Jury das Siegerprojekt.

Solothurner Architekten erhalten den Zuschlag für das geplante Schulhaus der Kreisschule Gäu in Neuendorf. Die Kosten des Neubaus belaufen sich auf 14 Millionen.

Ab dem Sommer 2023 dürfte sich die Schülerzahl an der Kreisschule Gäu in Neuendorf ungefähr um einen Drittel erhöhen. Dies hat zweierlei Gründe: Zum einen wird der Standort Wolfwil in drei Jahren aufgehoben, da die Gemeinde wegen steigender Schülerzahlen auf Primarstufe selbst mehr Schulraum benötigt. Das Wolfwiler Phänomen ist auch bei den anderen Gemeinden spürbar, was in den kommenden Jahren an der Kreisschule eine markante Zunahme der Schülerzahlen bewirken wird. «Vor rund drei Jahren haben wir realisiert, dass wir zwingend die Schulraumentwicklung angehen müssen», sagt Dominik Studer, Präsident der Kreisschule Gäu. Wie die Modelle ergeben, benötigt die Kreisschule ab Sommer 2023 Raum für acht zusätzliche Klassen, womit in den verschiedenen Gebäuden auf dem grosszügigen Areal in Neuendorf insgesamt 28 Klassen untergebracht wären.

23 Architekturteams bewarben sich

«Wir brauchten ein Projekt, das für alle sieben beteiligten Gemeinden ‹verhebt›», sagt Studer. Um dies zu erreichen, setzte die Kreisschule eine Strategiegruppe ein, die das Projekt begleitete und, wie der Präsident der Kreisschule sagt, «die Leitplanken setzte». Aus diesem Grund wählte die Kreisschule für die Projektentwicklung den «Studienauftrag im Dialogverfahren». Auf die Ausschreibung bewarben sich 23 Architekturbüros, woraus 3 Teams nach einer Bewertung ausgewählt wurden. «Ein extra für diese Aufgabe einberufenes Bewertungsgremium hat die 3 Teams für den Studienauftrag begleitet», so Studer. Diese Jury empfahl einstimmig das Projekt der Solothurner Architekturbüros ern + heinzl und Anderegg Partner, die ihre Eingabe mit dem Zürcher Landschaftsarchitekturbüro vetschpartner machten.

«Das Projekt ‹Neu› überzeugt in seiner ortsbaulichen Haltung, mit dem eigenständigen architektonischen Ausdruck und mit einer inneren Ordnungsstruktur, welche eine hohe Nutzungsflexibilität ermöglicht», schreibt die Jury in ihrem Bericht. Die Solothurner setzten sich gegen ein Berner und ein Zürcher Architektenteam durch. Der Vorstand der Kreisschule Gäu folgt nun der Empfehlung der Jury und beauftragt die Büros aus der Region damit, das Vorprojekt auszuarbeiten.

«Entscheidend war, dass sich das Projektteam unglaublich stark mit den Nutzern, also den Schülerinnen, Schülern und den Lehrpersonen, auseinandersetzte», begründet Präsident Studer die Wahl. «Die Architektur stand beim Siegerprojekt nicht im Vordergrund, sondern die optimale Nutzung.» Bei den anderen Projekten sei die Planung stärker von aussen nach innen erfolgt. Dennoch will Studer betont haben: «Es waren wirklich drei sehr gute Projekte.»

Nach erfolgtem Studienauftrag werden die Kosten für den Schulhaus-Neubau auf ungefähr 13 bis 14 Millionen Franken geschätzt. Bis Ende November erarbeitet das erkorene Architekturbüro das Vorprojekt, das als Entscheidungsbasis dienen wird. Anfang Dezember dürfte der Vorstand der Kreisschule dieses genehmigen, ehe im Januar eine ausserordentliche Delegiertenversammlung anberaumt ist, um den Baukredit zu genehmigen. Ab Februar 2021 bis im Sommer 2023 bleiben gut zwei Jahre, um das Bauprojekt zu realisieren. «Wenn wir es nicht schaffen, brauchen wir eine Notlösung – voraussichtlich wären dies Schulcontainer», sagt Studer. Der Präsident der Kreisschule ist aber zuversichtlich, dass der Zeitplan aufgeht. Durch die Strategiegruppe holte die Kreisschule von Beginn an alle Gemeinden ins Boot. Dies soll dem Bauprojekt zum raschen Durchbruch verhelfen.

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