Mümliswil-Ramiswil

Im nächsten Schuljahr gibt es eine Streicherklasse

Steicherklasse Mümliswil

Ab kommenden Schuljahr können 2.-Klässler während zweier Lektionen pro Woche in der sogenannten Streicherklasse die Violine kennenzulernen.

Steicherklasse Mümliswil

Der Gemeinderat von Mümliswil-Ramiswil bewilligte auf Antrag der Schulleitung die Einführung einer Streicherklasse

«Die Pensenplanung für das kommende Schuljahr war eine echte Herausforderung», informierte Schulleiterin, Cécile Kamer den Gemeinderat an seiner letzten Sitzung vor den Ferien. Vor allem die Pensen für die 2. Klasse boten eine Knacknuss. Den zuständigen Lehrpersonen fehlten Gestaltungsmöglichkeiten für den Halbklassenunterricht am Nachmittag. In Mümliswil wird der Religionsunterricht noch immer nach Konfessionen getrennt unterrichtet. Zudem können im neuen Schuljahr die katholischen Lektionen nur noch am Nachmittag erteilt werden. «Deshalb gelangte ich an die Musikkommission um nachzufragen, ob es eine Möglichkeit gäbe, ein musikalisches Projekt in den Regelunterricht einzubauen», so Kamer weiter.

Erweiterte Unterrichtsformen

Im Oktober 2016 genehmigte der Gemeinderat das neue Musikschulkonzept basierend auf der indexierten Musikpauschale, die seit Januar 2016 vom Kanton angewendet wird. «In diesem Konzept sind zum Glück auch erweiterte Unterrichtsformen vorgesehen», gab die ebenfalls anwesende Präsidentin der Musikkommission, Monika Probst bekannt. Aus der Anfrage der Schulleitung entstand dann das Konzept «Klassenmusizieren» mit dem Projekt «Streicherklasse».

Glück für Schule

Da die Musikschule so oder so auf der Suche nach einer neuen Klassenlehrperson für Violine war, erwies sich die Bewerbung von Katharine Rüegg als weiterer Glücksfall. Katharine Rüegg verfüge über die notwendige Erfahrung im Führen solcher Musikklassen. Zudem habe das Projekt nichts mit der Musikgrundschule zu tun, so Probst weiter. Für die Streicherklasse ist das Anmieten von geeigneten Streicher-Instrumenten notwendig, was Kosten von rund 4800 Franken verursachen wird. Die Lohnkosten für die Musiklehrperson seien grösstenteils subventioniert.

«Für die Materialkosten kann man zusätzlich beim Kanton eine sogenannte Wertentschädigung beantragen», meinte Probst. Ebenfalls habe der Lieferant der Instrumente einen Rabatt zugesagt und eine Stiftung würde eventuell auch noch einen Beitrag leisten. Laut Probst ist das Klassenmusizieren ein schulisches Gemeinschaftserlebnis, das die Klasse zusammenschweisse und von gegenseitiger Rücksichtnahme und Kommunikation geprägt sei – und jedem Kind ermögliche, zu musizieren – egal wie sein kultureller Hintergrund sei.

Diskussionen im Rat

Cécile Kamer informierte, dass wenn der Gemeinderat diesem Projekt nicht zustimme, zwei Lektionen Partnerunterricht notwendig würden, um den Halbklassenunterricht zu ermöglichen. Die Kosten von rund 8000 Franken seien von der Gemeinde vollumfänglich zu bezahlen – das Musikprojekt hingegen führe zu geringen Nettokosten. Der Antrag führte im Rat zu angeregten Diskussionen. Dabei stellte sich heraus, dass an Stelle des Musizierens auch ein Theater-, ein Werk-, oder Sportprojekt angeboten werden könnte. Aus diesem Grund verlangte der Rat, dass nach einem halben Jahr eine erste Bilanz gezogen werden müsse.

Sollte das Projekt «Streicherklasse» nicht funktionieren, so müsste für das nächste Schuljahr etwas anderes gesucht werden. Schlussendlich stimmte der Gemeinderat dem Konzept Klassenmusizieren vorerst für ein Jahr einstimmig zu. Ebenfalls wurden die Musiklehrpersonen Katharine Rüegg, Violine und Eva Lisibach-Brand, Saxofon und Klarinette einstimmig an die Musikschule gewählt.

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