Balsthal
Im «Rössli»-Saal wird Theater gespielt wie einst in den Achtzigerjahren

Die Dramatisch-literarische Gesellschaft DLG Balsthal spielt nach einer «Künstlerpause» wieder Theater. Zur Aufführung gelangt unter der Regie von Joël Eschmann Erich Kästners Stück «Drei Männer im Schnee» in einer Bühnenfassung von Charles Lewinsky.

Fränzi Rütti-Saner
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Karin Büttler und Joël Eschmann sitzen auf dem Rand der Bühne im Rössli-Saal, wo die DLG künftig wieder Theater spielen wird.

Karin Büttler und Joël Eschmann sitzen auf dem Rand der Bühne im Rössli-Saal, wo die DLG künftig wieder Theater spielen wird.

Fränzi Rütti-Saner

71 Jahre alt ist der Theaterverein DLG Balsthal, die Dramatisch-literarische Gesellschaft, die sich dem «Spielen von gutem Volkstheater» verschrieben hat. Doch letztes Jahr, zum 70. Geburtstag, konnte kein Theater gespielt werden. Umso mehr freuen sich Karin Büttler-Spielmann, die seit 2011 Präsidentin des Vereins ist, und Joël Eschmann, der zum zweiten Mal Regie führt, darüber, dass Anfang November nun wieder ein Stück aufgeführt werden kann.

«Wir erleben derzeit einen Generationenwechsel», beschreibt die Präsidentin die derzeitige Situation im Verein. So habe man an der vergangenen Generalversammlung etliche Demissionen hinnehmen müssen. Jetzt sind es noch rund 70 Mitglieder, die bei der DLG mitmachen. Klar sei, dass von diesen 70 viele Passivmitglieder seien, denn auf der Bühne stehen könne pro Produktion immer nur eine beschränkte Anzahl. «Es gibt aber viele DLG-Mitglieder, die sich seit Jahren hinter der Bühne engagieren. Sie sind eben auch sehr wichtig», sagt Büttler.

Es braucht halt Zeit

Heute sei es immer schwieriger, Leute zu finden, welche sich rund ein halbes Jahr lang intensiv mit einem Theaterstück auseinandersetzen und schliesslich auf der Bühne stehen wollen, so erleben es Präsidentin und Regisseur. Dennoch – wer sich entschliesse, bei einem solchen Unternehmen mitzumachen, erlebt eine intensive Zeit des gemeinsamen Arbeitens und der Freundschaft.

«Das ist es eben auch, was die DLG ausmacht», sagt Büttler. Sie selbst hat den Theatervirus bereits in ihrer Kindheit eingeimpft bekommen, war doch ihr Vater, der verstorbene Walter Spielmann senior ein äusserst aktives Vereinsmitglied.

Auszug aus der Königshalle

Es freut nun alle Beteiligten, dass die DLG ihre Theateraufführungen wieder – wie in den vergangenen Achtzigerjahren noch – im «Rössli»-Saal, mitten im Dorf von Balsthal durchführen kann. Viele Jahre spielte der Theaterverein in den verschiedensten Sälen und Lokalitäten in Balsthal, zuletzt in der Königshalle in der Klus. Doch nachdem die Halle im letzten Jahr verkauft wurde, musste die Bühnensuche wieder aufgenommen werden. Die Idee, die Königshalle selbst zu übernehmen und weiter zu führen, sei schnell wieder verworfen worden, erzählt die Präsidentin aus der jüngeren Vergangenheit. «Wir sind ja schliesslich ein Theaterverein und haben weder Lust noch die finanziellen Mittel, eine Halle zu unterhalten».

In Balsthal wurde lange Jahre kolportiert, dass der «Rössli»-Saal baulich nicht mehr den heutigen Anforderungen entspräche. «Das stimmt überhaupt nicht», sagen Büttler und Eschmann. «Im Gegenteil. Der neue Besitzer hat einige Renovationen im Saal durchgeführt, sodass wir dem Publikum einen unbeschwerten Abend bieten können.»

«Drei Männer im Schnee»

Diese Theatersaison steht Erich Kästners Stück «Drei Männer im Schnee» in einer Bühnenfassung von Charles Lewinsky auf dem Programm. «Es ist ein sehr humorvolles Stück, welches sehr gut zu uns passt», meint Eschmann. Neun Bühnenrollen mussten besetzt werden und derzeit werde noch in einem Raum der ehemaligen Tela-Fabrik geprobt. Doch schon bald gilt es auf der «Rössli»-Bühne ernst.

Es ist das zweite Mal, dass der Balsthaler Eschmann die Regie der DLG übernommen hat. Mit «Der nackte Wahnsinn» 2011 machte er erste Regieerfahrungen in Balsthal. Doch kannte er diese Arbeit schon aus Solothurn (Theater Mausefalle) oder aus Basel (Stadtcasino). «Nach einigen Auftritten als Schauspieler fühle ich mich als Regisseur sehr wohl», sagt Eschmann. Die grösste Herausforderung sei beim Spiel mit Laien, alle Leute auf die gleiche Ebene zu bringen, so der Regisseur. «Es gibt Leute, die stehen seit Jahren immer wieder auf der Bühne, andere sind noch unerfahren. Da gilt es, allen gerecht zu werden.»

Premiere Samstag, 9. November, Vorverkauf: Kornhaus Balsthal,Tel. 062 386 88 88